Der DAX hat am Donnerstag positiv auf die neuen geldpolitischen Signale der Europäischen Zentral (EZB) reagiert. Nach anfänglichen Verlusten drehte das Börsenbarometer zum Nachmittag ins Plus.

Die EZB geht angesichts der gut laufenden Konjunktur bei ihren milliardenschweren Anleihenkäufen leicht vom Gas. Im vierten Quartal soll der Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren im Rahmen des Corona-Notkaufprogramms PEPP "moderat" geringer ausfallen als derzeit. Zugleich bestätigte die EZB die Laufzeit von PEPP mit einem Volumen von 1,85 Billionen Euro bis mindestens Ende März 2022. Ein Ende des Zinstiefs im Euroraum ist nicht in Sicht. Den Leitzins im Euroraum hält die EZB weiter auf dem Rekordtief von null Prozent.

Auf Unternehmensseite stach am heutigen Donnerstag vor allem die Easyjet-Aktie negativ ins Auge. Das Papier brach zeitweise um bis zu 14 Prozent ein, nachdem bekannt wurde, dass der britische Billigflieger umgerechnet 1,4 Milliarden Euro zusätzliches Kapital aufnehmen will. Zudem hat der Konzern nach eigenen Angaben eine Übernahmeofferte eines nicht genannten Interessenten ausgeschlagen.

Gewinner im DAX war die Siemens-Aktie mit einem Plus von zwei Prozent. Verlierer im deutschen Leitindex war die Bayer-Aktie, die mit einem Abschlag von rund 1,7 Prozent gehandelt wurde.

Was am Donnerstag an der Börse außerdem wichtig war

Darmstädter Merck will deutlich mehr in Wachstum investieren
Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA setzt sich unter seiner neuen Chefin ehrgeizige Wachstumsziele. Bis 2025 soll der Umsatz auf etwa 25 Milliarden Euro steigen, wie Belen Garijo am Donnerstag anlässlich eines Kapitalmarkttages verkündete. Hierzu will Merck in Zukunft noch kräftiger investieren als bisher und auch zukaufen. Wie bereits bekannt hält das Management aber gezielte kleinere bis mittelgroße Übernahmen für eher wahrscheinlich als große Deals, die den Konzern stark verändern würden.

Easyjet plant milliardenschwere Kapitalerhöhung - Übernahme abgelehnt
Der britische Billigflieger Easyjet will sich nach der Notlage in der Corona-Krise eine Milliardensumme von Anlegern besorgen. Unterdessen hat die Fluggesellschaft ein Übernahmeangebot eines Kaufinteressenten nach eigenen Angaben abgelehnt, wie sie am Donnerstag in Luton bei London mitteilte. Insidern zufolge soll es sich dabei um die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air gehandelt haben. Der Kurs der Easyjet-Aktie brach ein.

Swiss Re: Nachfrage nach Versicherungsschutz steigt auf Rekordniveau
Der schweizerische Rückversicherer Swiss Re rechnet infolge zunehmender Katastrophenschäden mit einer deutlich wachsenden Nachfrage nach Versicherungsschutz. Die Prämieneinnahmen der Versicherungsbranche im Schaden- und Unfallgeschäft dürften im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise bis Ende des Jahres um zehn Prozent auf 6,9 Billionen US-Dollar (5,8 Billionen Euro) steigen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Zürich mit. Für 2022 rechnet das Management mit einem weiteren Anstieg auf einen Rekordwert von mehr als 7 Billionen Dollar.

US-Autobauer Ford stellt Produktion in Indien ein - Milliardenschwere Belastung
Der US-Autobauer Ford will seine Produktion von Autos in Indien einstellen und rechnet mit milliardenschweren Belastungen aus dem Umbau. Die Herstellung von Autos für den indischen Markt solle sofort beendet werden, die Produktion von Exportfahrzeugen und weitere Werke für Motor- und Karosseriebau sollten bis Mitte kommenden Jahres folgen, teilte der Konzern am Donnerstag in Neu-Delhi mit. Die Sparte mit Entwicklungs- und Softwaredienstleistungen am Standort Chennai soll hingegen ausgebaut werden. Der Umbau werde vor Steuern mit insgesamt rund 2 Milliarden US-Dollar (1,7 Mrd Euro) an Belastungen zu Buche schlagen, hieß es. Künftig will Ford in dem bevölkerungsreichen Land nur noch importierte Autos verkaufen.

BGH: Anbieter von Vertragsgeneratoren brauchen keine Anwaltszulassung
Hinter Smartlaw steht der juristische Fachverlag Wolters Kluwer, der den Generator nach eigenen Angaben gemeinsam mit Anwälten entwickelt hat. Zahlende Nutzerinnen und Nutzer können sich damit auf sie zugeschnittene Rechtsdokumente wie Patientenverfügungen oder Mietverträge erstellen. Sie klicken sich selbst durch verschiedene Eingabemasken mit Fragen. Am Ende wird der Text aus Bausteinen zusammengesetzt. Andere Verträge sind für kleinere Firmen gedacht.

Nicht immer Schleichwerbung: BGH urteilt über Influencer-Postings
Wenn Influencer wie Cathy Hummels in sozialen Netzwerken Fotos posten und ohne Werbevermerk auf Hersteller eines Produkts verweisen, ist das unter bestimmten Voraussetzungen keine Schleichwerbung. Für die eigene Firma dann nicht, wenn die Leute als Unternehmer bekannt sind. Beiträge in sozialen Medien seien für Influencer geeignet, Bekanntheit und Werbewert zu steigern und damit ihr eigenes Unternehmen zu fördern, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag. Aber auch wenn sie auf andere Unternehmen verweisen, kommt es darauf an, in welcher Form sie das tun, ob sie eine Gegenleistung dafür bekommen und wie werblich der Beitrag ist. BVB kann mit Reus planen - Auch Hummels vor Comeback DORTMUND - Die Personalsituation ist alles andere als ideal, aber immerhin stehen BVB-Trainer Marco Rose für das Verfolger-Duell mit Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wieder die Nationalspieler Marco Reus und wohl auch Mats Hummels zur Verfügung. "Marco geht's besser, ich gehe davon aus, dass er spielen kann. Bei Mats läuft es gut, er ist seit zwei Tagen im Training. Da sind wir im Austausch", sagte Borussia Dortmunds Chefcoach am Donnerstag.

rtr/dpa-AFX/ak