Ex-Audi-Chef Stadler kommt gegen Kaution auf freien Fuß
· Börse Online Redaktion
Stadler war im Juni als bislang einziger Manager aus der obersten Führungsriege des Volkswagen-Konzerns verhaftet worden. Hintergrund war nach Angaben von Insidern, dass die Staatsanwaltschaft beim Abhören eines Telefonats Anhaltspunkte dafür gewonnen hatte, dass Stadler Zeugen beeinflussen könnte. Bereits seit Mai hegen die Ermittler nach eigenen Angaben den Verdacht, dass Stadler sich mit dem Verkauf manipulierter Audi-Fahrzeuge des Betrugs und der mittelbaren Falschbeurkundung schuldig gemacht habe.
Stadler hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Im Untersuchungsgefängnis in Augsburg hatte er sich in Vernehmungen mit den Staatsanwälten ausführlich geäußert, wie Reuters von Insidern erfahren hatte. Eine formelle Beschwerde Stadlers gegen die Untersuchungshaft scheiterte zunächst vor dem Landgericht München, verschaffte ihm nun aber vor dem Oberlandesgericht zumindest wieder die Freiheit.
In dem Ermittlungsverfahren waren bereits zwei frühere Audi-Ingenieure unter Auflagen aus der Untersuchungshaft frei gekommen. Neben Stadler und diesen beiden Beschuldigten stehen eine ganze Reihe weiterer Audi-Mitarbeiter im Visier der Strafverfolger. Wann die umfangreichen Ermittlungen beendet sind und die von vielen Beteiligten erwartete Anklage vor Gericht erhoben wird, ist noch offen.
Im Oktober entschied der Aufsichtsrat des Mutterkonzerns Volkswagen, dass der langjährige Konzernmanager Stadler den Vorstands der Volkswagen AG und den Chefposten bei Audi umgehend räumen muss. Zur Begründung hieß es, dass der damals bereits beurlaubte Manager wegen seiner Untersuchungshaft nicht in der Lage sei, seine Aufgaben zu erfüllen. Volle finanzielle Ansprüche soll Stadler nach Angaben von Insidern nur dann haben, wenn am Ende des erwarteten Gerichtsprozesses ein Freispruch steht.
rtr
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