Sein europäisches Pendant kletterte um 0,5 Prozent auf 3839 Zähler. Die Renditen an den europäischen Anleihemärkten gaben spürbar nach, der Euro gab einen Teil seiner Kursgewinne ab und stand bei 1,1942 Dollar.

Die EZB ließ die Leitzinsen unverändert und kündigte an, dass die Anleihe-Ankäufe im Rahmen des Kaufprogramms PEPP während des nächsten Quartals deutlich umfangreicher ausfallen werden als während der ersten Monate des Jahres. Damit habe die Zentralbank schnell auf den Renditeanstieg der vergangenen Wochen reagiert, sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Steigende Anleiherenditen bedeuten höhere Finanzierungskosten und schmälern die Gewinne der Unternehmen.

Die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Bonds aus Deutschland fiel in Reaktion auf die EZB um vier Basispunkte auf minus 0,363 Prozent. Auch die Verzinsungen italienischer, spanischer und portugiesischer Anleihen gaben deutlich nach. Es könne aber sein, dass einige Akteure die Entschlossenheit der EZB testen wollten, so dass sich der Trend wieder umkehren könnte, sagte Burkert. "Aber letztlich sitzt die Zentralbank am längeren Hebel, weil sie über unbegrenzte Munition verfügt."

ROHSTOFFPREISE ZIEHEN WIEDER AN


Am Rohstoffmarkt hob die endgültige Verabschiedung der billionenschweren Corona-Staatshilfen in den USA die Stimmung. "Nicht alle hatten damit gerechnet, dass das Paket das ursprünglich angepeilte Volumen haben wird", sagte ein Börsianer. Der Preis für Kupfer stieg um 2,3 Prozent auf 9065 Dollar je Tonne. Das Industriemetall profitierte zudem von einem drohenden Streik in einer wichtigen chilenischen Kupfermine.

Der Ölsorte Brent aus der Nordsee verhalfen Konjunkturoptimisten zu einem Kursplus von 1,4 Prozent auf 68,87 Dollar je Barrel (159 Liter). Bestärkt würden sie vom überraschend deutlichen Rückgang der US-Benzinbestände, sagte Stephen Innes vom Brokerhaus Axicorp.

LANXESS UND HUGO BOSS UNTER DRUCK


Angesichts der sinkenden Anleiherenditen flogen vor allem Finanzwerte aus den Depots. Der europäische Sektorindex fiel um 1,6 Prozent.

Abwärts ging es zudem für Aktien von Lanxess, die sich um 3,5 Prozent verbilligten. Die Ziele des Spezialchemiekonzerns für das laufende Vierteljahr seien angesichts der starken Nachfrage zurückhaltend, kommentierte Analyst Markus Mayer von der Baader Helvea Bank. Lanxess hatten in den vergangenen Tagen rund zehn Prozent zugelegt. Der MDax kam im gleichen Zeitraum gerade einmal auf ein Plus von einem Prozent.

Unter Druck kamen auch die Papiere von Hugo Boss, nachdem der Modekonzern für 2020 einen Verlust auswies. Das operative Minus sei mit 236 Millionen Euro aber geringer ausgefallen als von ihr befürchtet, wandte Analystin Kathryn Parker von der Investmentbank Jefferies ein. Hugo Boss-Aktien fielen um 2,7 Prozent.

Darüber hinaus ließen Autowerte Federn. BMW fielen um 2,5 Prozent, nachdem der wochenlange Stillstand im Frühjahr dem Autobauer die Bilanz 2020 verhagelt hatte. Ein Händler sagte, die Margen im Autogeschäft hätten unter den Erwartungen gelegen.

rtr