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TURNAROUND-AKTIEN

Fallen Angel Report - Diese Aktien haben jetzt viel Aufholpotenzial

Fallen Angel Report - Diese Aktien haben jetzt viel Aufholpotenzial
04.07.2022 10:25:50

Durch die aktuellen Verwerfungen an den Märkten laden viele Aktien mit vermeintlich günstigen Kursen zum Investieren ein. Gerade viele Shooting-Stars sind massiv unter die Räder gekommen. Doch welche Aktien sind das eigentlich und warum sind sie auf einmal so billig? Von Johann Werther

Achtung Turnaround-Falle


Bei allen Werten, die 50, 70 oder sogar 90 Prozent vom All-Time-High verloren haben, juckt es Anlegern oft in den Fingern. Ganz instinktiv geht man davon aus, dass die alten Bewertungen in naher Zukunft wieder erreicht werden und rechnet sich seine Rendite hoch. Doch Vorsicht! Viele Aktien haben nie wieder ihr eigenes Hoch gesehen und gerade bei den Shooting-Stars der letzten Jahre handelt es sich zumeist um unprofitable Tech-Unternehmen, deren Zukunft noch in den Sternen steht.

Ein klassisches Beispiel sind die Unternehmen des neuen Marktes, deren Bewertungen, weit ab von gut und böse, nie wieder erreicht wurden. Auch prominente deutsche Aktien wie Bayer und die Telekom zählen zu den ewigen Turnaround-Fallen. Also sollte beim Blick auf die folgenden Werte lieber Vorsicht als Fomo regieren.

Die Coinbase-Aktie

Der Schaufelhersteller für den Krypto-Aufschwung ist inzwischen zur Depotleiche vieler Anleger verkommen. Wer auf dem Hoch im November bei 305 US-Dollar bei Coinbase einstieg, der hat inzwischen mehr als 80 Prozent seines Investments verloren. Grund dafür ist neben dem neuen Krypto-Winter auch die Konkurrenzsituation der Plattform. Während man Coinbase früher als Flaggschiff des weltweiten Marktes wahrnahm, drängten immer mehr Broker und andere Anbieter wegen der hohen Margen in den Markt. Die Konkurrenz wächst also deutlich und selbst hat man die teuersten Trading-Gebühren für Krypto-Assets, was eine sehr toxische Mischung für Unternehmen und Anleger ergibt.

Die Hoffnung: Erholung des Kryptomarktes

Die Beyond Meat Aktie


Der große gesellschaftliche Trend Veganismus ließ sich einst vermeintlich mit dem amerikanischen Food-Unternehmen Beyond Meat spielen. Doch schon seit dem IPO unterlag das Papier hohen Schwankungen und bereits in 2021 standen teilweise 40 Prozent Verlust für Aktionäre zu Buche. Jedoch berappelte sich die Aktie wieder auf ein neues All-Time-High, von welchem es dann noch weiter bergab ging. Inzwischen liegt man bei 85 Prozent Verlust vom Hoch. Grund dafür ist die steigende Konkurrenzsituation und die stark eingeschränkte Flexibilität von Beyond Meat bei den Preisen. Auch ehemalige Bewertungen mit dreistelligem KGV scheinen in der aktuellen Rezession nicht mehr passend.

Hoffnung: Erholung des wirtschaftlichen Umfeldes

Die Affirm Aktie


Noch vor kurzem galt "Buy-Now Pay-Later" als der große Zukunftstrend im B2C Markt. Von bis zu 80 Prozent höheren Warenkörben durch Rechnungs- und Ratenkäufe war die Rede. Allerdings zeigt sich nun, ob bei Affirm oder bei dem europäischen Anbieter Klarna, dass es wohl doch zu schön war, um wahr zu sein. Während die Bewertung des schwedischen Unternehmens Klarna von 46 Milliarden auf 6,5 sank, verlor die Aktie des amerikanischen Anbieters Affirm ca. 88 Prozent vom All-Time-High. Großes Problem für beide Unternehmen sind die abnehmende Konsumlaune, die Unprofitabilität des Geschäftsmodells und die Angst vor der Regulierung durch den Staat, wegen ihrer Zinsen zwischen 12 und 30 Prozent.

Die Hoffnung: Erholung der Konsumlaune

Die Jumia Aktie


Das "Amazon Afrikas", welches als ehemalige Tochter von Rocket Internet an den Markt ging, hat gewaltige Probleme. Nicht nur hat der Aktienkurs um jetzt beinahe 90 Prozent vom Hoch eingebüßt, sondern das Unternehmen, welches seit 2021 nicht mehr profitabel arbeitet, hat bald kein Geld mehr. Aufgrund ihrer aktuellen Burn-Rate geben die Mehrheit der Analysten dem an der NYSE gelisteten Unternehmen Jumia zwischen 18 und 24 Monaten Lebenszeit, um entweder wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen oder Insolvenz anzumelden. Auch, dass Amazon bekannt gab, in einem von Jumias Hauptmärkten, nämlich Nigeria, expandieren zu wollen, hilft dem Unternehmen nicht. Allerdings werden seit dieser Meldung immer wieder Übernahme-Gerüchte laut, den Jumia ist günstiger als die eigene verbliebene Cash-Reserve bewertet.

Die Hoffnung: Schnelle Profitabilität

Die Delivery Hero Aktie


Der Aufstieg des Essenslieferdienstes Delivery Hero glich einer Märchen-Story. Von der Gründung bis zum DAX-Konzern dauerte es weniger als eine Dekade oder anders ausgedrückt: "Von Zero to Hero". Inzwischen musste man den deutschen Leitindex aber wieder verlassen und für Anleger steht ein Verlust von 72 Prozent vom Hoch. Der Grund dafür ist die Profitabilität. Delivery Hero agiert in einem Markt mit hoher Konkurrenzsituation und kauft stetig Umsatz mit Marketingmaßnahmen ein, was auf kurzfristige Sicht Geld verbrennen heißt. Bezeichnend ist ebenfalls, dass sich Aktienkurs von jetzt und 2019 gleichen, der Umsatz des Unternehmens aber um ein vielfaches gewachsen ist. Auch sinkt die Größe der Warenkörbe durch die Rezession, während Lohnkosten durch Inflation getrieben steigen.

Die Hoffnung: Erholung des wirtschaftlichen Umfeldes

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