In der ersten Wochenhälfte blieb der Index zunächst weiterhin in der Tradingrange zwischen rund 11.920 auf der Unterseite und der etwas unschärferen Begrenzung etwa um 12.080 auf der Oberseite. Dies lässt sich auf den ersten Blick als Seitwärtsbewegung beschreiben. Doch der Kerzenchart, der Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurse zeigt, offenbart weitere Details: So hat der Markt am Dienstag etwa auf Vortagesniveau eröffnet und geschlossen (Open, Close) notierte im Tagesverlauf jedoch auch zeitweise rund 60 Punkte tiefer (Low). Von den deutlich niedrigeren Kursen erholte sich der DAX vollständig, was zeigt, dass eine Annäherung an den bereits in der Vorwoche bewährten Kaufbereich um 11.920 auch jetzt noch zu verstärkter Nachfrage führt - dies ist ein zumindest leichtes Stärkesignal.

Auch der Verlauf der vergangenen Korrekturen seit Jahresanfang (rote Abwärtspfeile im Kerzenchart) macht Hoffnung: Stets traten Verkäufe nach einzelnen Handelstagen mit besonders starkem Kursanstieg auf (lange weiße Kerzen) und dauerten zwischen fünf und sechzehn Handelstagen. Die aktuell laufende Konsolidierung geht nun schon in den zehnten Tag und sollte bald beendet sein.

Auf Seite 2: So sieht derzeit das wahrscheinlichste Szenario aus.







Solange der DAX nicht unter die 11.920er-Marke einbricht, kann er seine Aufwärtsbewegung fortsetzen. Bei 12.080 herrscht zwar derzeit noch leicht gesteigerte Verkaufsbereitschaft, die jedoch nur als schwacher charttechnischer Widerstand einzustufen ist. Weitaus gewichtiger sind hingegen die Obergrenzen der im 1-Stunden-Chart und Tageschart erkennbaren Aufwärtstrends bei 12.120 / 12.160 Punkten (orange und grün punktierte Linien).

Auf Seite 3: Vor allem der Tageschart hilft Anlegern bei der strategischen Planung







Aufwärtstrendgeraden stellen grundsätzlich keine besonders dauerhaften Instrumente zur dauerhaften Kurszielbestimmung dar, und selbst bei einer längeren Gültigkeit können sie zeitweise durchbrochen werden. Daher müssen weitere Indikatoren zur Bestätigung herangezogen werden, falls möglich. Verlässlich bleibt in diesem Zusammenhang weiterhin der Abstand des Marktes zu seinem Monatsdurchschnitt (blauer Indikator): Er beträgt aktuell nur 0,6 Prozent, erst ab Werten von drei bis fünf Prozent ist der Index als leicht bis mittelschwer überhitzt einzustufen, ab dann stieg in der Vergangenheit die Korrekturgefahr beträchtlich. Aus dieser Perspektive hätte der DAX im Idealfall nach oben noch mindestens weitere 300 Punkte Luft und damit Potenzial bis fast zum Allzeithoch.

Anleger, die auf diese Entwicklung mittels Calls oder Hebelzertifikaten setzen wollen, sollten aber zur Bestätigung einen Ausbruch über die 12.080er-Marke abwarten. Spätestens an den Aufwärtstrendlinien sollten dann Teilgewinne mitgenommen und der Stoppkurs nachgezogen werden. Die gute Nachricht ist, dass diese Trendlinien im Laufe der Zeit weiter ansteigen, und der DAX die genannten Kursziele somit auch erreichen kann, wenn ihm der Ausbruch über die Aufwärtsgeraden nicht gelingt. Dafür müssen Investoren jedoch etwas Geduld mitbringen.

Unterstützungen und Widerstände



Chartmarken Niveau Typ Stärke
Widerstand 2 12.120/12.160 Aufwärtstrendkanäle stark
Widerstand 1 12.080 Zwischenhoch schwach
Unterstützung 1 11.920 horizontal mittel
Unterstützung 2 11.850/11.900 horizontal, Monatsdurchschnitt mittel


Trading-Ideen



Trading-Ideen
Spekulation auf steigende Kurse
Basiswert DAX
Produktvorstellung Turbo Bull
WKN HU8XJY
Emittent HypoVereinsbank
Laufzeit 29.09.2017
Basispreis 10.650
Knock-Out-Schwelle 10.650
Hebel 10,2
Kurs in EUR 11,54
Spekulationauf fallende Kurse
Basiswert DAX
Produktvorstellung Turbo Bear
WKN HU8XPW
Emittent HypoVereinsbank
Laufzeit 29.09.2017
Basispreis 12.875
Knock-Out-Schwelle 12.875
Hebel 11,0
Kurs in EUR 10,71


Andreas Büchler ist Herausgeber des Index Radar Magazins, der größte tägliche Börsenstatistik-Report Deutschlands. Er ist zudem Gründer und Partner der Qarat AG, einer auf Quantitative Analyse und Algorithmic Trading spezialisierten Forschungsgesellschaft für Börsenhandelssysteme.

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