Dax findet am Hexensabbat nur schwer eine Richtung
· Börse Online Redaktion
Die seit Monaten fallenden Ölpreise und die drastische Rubel-Abwertung hatten die Märkte zu Wochenbeginn ordentlich ins Straucheln gebracht. Erst die Ankündigung der US-Notenbank Fed, bei der Anhebung der Zinsen keine Eile zu haben, beruhigte die Anleger wieder etwas. Fed-Chefin Janet Yellen hatte am Mittwochabend signalisiert, die Zinswende werde vermutlich noch nicht auf "einer der beiden nächsten Sitzungen" - also im Januar oder März - eingeläutet. An den Märkten wird damit gerechnet, dass die Notenbank erst Mitte 2015 die Zinsen erhöhen wird.
Auf Seite 2: RUBEL STABILISIERT SICH ETWAS
RUBEL STABILISIERT SICH ETWAS
In Russland hat sich der stark in Mitleidenschaft gezogenen Rubel-Kurs am Freitag etwas stabilisiert. Der Dollar verlor knapp drei Prozent auf 60,12 Rubel. Anfang der Woche war er zeitweise mehr als 20 Prozent eingebrochen - dies hatte Sorgen vor einem Kollaps der russischen Wirtschaft geschürt. Neben den Sanktionen des Westens im Zuge der Ukraine-Krise leidet der Rubel auch unter den seit Monaten fallenden Ölpreisen. Letztere erholten sich am Freitag allerdings etwas - Brent wurde mit 60,24 Dollar je Fass 1,6 Prozent höher gehandelt.
Unter den Einzelwerten gab es angesichts des großen Verfallstermins ein bewegtes Auf und Ab. Zum so genannten Hexensabbat werden an den Terminmärkten Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig. Profi-Anleger versuchen die Kurse daher in eine für sie angenehme Richtung zu schieben. Zu den größten Gewinnern zählten Henkel, Volkswagen und Linde mit einem Plus zwischen 1,8 und 1,1 Prozent.
Auf Seite 3: RWE NACH GEPLATZTEM BASF-DEAL SCHWÄCHER
RWE NACH GEPLATZTEM BASF-DEAL SCHWÄCHER
Auf der Verliererseite sorgte BASF für Gesprächsstoff: Der geplatzte Milliarden-Deal mit Gazprom drückte die Aktien zeitweise drei Prozent ins Minus, Gazprom gaben 2,8 Prozent nach. Der bis zum Jahresende geplante Anteilstausch mit dem russischen Gaskonzern wurde nach Angaben von BASF wegen des schwierigen politischen Umfelds abgeblasen. "Anleger befürchten nun, dass weitere Deals mit Russland auf der Kippe stehen könnten", sagte ein Händler. Der hoch verschuldete Energiekonzern RWE will die Öl- und Gasfördertochter Dea für 5,1 Milliarden Euro an eine Gruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman verkaufen. Der Konzern erklärte auf Reuters-Nachfrage, man arbeite daran, die Transaktion zügig abzuschließen. RWE notierten 2,6 Prozent schwächer.
Bergab ging es auch für die Lufthansa nach einer erneuten Prognosesenkung der Air France. Das Unternehmen rechnet nun 2014 nur noch mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Das sind 200 Millionen Euro weniger als zuletzt. Air France rutschten in Paris um mehr als acht Prozent ab, Lufthansa verloren 2,1 Prozent.
Reuters
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