Die Kurse am deutschen Aktienmarkt hatten sich zuletzt eine mehrwöchige Auszeit genommen, in der die Notierungen nicht mehr weiter vorankamen sondern etwas korrigierten. Speziell bei den Nebenwerten war das eine wohlverdiente Auszeit, denn zuvor befanden sich die Aktien-Indizes mit den Titeln aus der zweiten und dritten Reihe auf einer beeindruckenden Rekordjagd.

Seit Ende Juni gehen es nun aber schon wieder aufwärts mit den Notierungen und MDAX und SDAX nähern sich wieder ihren Bestmarken. Dazu passt, dass etwa beim MDAX die Gewinnerwartungen im vergangenen Quartal um 3,2 Prozent gestiegen sind, wobei für 30 der 50 MDAX-Unternehmen die Gewinnerwartungen erhöht wurden, wie die Commerzbank herausstreicht.

Ob sich die Ergebnishoffnungen erfüllen werden, wird die in dieser Woche anlaufende Berichtssaison über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal zeigen müssen. Mit davon hängt es dann auch ab, ob die Leitindizes am deutschen Aktienmarkt schon kurzfristig auf neue Hochs marschieren können oder die Verschnaufpause noch anhalten wird.

Losgelöst davon traut das auf kleinere und mittlere Unternehmen fokussierte Analyse-Haus Warburg Research ausgewählten Nebenwerten einiges an Kurpotenzial zu. Unter den rund 200 zum Analysepool gehörenden Aktien befinden sich beispielsweise fünf deutsche Titel, für die eben erst die jeweiligen Kaufempfehlungen bestätigt wurden. Diese Werte weisen ein Kurspotenzial von 20 bis 37 Prozent auf und auf den nachfolgenden Seiten erfahren Sie mehr darüber, warum Warburg Research diesen Titeln etwas zutraut.

Auf Seite zwei: Sixt





Sixt-Aktie



Zu den Favoriten von Warburg Research zählt Sixt. Dieser Wert trägt eine Kaufempfehlung, die mit einem Kursziel von 65,00 Euro versehen ist. Geht die Rechnung auf, verspricht das einen Anstieg von 20,5 Prozent.

Die erst in der Vorwoche bekräftigten positiven Einschätzung hebt der zuständige Analyst Marc-Rene Tonn die anhaltende Expansion außerhalb Deutschlands lobend hervor. Gefallen findet er daran, dass die Gesellschaft anders als die Konkurrenz laut dem Sixt-Finanzvorstand an der hausintern verfolgten Premium-Strategie festhalten will und statt auf Zukäufe bevorzugt auf ein Wachstum aus eigener Kraft setzt.

Im ersten Quartal 2017 hatte der Autovermieter seinen profitablen Wachstumskurs fortgesetzt. Mit den Konzernerlösen ging es in den ersten drei Monaten um 5,9 Prozent auf 569,3 Millionen Euro nach oben und das Ergebnis vor Steuern als zentrale Ertragsgröße stieg um 18,3 Prozent auf 36,8 Millionen Euro. Zudem bestätigte die Gesellschaft die Erwartungen für das Gesamtjahr 2017. Demnach soll auf Konzernebene der operative Umsatz leicht steigen, während beim Vorsteuerergebnis ein stabiler bis leicht steigender Wert geplant ist.

Laut Tonn belastet die Expansion derzeit zwar noch die Ergebnisse, mittelfristig sollen sich die unternommenen Anstrengungen aber positiv auf die Gewinne auswirken. Konkret rechnet er für 2017 mit einem Gewinnanstieg von 3,00 Euro auf 3,15 Euro. 2018 und 2019 sollen dann 3,56 Euro und 3,91 Euro herausspringen. Daraus ergibst sich für das übernächste Jahr ein geschätztes KGV von knapp 14.

In Sachen Dividende kalkuliert er für das Geschäftsjahr 2017 mit einer von 1,65 Euro auf 1,75 Euro erhöhten Ausschüttung je Aktie. Für 2018 und 2019 sollen dann laut seinen Kalkulationen sogar 1,95 Euro und 2,05 Euro fließen. Gemessen an der Vorhersage für 2017 ergibt sich eine Dividendenrendite von 3,24 Prozent.

Charttechnik





Für die im SDAX enthaltenen Sixt-Aktien ist es von März 2009 bis Oktober 2016 mit einem Anstieg von 4,06 Euro auf 55,25 Euro sehr gut gelaufen. Seitdem konnte der Titel die Bestmarken allerdings nicht mehr weiter ausbauen und es hat sich ein noch intakter mittelfristiger Seitwärtstrend breit gemacht. Die Notiz kratzt aber bereits an den alten Rekorden und ein Sprung darüber wäre gleichbedeutend mit einem prozyklischen charttechnischen Kaufsignal.

