Nach teils turbulenten Monaten an den Märkten hellt sich für deutsche Autobauer die Lage wieder auf. Die Aktien von VW, Mercedes und BMW weisen am Donnerstag unisono positive Vorzeichen aus.
Auslöser war neben überraschend positiven Nachrichten aus Wolfsburg auch eine Entspannung in der geopolitischen Großwetterlage: US-Präsident Donald Trump drehte zuletzt im Streit um mögliche neue Zölle gegenüber Europa und den kontrovers diskutierten Plänen rund um Grönland spürbar den Ton zurück, was die Nervosität an den Börsen signifikant senkte und zyklische Werte stärkte.
Elektrofahrzeuge boomen bei VW
VW hatte am Dienstag mit robusten Absatzdaten für 2025 und stärkerer Nachfrage vor allem im Bereich der batterieelektrischen Fahrzeuge beeindruckt. Der Konzern lieferte im Jahr 2025 fast neun Millionen Fahrzeuge aus und steigerte insbesondere bei E-Autos die Stückzahlen auf Jahressicht um 32 Prozent auf 744.600 Fahrzeuge, mit besonders starken Zuwächsen in Europa (+66 Prozent) und in den USA (+46 Prozent). Diese Zahlen wurden von Anlegern erst heute positiv aufgenommen und trieben die VW-Aktie am Donnerstag steil bergauf. Doch auch BMW und Mercedes-Benz konnten Kursgewinne verbuchen, nachdem der Abwärtstrend im Sektor im Zuge der geopolitischen Entspannung gebremst wurde.
Die jüngste Schwächephase bei europäischen Auto-Aktien war zuvor unter anderem auf die Angst vor hohen US-Importzöllen zurückzuführen, die angesichts der Trump-Initiativen am Aktienmarkt für starke Verluste bei Herstellern wie BMW, Mercedes-Benz und VW gesorgt hatten. Die jüngsten politischen Signale haben diese Belastung jedoch gedämpft und zyklische Sektoren wieder attraktiver erscheinen lassen. Grundsätzlich ist aber nicht auszuschließen, dass Trump in Zukunft erneut den „Zollhammer“ schwingen wird.
Welcher Autowert ins Depot gehört
Die Frage, welcher der drei DAX-Autowerte BMW, Mercedes und VW über die besten Kursperspektiven verfügt, hängt letztlich auch von der Risikoneigung des Anlegers ab. VW könnte mittelfristig das höchste Aufholpotenzial bieten, da der Aktienkurs nach den operativen Rücksetzern vergleichsweise stärker zurückgefallen ist und einige Analysten aufgrund stabiler Nachfrage und Transformation in Richtung Elektromobilität weiteres Aufwärtspotenzial sehen. Mercedes-Benz musste seit 2023 einen besonders heftigen Einbruch der Gewinne und Dividende für 2025 hinnehmen.
Unter den drei Autotiteln navigierte BMW bislang am besten durch die Krise. Bei moderatem KGV (2026: 8,1) und einer aktuellen Dividendenrendite von über vier Prozent hat die Aktie unter Value-Aspekten einiges zu bieten. Für BMW spricht zudem, dass der Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr geringer ausgefallen ist als bei den Konkurrenten aus Stuttgart und Wolfsburg. Auch die in den kommenden Monaten zu erwartende Dividendenzahlung wird aller Voraussicht nach weniger stark gekürzt als bei den Wettbewerbern. Wer diese relative Stärke der Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben möchte, dem bietet sich ein Investment in das bayrische Vorzeigeunternehmen an, wenngleich immer wieder „Störfeuer“ aus unterschiedlichsten Richtungen die Erholung ausbremsen könnten.
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