DAX-CHECK

Die Scheinriesen: Welche DAX-Konzerne die größten Risiken in den Büchern haben

Die Scheinriesen: Welche DAX-Konzerne die größten Risiken in den Büchern haben

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19.06.2019 - 12:11
12.06.2019 05:10:00

Die DAX-Konzerne sind nicht so erfolgreich, wie viele glauben. Kühlt die Wirtschaft ab, drohen Abschreibungen in Milliardenhöhe wie der €uro-Bilanzcheck zeigt. Von Sabine Gusbeth, €uro Magazin

Nach fast zehn Jahren ununterbrochenem Wachstum verdunkeln sich die Aussichten für die deutsche Wirtschaft. "Der langjährige Aufschwung ist offenbar zu einem Ende gekommen", heißt es in der Gemeinschaftsprognose der fünf führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, die Anfang April veröffentlicht wurde. Die Abkühlung haben auch die DAX-Konzerne bereits zu spüren bekommen. Bei der Hälfte der 30 Unternehmen aus dem deutschen Leitindex sanken oder stagnierten die Gewinne 2018 im Vergleich zum Vorjahr.

Experten rechnen hierzulande mit mehr Sanierungsfällen, wie eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt. €uro hat deshalb ­exklusiv die Bilanzen der DAX-Konzerne von 2018 auf ihre Krisenfestigkeit hin analysiert und die größten Risiken identifiziert.

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"Wenn die Konjunktur sich eintrübt, steigt das Insolvenzrisiko durch Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung", warnt Thorsten Sellhorn, Professor am Institut für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung der Universität München. Er rät Investoren, "Kennzahlen wie den Ver­schuldungsgrad sowie ab­schreibungs­gefährdete Vermögenswerte wie den Goodwill besonders genau ­unter die Lupe zu nehmen". Denn Wertminderungen gehen zulasten des Eigenkapitals und treiben dadurch die Verschuldung in die Höhe. Die Schulden­quote lässt sich leicht ermitteln. Sie beschreibt, wie hoch die Schulden im Verhältnis zur Bilanzsumme des Unternehmens ist. Je höher die Verschuldung, desto geringer der Handlungsspielraum für Unternehmen im ­Fall einer Krise.

Schuldenanstieg. Trotz der verschlechterten Wachstumsaussichten haben zwei Drittel der DAX-Unternehmen ihre Schulden im vergangenen Jahr weiter erhöht. Aufgrund der neuen Bilanzregel IFRS 16, die 2019 in Kraft tritt, steigt die Verschuldung bei einigen Firmen im laufenden Jahr teils deutlich.

Sogenannte Leasingverbindlichkeiten, die bisher nur im Anhang aufgeführt waren, müssen künftig größtenteils als Schulden verbucht werden. Die Deutsche Post, eines der Unternehmen, die am stärksten von der neuen Vorschrift betroffen sind, hat IFRS 16 bereits im ­vergangenen Geschäftsjahr vorzeitig angewendet. Ihre Schuldenquote hat sich ­dadurch von 66,6 auf 72,5 Prozent verschlechtert. Ähnlich große Auswirkungen hat die Bilanzregel auch auf Adidas, Deutsche Telekom, Fresenius und Fresenius Medical Care. Sichtbar wird dies bereits im Quartalsbericht für die Monate Januar bis März 2019. Bei Adidas steigt die Verschuldung demnach auf 64 Prozent, bei der Telekom auf 74 Prozent, bei Fresenius auf 60 Prozent und bei Fresenius Medical Care auf 59 Prozent.

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