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Deutsche Bank: Darum schmiert die Aktie ab

Deutsche Bank: Darum schmiert die Aktie ab

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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09.08.2022 - 21:55
24.06.2022 12:10:57

Größtes deutsches Geldhaus verliert mehr als zehn Prozent. Auch Commerzbank unter Druck. Rätselhafte Blackrock-Wette auf die Commerzbank. Von Wolfgang Ehrensberger

Die Deutsche-Bank-Aktie hat am Donnerstag über elf Prozent eingebüßt und stand auch am Freitag zunächst unter Druck. Hintergrund des Einbruchs sind zunehmende Sorgen vor einer Rezession, die massive Kreditausfälle und damit hohe Wertberichtigungen zur Folge haben könnte.

Deshalb verlor auch die Commerzbank-Aktie deutlich. Das zweitgrößte börsennotierte deutsche Geldhaus ist mit seiner Mittelstandsbank der größte private Unternehmenskreditgeber des Landes und könnte deshalb besonders von einer Rezession betroffen sein. Die Kursverluste beider Geldhäuser summieren sich seit Wochenmitte auf jeweils über minus zehn Prozent. Auch die Kurse anderer europäischer Geldhäuser wie BNP Paribas (Paris), Unicredit (Mailand) oder Santander (Madrid) gerieten im Zuge der Konjunktursorgen ins Minus, aber längst nicht so stark wie die beiden deutschen Institute.

An dem Negativtrend konnte auch das gute Abschneiden der US-Tochter der Deutschen Bank beim Bankenstresstest der US-Notenbank Fed wenig ändern. Die US-Tochter war in den vergangenen Jahren mehrfach durchgefallen, erzielte aber diesmal mit 22,8 Prozent die höchste Kapitalquote aller teilnehmenden Geldhäuser. Im Schnitt kamen die 34 teilnehmenden Banken auf eine Kapitalquote von 9,7 Prozent, mindestens erforderlich waren 4,5 Prozent. Im Prüfszenario wurde eine Rezession simuliert mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent und einer Arbeitslosenquote von zehn Prozent.

Fusionsspekulationen: Was hat Blackrock mit der Commerzbank vor?


In den vergangenen Tagen hatten Fusionsspekulationen die Aktienkurse europäischer Geldhäuser teilweise zweistellig angetrieben. Im Fokus stand dabei vor allem die halbstaatliche niederländische Bank ABN Amro, auf die Frankreichs größtes Geldhaus BNP Paribas ein Auge geworfen haben soll. Der niederländische Staat will sich von seiner im Zuge der Finanzkrise eingegangenen 49,9-Prozent-Beteiligung an ABN Amro über kurz oder lang trennen. Das trifft im Übrigen auch auf die Commerzbank zu, an der der Bund noch mit 16 Prozent beteiligt ist.

Bei der Commerzbank gab es zuletzt bemerkenswerte Veränderungen im Aktionärskreis. Zwar haben sich die beiden Finanzinvestoren Cerberus und Capital Group kürzlich aus dem Kreis der Anteilseigner verabschiedet. Beinahe unbemerkt hat dafür der US-Finanzinvestor Blackrock seine Beteiligung auf über acht Prozent aufgestockt. "Das ist keine Finanzbeteiligung mehr, da stecken strategische Interessen dahinter", hieß es in Branchenkreisen.

Unterdessen hat Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing auf einer Tagung am Mittwoch für einen Konsolidierung des europäischen Bankensektors geworben. "Die Zahl europäischer Banken muss geringer werden", forderte Sewing. Zuvor müssten die Häuser aber ihre Hausaufgaben erledigt haben. Eine europäische Banken- und Kapitalmarktunion sei hingegen keine Voraussetzung für Fusionen, auch wenn sie diese erleichtern könne.

Hinweis auf Interessenkonflikte: Der Mehrheitsinhaber der alleinigen Gesellschafterin der Finanzen Verlag GmbH, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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