Der MDax büßte 0,92 Prozent auf 23 160,40 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,98 Prozent auf 1949,18 Punkte. Um 0,24 Prozent ging es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 abwärts.

OPTIMISMUS SCHWINDET



Bereits tags zuvor hatten Bedenken über die Politik von Donald Trump die Stimmung am deutschen und den internationalen Aktienmärkten belastet. An der Wall Street musste der Dow Jones den kräftigsten Verlust seit September hinnehmen und auch in Asien ging es merklich abwärts.

"Die Anleger scheinen die Kursgewinne seit der Wahl von Trump neu zu bewerten", kommentierte Neil Wilson von ETX Capital. "Wird Trump liefern, was er versprochen hat und wodurch die Kursgewinne seit November ausgelöst wurden? Es sieht ganz danach aus, dass der Optimismus darüber inzwischen schwindet." Allein der Dax war seit Anfang November, als die Stimmung zunehmend zugunsten des Republikaners Trump ausschlug, in der Spitze bisher rund 18 Prozent gestiegen.

KAPITALERHÖHUNG BEI CARL ZEISS MEDITEC



Am Markt rückten zuletzt die zum Umtausch vorgesehenen Aktien der Deutschen Börse in den Fokus, die im Dax um 2,63 Prozent und damit an das Index-Ende fielen. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, dem zufolge die EU mit Blick auf die geplante Fusion mit der Londoner Börse LSE bald ein formales Veto einlegen werde.

Neben der Kapitalerhöhung der Deutschen Bank stand zudem nun eine weitere Kapitalmaßnahme im Fokus: Der Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec sammelte mit der Ausgabe von neuen Aktien 317 Millionen Euro bei institutionellen Investoren ein, um Zukäufe zu finanzieren. Nun sanken die Papiere im TecDax um 5,21 Prozent.

Die Medigene-Aktien büßten sogar 6,87 Prozent ein und setzten damit ihre Talfahrt vom Vortag fort. Wie an der Wall Street gerieten auch hierzulande Aktien von Biotechunternehmen im Zuge der aufkommenden Zweifel an den Wahlversprechen Trumps unter Druck, sagte ein Händler. Das auf personalisierte Immuntherapien fokussierte Biotechunternehmen wird zudem am Donnerstag Bilanz ziehen. Im SDax waren die Papiere von Hapag Lloyd Schlusslicht mit minus 7,01 Prozent. Die US-Justiz hat sich die weltgrößten Container-Reedereien wie Hapag-Lloyd und den Branchenführer Møller-Maersk wegen des Verdachts auf Preisabsprachen vorgenommen. Ermittler des US-Justizministeriums seien in ein Treffen der 20 größten Reedereien in San Francisco geplatzt, berichtete das "Wall Street Journal".

UMSTUFUNGEN VON TALANX UND SILTRONIC



Zudem zeigen einige Analystenkommentare Wirkung: So sprach die DZ Bank für die Papiere des Versicherers Talanx eine Verkaufsempfehlung aus, was die Aktien mit 3,20 Prozent belastete. Weitere Sanierungserfolge in der Industrieversicherung könnten sich als schwierig erweisen, hieß es. Die Credit Suisse empfiehlt hingegen Siltronic und hob das Kursziel der Aktien des Waferherstellers von 45 auf 73 Euro an. Der Aktie bescherte dies im TecDax ein Plus von 1,50 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,21 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 141,67 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,35 Prozent auf 160,22 Punkte. Der Kurs des Euro pendelte um die Marke von 1,08 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0802 (Montag: 1,0752) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9258 (0,9301) Euro.

dpa-AFX