Zudem deuteten die US-Futures auf einen positiven Handelsstart an der Wall Street hin. Nach sieben Tagen mit Verlusten zogen die Ölpreise rund drei Prozent an. Für Rückenwind sorgte ein schwächerer Dollar, der den Rohstoff für Inhaber anderer Währungen billiger macht.

"Doch die Sorgen der vergangenen Woche wirken nach", sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. "Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass China als wirtschaftliches Zugpferd der Region vorerst ausfällt, mit entsprechenden Konsequenzen für die globale Nachfrage."

Dem Aufschwung in der Euro-Zone ist im August etwas die Luft ausgegangen, wie aus dem vom Institut Markit IHS veröffentlichten Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister hervorging. Das stark beachtete Barometer fiel um 0,7 Prozent auf 59,5 Punkte, blieb damit aber klar über der Marke von 50, ab der es Wachstum anzeigt. Spitzenreiter in der Währungsunion bleibt Deutschland, auch wenn hier der Einkaufsmanagerindex um 1,8 auf 60,6 Punkte fiel. Stimmungsdämpfer waren die Ausbreitung der Delta-Variante und Lieferprobleme. Zugute kamen Firmen aber die Corona-Lockerungen.

JACKSON HOLE IM FOKUS


Entspannungssignale lieferten auch Notenbanker. Börsianer gehen mittlerweile davon aus, dass die Währungshüter den geplanten Abbau der geldpolitischen Schützenhilfe aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante nach hinten verschieben könnten. Mittlerweile sei die Fed wieder etwas zurückgerudert, sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Vor allem Aussagen des US-Notenbankers Robert Kaplan, er könne seine Meinung auch wieder ändern, falls sich die Delta-Variante stärker negativ auf das Wachstum auswirken sollte, ließen Investoren aufatmen.

"Der Drahtseilakt, den vor allem die Fed derzeit begeht, geht damit in die nächste Runde", sagte Stanzl. Kaplan hatte zuletzt die Ansicht vertreten, die Fed solle im Oktober mit dem Abschmelzen ihrer großangelegten Anleihenkäufe beginnen. Weitere Hinweise auf den möglichen Zeitpunkt erhoffen sich Investoren nun von der Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag bei der Jahreskonferenz in Jackson Hole. Bekannt ist lediglich, dass sie sich mit dem konjunkturellen Ausblick beschäftigen soll.

Die Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank setzte den Dollar unter Druck. Die Aussicht, dass die Fed früher als zunächst gedacht das massive Anleihenkaufprogramm zurückfahren könnte, hatte den Dollar-Index vergangene Woche auf ein Neun-Monats-Hoch getrieben. Gewinnmitnahmen drückten den Dollar-Index zum Wochenanfang um 0,3 Prozent auf 93,189.

SAINSBURY'S MIT KURSSPRUNG


Bei den Einzelwerten sorgten Übernahmespekulationen für ein Kursfeuerwerk bei Sainsbury's. Die Aktien der zweitgrößten britischen Supermarktkette schossen um 15 Prozent nach oben auf ein Sieben-Jahres-Hoch, nachdem die "Sunday Times" über mögliche Gebote von Private-Equity-Firmen über sieben Milliarden Pfund (rund 8,1 Milliarden Euro) berichtet hatte. Auch Luxuswerte gingen zum Wochenanfang auf Erholungskurs, nachdem Nachfragesorgen in China der Branche vergangene Woche zugesetzt hatten. Luxuskonzerne wie LVMH und Kering an der Pariser und Moncler an der Mailänder Börse zogen rund drei Prozent an.

rtr