Für gute Stimmung an den Börsen sorgte US-Präsident Donald Trump, der erklärte, die Verhandlungen im Zollstreit mit China kämen besser voran als erwartet. Das lockte weitere Anleger zurück in den deutschen Aktienmarkt. Trump kündigte an, dass der erste Teil des Handelsabkommens mit China bei einem Gipfeltreffen in Chile im kommenden Monat unterzeichnet werden könnte. "Es wäre die größte Errungenschaft eines US-Präsidenten Trump, einen umfassenden Handelsvertrag mit Eingeständnissen der Kommunistischen Partei Chinas in Kernpunkten zu erzielen", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets. "Es steht auch der Aufschwung Chinas auf dem Spiel."

Einen Dämpfer erhielt die gute Stimmung durch die andauernde Brexit-Problematik. So wurde am Montag bekanntgegeben, dass die EU Großbritannien einen Aufschub für den Ausstieg bis Ende Januar gewährt. Noch am Montag sollte außerdem das britische Unterhaus darüber abstimmen, ob die von Premierminister Boris Johnson angestrebten Neuwahlen umgesetzt werden sollen. Das Pfund Sterling bewegte sich kaum. Die Währung kostete 1,2835 Dollar und 1,1573 Euro. "Eine Neuwahl könnte dazu führen, dass das Pfund stärker schwankt, auch wenn wir glauben, dass das Risiko eines ungeregelten Brexit weiterhin niedrig bleibt", schrieben die Experten der UBS.

Weiteren Aufschwung versprachen sich Börsianer außerdem von der laufenden Bilanzsaison. Covestro eröffnete den Reigen mit gemischten Zahlen. Der operative Quartalsergebnis habe leicht über den Erwartungen gelegen, das Gesamtjahresziel leicht darunter, schrieb Analyst Heiko Feber vom Bankhaus Lampe. Der Abwärtstrend habe jedoch weiter an Dynamik verloren, schrieb Sven Diermeier von Independent Research. Zum Handelsschluss rutschte die Aktie jedoch um mehr als 3 Prozent ins Minus und bildete damit das Schlusslicht des DAX. Angeführt wurde der deutsche Leitindex von Infineon, Continental und Volkswagen angeführt.

Was am Montag an der Börse außerdem wichtig war


Kunststoffkonzern Covestro wird wegen Autoflaute vorsichtiger
Die schwache Autokonjunktur stimmt den Kunststoffspezialisten Covestro für 2019 vorsichtiger. "Wir haben in der Automobilindustrie eine sehr herausfordernde Zeit", sagte Konzernchef Markus Steilemann im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Daneben drückt auch vermehrte Konkurrenz auf die Preise. Ob es 2020 wieder besser laufen wird, darüber will Steilemann derzeit lieber nicht spekulieren. Der Aktienkurs schwankte denn auch am Vormittag zwischen Gewinnen und Verlusten. Analysten fanden Positives wie Negatives im Geschäftsbericht.

HSBC kappt Renditeziel für 2020 - Schwache Zahlen, schwieriges Umfeld
Die britische Großbank HSBC hat nach einem schwachen Quartal ihr Renditeziel für das kommende Jahr gekappt. Die Konjunkturschwäche in einigen wichtigen Ländern, die durch den Handelskrieg zwischen China und den USA ausgelösten Unsicherheiten und die niedrigen Zinsen belasten die Erträge weiterhin stark. Aus diesem Grund könne man derzeit nicht davon ausgehen, dass im kommenden Jahr eine Eigenkapitalrendite von mehr als elf Prozent erreicht werde, teilte die Bank am Montag in London mit.

Milliardenübernahme: Aroundtown will noch 2019 Gebot für TLG vorlegen
Auf dem deutschen Immobilienmarkt wird die Milliardenfusion der beiden Unternehmen Aroundtown und TLG konkreter. Nachdem die beiden Konzerne bereits Anfang September mitgeteilt hatten, eine Fusion zu prüfen, haben sie sich jetzt auf die Eckpunkte geeinigt, wie sie am Sonntag in Berlin und Luxemburg mitteilten. Dabei sei vorgesehen, dass Aroundtown den TLG-Aktionären ein Übernahmeangebot machen wird, das noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll.

LVMH bestätigt Übernahmegespräche mit Tiffany
Der bekannte US-Juwelier Tiffany könnte bald in europäische Hände fallen. Der französische Luxusgüterkonzern LVMH bestätigte, Vorgespräche mit den Amerikanern über eine Übernahme geführt zu haben. Die Tiffany-Aktie notiert in New York vorbörslich fast ein Drittel höher, während die LVMH-Aktie in Paris 0,22 Prozent höher liegt.

