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Deutz-Aktie: Geschäftseinbruch im ersten Halbjahr - Prognose bleibt offen

Deutz-Aktie: Geschäftseinbruch im ersten Halbjahr - Prognose bleibt offen

WKN: 630500 ISIN: DE0006305006 DEUTZ AG

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26.10.2020 - 08:00
12.08.2020 04:00:00

Durch die Corona-Pandemie ist der Kölner Motorenbauer Deutz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres tief in die roten Zahlen gerutscht. Was das für die Aktie bedeutet. Von Dirk Peter

Bei Deutz haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie von Januar bis Juni so deutliche Spuren hinterlassen. Deutz verbuchte in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von 620 Millionen Euro, ein Minus von 33,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Beim operativen Gewinn fiel ein Minus von rund 50 Millionen Euro an. Netto verzeichnete der Konzern einen Verlust in Höhe von 52,3 Millionen Euro. Auch beim Auftragseingang sieht es alles andere als rosig aus. Hier lagen die Bestellungen mit 623,6 Millionen Euro knapp 35 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Und so dürfte es erst einmal weiter gehen. Das dritte Quartal dürfte "noch erheblich" von den Auswirkungen der Coronakrise beeinflusst sein, so der Konzernchef Frank Hiller. Deshalb will der Vorstand des deutschen Motorenbauers keine Prognose für das Gesamtjahr abgeben. Die Geschäftsentwicklung sei zu unsicher.

Wettbewerbsvorteil verpufft


Deutz-Motoren werden vor allem in Land- und Baumaschinen eingebaut. Die Kölner hatten vor der Corona-Krise eine große Nachfrage nach ihren Produkten verzeichnet - allen voran aus China kamen viele Bestellungen. Der Grund: Deutz-Dieselmotoren erfüllen die neuen Emissionsstandards im Reich der Mitte. Ein großer Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. Um Bedarf in Fernost zu decken, wurde eigens mit Sany, dem größten Baumaschinenhersteller in China, ein Joint Venture gegründet.

Das Gemeinschaftsunternehmen hatte große Pläne: So sollten bis 2022 rund 75 000 Motoren verkauft werden. Doch dieses Ziel ist nun mehr Makulatur - die Corona-Pandemie hat den Kölner einen Strich durch die Rechnung gemacht. Neben der schwachen Auftragslage könnte jedoch das laufende Umstrukturierungsprogramm ein Lichtblick sein. Deutz-Chef Frank Hiller hatte jüngst Maßnahmen bekanntgegeben, durch die der Konzern ab Ende 2022 jährlich insgesamt rund 100 Millionen Euro einsparen wolle. Dazu zählt unter anderem der Abbau von 1000 Stellen.

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Aktuell notiert die Deutz-Aktie auf 4,56 Euro, ein Minus von 2,27 Prozent zum Vortagesschluss. Von seinem Jahrestief von 2,86 Euro Mitte März zeigt sich der Titel zwar erholt, jedoch bleibt ein Risiko: Wie schnell der Auftragsmotor bei Deutz wieder anspringt und die Bestellungen ein stabiles Niveau erreichen, ist derzeit schwer zu prognostizieren. Für spekulative Anleger könnte das derzeitige Kursniveau aber eine günstige Einstiegsgelegenheit sein. Daher:

Kaufen mit Kursziel 7,00 Euro
Stopp bei 2,86 Euro.

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