Vor der Unterzeichnung eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China hat der DAX im Mittwoch nachgegeben. Fast zwei Jahre nach Beginn des Handelskriegs zwischen den USA und China wollen die beiden Länder nun ein erstes Handelsabkommen besiegeln. Für einen Stimmungsdämpfer sorgte aber eine Kreisemeldung, wonach die Zölle für in die USA exportierte Waren aus China zunächst nicht gestrichen werden. Vor der Unterzeichnung warnte zudem US-Finanzminister Steven Mnuchin China davor, die Zusagen nicht einzuhalten. In einem solchen Fall hätte US-Präsident Donald Trump weiterhin die Möglichkeit, neue Strafzölle zu verhängen, sagte Mnuchin dem Nachrichtensender CNBC.

Zweifel an einem Wachstumsschub für die Weltwirtschaft durch das Handelsabkommen trieb Anleger wieder verstärkt in das in Krisenzeiten begehrte Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1550 Dollar je Feinunze. Die Ölpreise gaben hingegen leicht nach.

Anleger richteten ihren Blick zur Wochenmitte auf Unternehmen aus den USA, wo die Berichtssaison weiter anläuft. An diesem Mittwoch folgten Goldman Sachs und die Bank of America. Die Papiere der Deutschen Bank reagierten auf die enttäuschenden Zahlen von Goldman Sachs mit Abschlägen. Noch am Vortag hatten sie nach starken JPMorgan-Zahlen zugelegt.

Auch die Werte aus dem Autosektor waren schwach. Die ersten Details zum Handelsdeal sorgten für einen Dämpfer, sagten Händler. Im Dax waren Daimler mit minus 2,2 Prozent das Schlusslicht.

Mit einem erneuten Rekordhoch ging hingegen die Erfolgsgeschichte des Triebwerkherstellers MTU weiter. MTU profitiert insbesondere nach der Stilllegung der Boeing 737 Max von einem starken Wartungs- und Instandhaltungsgeschäft mit Triebwerken. Der Konzern führte den DAX zum Handelsschluss an. Gefolgt wurde MTU von Wirecard. Die Papiere des Bezahldienstleisters profitierten zum einem von dem Wechsel an der Spitze im Aufsichtsrat, zum anderen von Übernahmemeldungen in der Branche.

Was am Mittwoch an der Börse außerdem wichtig war



Handelskonzern Metro steigert im Weihnachtsquartal den Umsatz
Der Handelskonzern Metro hat im wichtigen Weihnachtsquartal trotz negativer Effekte des Dauerstreiks in Frankreich und der Demonstrationen in Hongkong zugelegt. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft - also ohne die zum Verkauf stehende Supermarktkette Real und das China-Geschäft - stieg im Ende Dezember beendeten erstem Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 um 2,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Dabei profitierte Metro allerdings auch von positiven Währungseffekten. Ohne diesen Rückenwind hätte das Umsatzplus lediglich bei 1,0 Prozent gelegen.

Rechtskosten verhageln US-Bank Goldman Sachs die Bilanz
Das US-Geldhaus Goldman Sachs hat im vergangenen Jahr wegen eines schwächeren Investmentbankings und hoher Rechtskosten einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Der Gewinn sank gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar (7,1 Mrd Euro), wie Goldman Sachs am Mittwoch in New York mitteilte. Damit verfehlte die Bank auch die Erwartungen von Analysten. Im vorbörslichen US-Handel verlor die Goldman-Aktie rund 0,7 Prozent an Wert.

Bank of America büßt erneut Gewinn ein
Die Bank of America hat im vierten Quartal trotz eines überraschend guten Handelsgeschäfts erneut einen Gewinnrückgang verbucht. Auch im Gesamtjahr verdiente die Bank daher weniger als 2018, wie sie am Mittwoch in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) mitteilte.

US-Krankenversicherer UnitedHealth verdient noch mehr als gedacht
Gute Geschäfte in allen Bereichen haben dem US-Gesundheitsdienstleister und Krankenversicherer UnitedHealth 2019 einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Nach einem starken vierten Quartal stand für das Gesamtjahr unter dem Strich ein Gewinn von 13,8 Milliarden US-Dollar (12,4 Mrd Euro) und damit gut 15 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Mittwoch in New York mitteilte.

Gebremstes Wachstum: Fraport zählt 2019 in Frankfurt gut 70 Millionen Passagiere
Die gekappten Winterflugpläne vieler Airlines haben das Passagierwachstum am Frankfurter Flughafen 2019 spürbar gebremst. Im abgelaufenen Jahr zählte der Betreiber Fraport an Deutschlands größtem Flughafen rund 70,56 Millionen Fluggäste und damit 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie er am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Der Flughafen übertraf damit zwar erstmals die Marke von 70 Millionen Passagieren und erzielte einen neuen Höchstwert. Allerdings hatte sich Fraport-Chef Stefan Schulte schon von seinem ursprünglichen Plan verabschiedet, die Zahl der Fluggäste 2019 um zwei bis drei Prozent zu steigern.