Verheerende Waldbrände in Kalifornien - Viele Menschen ohne Strom
Verheerende Waldbrände fressen sich immer weiter durch Teile Kaliforniens. Die seit Tagen wütenden Feuer haben bereits Dutzende Häuser zerstört und Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Am verheerendsten sei derzeit das "Kincade"-Feuer im Sonoma County, einer Weinbauregion rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco, teilten die Behörden mit.

Medizin-Start-up Diamontech will an die Börse
Das Medizintechnologieunternehmen Diamontech hat seinen Börsengang angekündigt. Die zu vergebenen Aktien sollen aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von rund 50 Millionen Euro kommen, teilte das Unternehmen am Montag in Berlin mit. Angestrebt werde dabei eine Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Das Geld aus dem Börsengang soll vor allem in die weitere Entwicklung eines tragbaren Geräts fließen, den Start der Serienproduktion sowie das Marketing.

Deutschland bleibt steiniges Pflaster für Start-ups
Allen politischen Bekenntnissen zum Trotz bleibt Deutschland ein steiniges Pflaster für Start-ups. Hauptproblem bleibt die Finanzierung, wobei nach Einschätzung mehrerer Branchenvertreter und Fachleute eine paradoxe Situation entstanden ist: Der Staat fördert zwar mittlerweile die Gründung von Start-ups. Doch heimische Geldgeber, die Jungunternehmen nach der Gründungsphase weiteres Wachstum ermöglichen, fehlen nach wie vor. So geraten erfolgversprechende deutsche Start-ups dann häufig in Abhängigkeit ausländischer Investoren - mit der Gefahr, dass die Technologie über kurz oder lang abwandert.

Microsoft erhält umkämpften Pentagon-Auftrag - Amazon geht leer aus
Nach einem umstrittenen Vergabeverfahren hat das US-Verteidigungsministerium Microsoft einen Cloud-Computing-Auftrag erteilt - und sich damit gegen Amazon entschieden. Im Vertrag ist eine Obergrenze von bis zu umgerechnet rund 9 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren festgeschrieben, wie das Pentagon am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Fest vereinbart seien aber zunächst umgerechnet rund 900 000 Euro innerhalb von zwei Jahren.

US-Telekomriese AT&T will Umsatz mittelfristig steigern - zunächst aber Rückgang
Der US-Telekom- und Medienkonzern AT&T hat am Montag eine Reihe von Finanzzielen für die nächsten drei Jahre angekündigt. So sollen die Erlöse in dem Zeitraum jährlich zwischen 1 und 2 Prozent zulegen, wie das Unternehmen am Montag in Dallas mitteilte. Bis zum Jahr 2022 soll die bereinigte Ebitda-Marge zudem unter anderem wegen Kosteneinsparungen bei 35 Prozent liegen und damit 200 Basispunkte über dem derzeitigen Niveau. Dabei wird das Wachstum erst ab dem Jahr 2021 erwartet - im Jahr 2020 soll sie zunächst noch unverändert bleiben. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll im gleichen Zeitraum einen Wert zwischen 4,50 und 4,80 Dollar (zwischen 4,00 und 4,33 Euro) erreichen. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres belief sich der Gewinn je Aktie noch auf 51 Cent. Die Aktie des Konzerns notierte im vorbörslichen Handel in New York rund zwei Prozent höher.

Walgreens Boots Alliance mit Gewinneinbruch
Der zunehmende Wettbewerb und die schwächere Entwicklung der britischen Tochter Boots machen dem Pharmagroßhändler und Apotheken-Konzern Walgreens Boots Alliance weiter zu schaffen. Im vierten Geschäftsquartal bis Ende August brach der Gewinn im Jahresvergleich auch eines teuren Sparprogramms um mehr als die Hälfte auf 677 Millionen US-Dollar ein, wie das im US-Börsenindex Dow Jones gelistete Unternehmen am Montag in Deerfield mitteilte.

UniCredit von Hackerangriff betroffen - 3 Millionen Datensätze gestohlen
Hacker haben rund drei Millionen Namen, Mailadressen und Telefonnummern von Kunden der italienischen Bank UniCredit erbeutet. Wie das Unternehmen am Montag in Mailand mitteilte, wurde bereits eine interne Ermittlung gestartet. Betroffen sei eine Datei, die im Jahr 2015 erstellt wurde und ausschließlich italienische Datensätze beinhalte.

rtr/dpa-AFX/iw