Profil



Die Sixt SE mit Sitz in Pullach bei München ist ein international führender Anbieter hochwertiger Mobilitätsdienstleistungen für Geschäfts- und Firmenkunden sowie Privatreisende. Sixt ist in mehr als 100 Ländern weltweit vertreten und weitet seine Präsenz kontinuierlich aus. Zu den eigenen Stärken zählt das Unternehmen den hohen Anteil an Premiummarken in der Fahrzeugflotte, die konsequente Dienstleistungsorientierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, weil diese den Abgaben zufolge dem 1912 gegründeten Unternehmen zu einer ausgezeichneten Marktpositionierung verhelfen. Das Unternehmen unterhält Kooperationen mit renommierten Adressen der Hotelbranche, bekannten Fluggesellschaften und zahlreichen namhaften Dienstleistern aus dem Touristiksektor. Der Sixt-Konzern erwirtschaftet 2016 Umsatzerlöse von 2,4 Milliarden Euro.

Auf Seite drei: Hapag-Lloyd





Hapag-Lloyd-Aktie



Einer der Warburg-Mitfavoriten heißt Hapag-Lloyd. Hier hat das Analyse-Haus vergangenen Freitag im Zuge einer bekräftigten Kaufempfehlung das Kursziel von 34,00 Euro auf 40,00 Euro erhöht. Damit errechnet sich theoretisch ein Aufwärtspotenzial von rund 22 Prozent.

Der Aktienkurs der im SDAX enthaltenen Reederei hat in den vergangenen Handelstagen merklich zugelegt. Das hat mit zwei am Markt sehr positiv aufgenommenen Meldungen zu tun. Die eine davon war die Nachricht, dass der bisherige Großaktionär TUI seine noch verbliebenen rund 8,5 Millionen Aktien verkauft hat. Damit ist TUI komplett bei Hapag-Lloyd ausgestiegen. Außerdem fand die Meldung positive Resonanz, dass die chinesische Reederei Cosco den Wettbewerber Orient Overseas für 6,3 Milliarden Dollar übernimmt.

Letzteres belegt die anhaltenden Konzentrationstendenzen in der Branche, mit denen die Hoffnungen auf steigende Frachtraten einhergehen. Darauf setzt auch der zuständige Warburg-Analyst Christian Cohrs. Zudem begrüßt er, dass mit dem TUI-Ausstieg alle Befürchtungen um einen Aktienüberhang beseitigt wurden, welche die Investoren zuvor abgeschreckt hätten. Bei Nachrichten sollen aus seiner Sicht zu einer eine Neubewertung der Hapag-Lloyd-Aktie beitragen.

Auf Ergebnisebene sagt Cohrs für 2017 mit plus 0,01 Euro je Aktie einen kleinen Gewinn voraus, nachdem für 2016 hier noch ein Minus von 0,82 Euro zu Buche stand. Für 2018 und 2019 kalkuliert er dann sogar mit Ergebnissen von 1,94 Euro und von 3,56 Euro. Auf letztgenannter Basis ergibt sich damit ein geschätztes KGV von 9,2. Das klingt vertretbar, auch eine Dividende werden die Aktionäre laut Cohrs aber bis auf weiteres noch verzichten müssen.

Charttechnik





Nach dem im November 2015 erfolgten Börsengang tat sich die Aktie von Hapag-Lloyd zunächst schwer damit, den Ausgabepreis von 20,00 Euro zu übertreffen. Doch ab vergangenen Dezember kam dann Zug in die Notierungen und nach einer zwischenzeitlich genommenen Auszeit bekam der Aufschwung zuletzt so etwas wie die zweite Luft. Frisch markierte Rekorde verhelfen dem Titel zu einem positiv einzustufenden Chartbild.

Profil



Hapag-Lloyd ist eine weltweit führende Linienreederei. Man verfügt über 230 Containerschiffe, ein Transportvolumen von 7,6 Millionen TEU (Standardcontainer) im Jahr, rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehr als 360 Standorten in 121 Ländern. Hapag-Lloyds Flotte hat eine Gesamtkapazität von 1,6 Millionen TEU sowie einen Containerbestand von mehr als 2,3 Million TEU inklusive einer der weltweit größten und modernsten Kühlcontainerflotten. Ein globales Netzwerk aus 130 Liniendiensten sorgt für Verbindungen zwischen allen Kontinenten. Die Eigentümer von Hapag-Lloyd sind CSAV (22,6 Prozent), Kühne Maritime (17,6 Prozent) die Stadt Hamburg (14,9 Prozent), Qatar Investment Authority (14,4 Prozent) und Public Investment Fund of Saudi Arabia (10,1 Prozent). Der Streubesitz liegt bei 20,4 Prozent (Prozentangaben gerundet, der Streubesitz schließt institutionelle Anleger mit einem Anteil von weniger als fünf Prozent ein).

