Innerhalb der kommenden vier Wochen muss die britische Premierministerin dem EU-Vorschlag zufolge entscheiden, ob ihr Land an den Europawahlen im Mai teilnimmt. Dies gilt für den Fall, dass der ausgehandelte Brexit-Deal im britischen Parlament ein drittes Mal durchfällt. Davon sei auszugehen, prognostiziert Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Außerdem könnte der britische Parlamentspräsident eine dritte Abstimmung über eine praktisch unveränderte Scheidungsvereinbarung erneut blockieren.

ERNEUTE KONJUNKTURSORGEN - HOFFNUNGSSCHIMMER IM ZOLLSTREIT

Daneben haben Investoren an den Nachwehen des trüben Konjunkturausblicks der US-Notenbank Fed zu knabbern. Zusätzliches Öl ins Feuer gossen am Freitag enttäuschende deutsche Konjunkturdaten. "Eine weltweite Rezession muss um jeden Preis verhindert werden, da die Zentralbanken mit dem Rücken zur Wand stehen und nicht mehr viel Munition haben, um auf konventionellem Wege Geldpolitik betreiben und damit den Börsen im Ernstfall helfen zu können", warnt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Vor diesem Hintergrund verlor der Dax in der alten Woche knapp zwei Prozent.

Angesichts der fragilen Lage der Weltwirtschaft werden Börsianer die Konjunkturdaten in der neuen Woche auf eventuelle Rezessionssignale hin abklopfen. In den USA stehen unter anderem das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Dienstag) sowie die Konsumausgaben (Freitag) auf dem Terminplan. Letzteres gelten als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Von den Daten erhoffen sich Börsianer weitere Rückschlüsse auf die US-Geldpolitik. Hinweise auf die Kauflaune der deutschen Verbraucher liefert der GfK-Index am Dienstag. Zwei Tage später folgen Daten zum europäischen Verbrauchervertrauen. Den europäischen Zahlenreigen eröffnet der Ifo-Index am Montag, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt.

HOFFNUNGSSCHIMMER IM ZOLLSTREIT - WENIGE FIRMENBILANZEN

Positive Impulse erhofften sich Börsianer von den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, nachdem US-Präsident Donald Trump gesagt hatte, die Verhandlungen liefen sehr gut. In der neuen Woche sollen Finanzminister Steven Mnuchin und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer erneut nach Peking reisen. Commerzbank-Analystin Esther Reichelt warnt aber vor überzogenem Optimismus. "Wie beim Brexit gilt auch für die Handelsgespräche: Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist."

Auf Unternehmensseite legen in der neuen Woche einige Nachzügler ihre Geschäftszahlen vor. Hierzu gehört der Internet-Anbieter United Internet (Donnerstag). Aus dem Ausland öffnet unter anderem der Modehändler H&M (Freitag) seine Bücher.

rtr