Dax und EuroStoxx50 fielen am Dienstag um jeweils mehr als ein halbes Prozent auf 13.629 beziehungsweise 3538 Punkte. Der Londoner Auswahlindex FTSE stieg dagegen ungeachtet eines landesweiten Lockdowns in Großbritannien um 0,3 Prozent. Die angekündigten zusätzlichen umgerechnet rund fünf Milliarden Euro schweren staatlichen Konjunkturhilfen hellten die Anlegerstimmung auf, sagte Aktienhändler Keith Temperton vom Brokerhaus Forte Securities.

STICHWAHL IN DEN USA


Auch die mit Spannung erwartete Stichwahl für die beiden Senatsposten des US-Bundesstaats Georgia machte Investoren vorsichtig. Sollten die Demokraten des designierten US-Präsidenten Joe Biden neben dem Repräsentantenhaus auch im Senat die Oberhand gewinnen, sei mit einer Ausweitung der Staatsverschuldung zu rechnen, prognostizierte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Verteidigten die Republikaner ihre Mehrheit, würden sie zusätzliche Ausgaben sicher blockieren und dadurch die Notenbank (Fed) zwingen, zur Abfederung der Coronavirus-Folgen in die Bresche zu springen. "Die heutige Stichwahl ist für den Devisenmarkt also keine Wahl zwischen Dollar-Stärke und -Schwäche sondern zwischen langsamerer und schnellerer Dollar-Abwertung." Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, notierte mit 89,709 Punkten nur knapp über seinem Drei-Jahres-Tief vom Montag.

Aufmerksam verfolgten Börsianer zudem die Beratungen der Gruppe Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Länder wie Russland gehören. Unterlagen zufolge prüfen die Mitglieder unter anderem eine Verschärfung der Produktionsbeschränkungen am Ölmarkt. "Wegen der steigenden Coronavirus-Infektionszahlen verdüstern sich die kurzfristigen Nachfrage-Aussichten", konstatierten die Experten des Resarch-Hauses Fitch Solutions. Der Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee stieg um 1,4 Prozent auf 51,80 Dollar je Barrel (159 Liter).

TUI UND NEXT IM AUFWIND


Bei den Unternehmen rückte TUI ins Rampenlicht. Die Eigner des durch die Pandemie besonders hart getroffenen Reise-Veranstalters billigten ein knapp zwei Milliarden Euro schweres Rettungspaket. Dazu gehören eine Kapitalerhöhung und das Recht für den Umtausch stiller Anlagen in Anteile. TUI-Aktien notierten nach einer Achterbahnfahrt am frühen Nachmittag knapp im Plus.

In London stiegen die Titel von Next zeitweise um mehr als neun Prozent auf ein Fünf-Jahres-Hoch von 7568 Pence. Der Modehändler hatte zuvor ein besser als erwartet ausgefallenes Weihnachtsgeschäft bekanntgegeben. Dank seines starken Online-Geschäfts gewinne Next offenbar Marktanteile, stellte Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies fest. Trotz der verschärften Corona-Restriktionen in Großbritannien seien die Aussichten für das laufende und das kommende Geschäftsjahr gut.

rtr