Diese deutsche Aktie stürzt am Mittwoch um 20 Prozent nach unten. Ursache: Dem Wert droht durch die Folgen eines immer massiver werdenden Bilanz-Skandals der Indexausschluss.
Seit Längerem dauert das Drama rund um Gerresheimer bereits an. Nun geht der Bilanz-Skandal bei dem SDAX-Konzern in den nächsten Akt über und die Papiere verlieren am Mittwoch satte 20 Prozent.
Deutsche Aktie kracht 20 Prozent nach unten
Der mit Bilanzierungsfehlern ringende Verpackungsspezialist muss wegen der Verschiebung der Vorlage des Geschäftsberichts 2025 voraussichtlich den Nebenwerteindex SDax verlassen. Laut Abstimmung mit dem Abschlussprüfer dürften der testierte Jahres- und der Konzernabschluss erst nach dem 31. März veröffentlicht werden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Bereits vor einigen Wochen hatte Gerresheimer dem eigentlich für Ende Februar geplanten Veröffentlichungsdatum eine Absage erteilt.
Die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 verzögere sich, da die derzeit laufenden Untersuchungen einer zweiten externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Blick auf Geschäftsvorgänge im Geschäftsjahr 2024 und 2025 und die Aufbereitung für die Abschlussprüfung erforderlichen Unterlagen länger als erwartet dauerten, hieß es weiter. Angestrebt werde nun eine Veröffentlichung im Juni. Mit dieser Verzögerung würde Gerresheimer gegen die Index-Regeln der Deutschen Börse verstoßen und müsste daher den Nebenwerte-Index SDax verlassen.
Zum Hintergrund: Gerresheimer hatte im Februar mitgeteilt, aufgrund interner Hinweise in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weitere Untersuchungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt zu haben.
Nach bisherigen Erkenntnissen hätten einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien und Bilanzierungsvorschriften verstoßen, hatte es in diesem Zusammenhang geheißen. Die daraus resultierenden Korrekturen im Konzernabschluss betreffen demnach im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten.
Ganz klar: Finger weg!
Nach diesen Nachrichten und dem erneuten Abverkauf haben Anleger nun auf Sicht eines Jahres satte 80 Prozent des Wertes ihres Investments verloren. Von Nachkäufen ist dabei ganz klar abzuraten. Niemand kann abschätzen, wie weit sich der Skandal bei dem SDAX-Konzern noch ausweitet.
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Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum fällt die Aktie von Gerresheimer so stark?
Gerresheimer ist seit einiger Zeit in einen Bilanzskandal verwickelt. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien und Bilanzierungsvorschriften verstoßen, heißt es.
Was sagt BÖRSE ONLINE zu Gerresheimer?
Angesichts der aktuellen Situation bei Gerresheimer rät BÖRSE ONLINE nicht bei den Papieren zum Kauf.
Was ist das Kursziel für Gerresheimer?
Das mittlere Kursziel für Gerresheimer liegt laut Analystenkonsens bei 26,10 Euro.