Nissan ruft in USA Hunderttausende Autos wegen fehlerhafter Airbags zurück
Der japanische Autobauer Nissan muss in den USA erneut Hunderttausende Autos wegen fehlerhafter Airbags in die Werkstätten rufen. Weil Teile des hilfsweise nach dem Takata-Skandal eingebauten Airbagsystems ebenfalls explodieren könnten, werde Nissan bis zu 307 962 betroffene Autos mit neuen Geräten ausstatten, teilte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA am Mittwoch in Washington mit.

Amazon kauft 40 Streetscooter-Lieferwagen der Deutschen Post
Die Deutsche Post hat den Online-Versandhändler Amazon als Kunden für ihren Elektrotransporter Streetscooter gewonnen. Amazon habe 40 Exemplare in der Version Streetscooter Work Box bestellt, teilte die Post-Tochter Streetscooter am Mittwoch in Aachen mit. Am Amazon-Verteilzentrum in München-Daglfing hat der Elektrofahrzeug-Hersteller nach eigenen Angaben bereits 60 Ladestationen aufgebaut und Fahrzeuge geliefert.

Nordex steigert 2019 Auftragseingang kräftig - Schlussquartal schwächer
Der Windanlagenbauer Nordex hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Aufträge eingeworben als im Vorjahr. Den weiterhin schwachen deutschen Markt konnten die Hamburger dabei durch Aufträge aus anderen Ländern mehr als ausgleichen. Insgesamt stieg das Neugeschäft 2019 um 31 Prozent auf 6,2 Gigawatt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Knapp über die Hälfte der Aufträge entfielen dabei auf Europa mit einer hohen Nachfrage aus der Türkei, Spanien und den Niederlanden. Dazu kam der Markteintritt in die Ukraine. 28 Prozent zum Auftragsvolumen trug der US-Markt bei.

Mega-Deal in Gefahr: US-Prozess um T-Mobile-Fusion vor dem Finale
Der US-Prozess um die kartellrechtlich umstrittene Fusion der Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint wird für die Telekom zur Zitterpartie. An diesem Mittwoch (16.00 Uhr MEZ) wollen die Streitparteien vor Gericht in New York ihre abschließenden Statements halten. Für die Telekom steht viel auf dem Spiel, sollte der über 26 Milliarden Dollar (23,4 Mrd Euro) schwere Mega-Deal platzen, wäre dies eine herbe Schlappe für den Konzern. Am Montag warnten die Unternehmen erneut eindringlich vor einem Scheitern.

Deutsche Beteiligungs AG rechnet mit höherem Konzernergebnis
Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) rechnet mit einem deutlich höheren Konzernergebnis im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Hintergrund sei, dass das Brutto-Bewertungs- und Abgangsergebnis aus dem Portfolio zwar erneut negativ sein, aber erheblich über dem des entsprechenden Vorjahresquartals liegen werde, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Frankfurt mit. Dieses Ergebnis bestimmt das Konzernergebnis maßgeblich mit.

Chefwechsel auch bei UPC nach geplatzter Hochzeit mit Sunrise
Nach dem geplatzten Zusammenschluss von UPC mit Sunrise kommt es auch bei der größten Kabelnetzbetreiberin der Schweiz zu einem Chefwechsel: Severina Pascu übergibt die Geschäftsführung von UPC Schweiz Anfang Februar an Baptiest Coopmans.

Malaysia Airlines will in diesem Jahr keine Boeing 737 Max abnehmen
Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines will dem kriselnden Flugzeugbauer Boeing in diesem Jahr keine Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max abnehmen. Die Airline begründete ihre Entscheidung am Mittwoch mit dem Produktionsstopp für das Modell und der Unsicherheit, wann die Maschinen wieder abheben dürfen. "Malaysia Airlines sieht die Sicherheit seines Flugbetriebs und seiner Kunden als oberste Priorität an", teilte das Unternehmen mit. Die Airline begrüße die Schritte von Boeing, die Abläufe zu verbessern, um den sicheren Betrieb der 737 Max zu gewährleisten.

FDA sagt Bristol Myers Squibb beschleunigte Prüfung für Krebs-Kombitherapie zu
Der US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb hat in den USA mit seinem wichtigen Krebsmittel Opdivo Aussicht auf eine vorrangige Prüfung in einer weiteren Indikation. Die US-Arzneimittelbehörde vergab der Kombinationstherapie aus Opdivo und dem Antikörper-Medikament Yervoy bei bestimmten Formen des nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSLC) den Status "Priority Review", wie der Konzern am Mittwoch in Princeton mitteilte. Damit wird das übliche Zulassungsverfahren der Behörde um mehrere Monate verkürzt.

rtr/dpa-AFX/iw