US-Präsident Donald Trump verschob die für Anfang März geplante Verschärfung der Strafzölle auf chinesische Waren und stellte ein erneutes Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping in Aussicht. "Trotz Fortschritten in mehreren Bereichen sollten sich die Anleger noch nicht zu überschwänglich freuen", warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Ein Scheitern der Verhandlungen ist nach wie vor möglich."

Auch Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer, mahnte zur Vorsicht. "Mit der möglichen Einführung von Zöllen auf europäische Autos in den USA schwebt das nächste Damoklesschwert über den Märkten." Investoren deckten sich dennoch mit Aktien von Fahrzeug-Herstellern und Zulieferern ein. Der europäische Branchenindex stieg um bis zu 2,2 Prozent auf ein Dreieinhalb-Monats-Hoch von 506,16 Punkten.

Am Rohstoffmarkt überwog ebenfalls der Optimismus. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 0,5 Prozent auf 67,47 Dollar je Barrel (159 Liter). Kupfer war mit 6540 Dollar je Tonne zeitweise so teuer wie zuletzt vor acht Monaten.

ITALIEN BEHÄLT BONITÄTSNOTE - BEIM BREXIT NICHTS NEUES



Italien-Anleger atmeten auf, nachdem die Rating-Agentur Fitch vorerst auf die befürchtete Senkung der Bonitätsnote des hoch verschuldeten Landes verzichtet hatte. Investoren griffen daraufhin bei den Staatsanleihen zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf 2,751 von 2,853 Prozent. Italiens Banken, die viele Bonds ihres Landes in den Depots haben, schafften im Schnitt ein Kursplus von zwei Prozent.

Kopfschütteln erntete die britische Premierministerin Theresa May mit der Verschiebung der erneuten Abstimmung über die Scheidungsvereinbarung mit der EU. "Schließlich stimmt am Mittwoch das Unterhaus darüber ab, ob es May zwingen soll, im Fall eines No-Deal den Brexit zu verschieben", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Alle Abgeordneten, die den No-Deal-Brexit vermeiden wollen, wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie diese Gelegenheit verstreichen ließen." Das Pfund Sterling verteuerte sich am Montag auf 1,3082 Dollar.

COVESTRO ERWISCHT ANLEGER AUF DEM FALSCHEN FUSS



Die Aktien von Covestro fielen dagegen um 3,9 Prozent und waren damit Schlusslicht im Dax. Sowohl das Quartalsergebnis als auch der Ausblick des Kunststoff-Produzenten seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Helvea Bank.

In Amsterdam steuerten die Titel von PostNL mit einem Kursplus von zeitweise gut zwölf Prozent auf den größten Tagesgewinn seit drei Jahren zu. Die geplante Übernahme des Konkurrenten Sandd werde den Gewinn des niederländischen Briefzustellers um 30 Prozent steigern, schrieb Analyst David Kerstens von der Investmentbank Jefferies. Außerdem sei das Quartalsergebnis besser aus gefallen als erwartet.

rtr