Auf Seite vier: Singulus Technologies





Singulus Technologies-Aktie



Beim dritten Mitfavoriten Singulus ist es, dass Warburg Research das Kursziel im Juni von 8,50 Euro auf 12,00 Euro angehoben hat. Das bedeutet, diese Aktie verfügt theoretisch über ein Kurspotenzial von fast 37 Prozent.

Als im Vormonat die Vorgabe für das Kursziel erhöht wurde, geschah das in Reaktion auf eine erhaltene Anzahlung von CNBM (China National Building Material Group Corporation). Denn das unterstützt wie es damals hieß die Unternehmensprognose für das Geschäftsjahr 2017, zumal dafür auch der Spatenstich für die dritte Produktionsstätte für CIGS-Solarmodule vom chinesischen Staatskonzern CNBM spreche.

Zur Erinnerung wurde auch darauf verwiesen, dass die Verzögerung bei der Anzahlung für die zweite Produktionsstätte eine leicht negative Wirkung nach sich gezogen und zu einer Senkung der Prognosen für 2017 geführt habe. Der offizielle Beginn des dritten CNBM-Projekts schaffe nun jedoch mehr Klarheit hinsichtlich des erwarteten Umsatzanstiegs im Geschäftsjahr 2018.

Nachdem es kurze Zeit vorher noch galt, die Halbierung eines Liefervertrages mit chinesischem Kunden zu verkraften, war die Meldung aus der Vorwoche auf der Plusseite zu verbuchen, dass man von einem deutschen Kunden einen Auftrag zur Lieferung von mehreren Vakuum-Beschichtungsanlagen (Vakuum-Kathodenzerstäubung) erhalten hat. Die Anlagen sind ein wichtiger Bestandteil für den spezifischen Fertigungsprozess des Kunden für die Produktion von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen und das Auftragsvolumen wurde auf über zehn Millionen Euro beziffert.

Der zuständige Analyst Malte Schaumann setzt nun auf möglicherweise weitere positive Überraschungen an der Auftragsfront in den kommenden Wochen. Sehr hilfreich für das Sentiment wäre es laut Schaumann außerdem, w CNBM im dritten Quartal eine weitere Teilzahlung leisten würde.

Die Gewinnschätzung sieht für 2017 und 2018 Werte von 0,07 Euro und von 1,14 Euro je Aktie vor. Daraus ergibt sich für das kommende Jahr ein KGV von 7,7. Von einer baldigen Dividendenzahlung geht Schaumann bei dem noch immer mit Altlasten kämpfenden Unternehmen momentan nicht aus.

Charttechnik





Die Aktie von Singulus Technologies musste in den vergangenen Jahren dem zumeist schwachen Geschäftsverlauf Tribut zollen. Der Titel hat jedenfalls von 2000 bis 2016 fast seinen kompletten Wert verloren. Ausgehend von einem Ende September 2016 bei 3,51 Euro markierten Tief von 3,51 Euro hat sich die Notiz seitdem aber zumindest etwas erholt. Das kurzfristige Chartbild hat sich damit verbessert, wobei der ganz langfristige Abwärtstrend aber intakt doch.

Profil



Singulus Technologies konzentriert seine Tätigkeit auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Maschinen und Anlagen im Bereich der Beschichtungstechnik, der Oberflächenbehandlung und der Nasschemie. Dabei fokussiert sich die Gesellschaft derzeit im Wesentlichen auf die Absatzmärkte Solar, Halbleiter und Optical Disc sowie verwandte Einsatzgebiete der Beschichtungstechnik.

Im Segment Solar bietet Singulus Technologies Vakuum-Beschichtungsanlagen, Anlagen für thermische Prozesse sowie Anlagen für die nasschemische Behandlung von kristallinen sowie Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) und Cadmiumtellurid (CdTe) Dünnschicht-Solarzellen an. Im Segment Optical Disc offeriert Singulus Technologies Maschinen zur Herstellung der bekannten Optical Disc Formate (CD, DVD, Dual Layer Blu-ray Discs mit bis zu 50 GB Speicherkapazität sowie Ultra HD Blu-ray Discs mit bis zu 100 GB Speicherkapazität). Das Segment Halbleiter besteht aus modularen Ultra-Hochvakuum Anlagenplattformen mit den Markennamen TIMARIS und ROTARIS für die Beschichtung von Halbleitern mit komplexen Funktionsschichten.

Auf Seite fünf: Leoni





Leoni-Aktie



Beim der vierten Kaufempfehlung Leoni hält Warburg einen Kursanstieg bis auf 65,00 Euro für möglich. Das bedeutet, dass dieser MDAX-Titel gut 29 Prozent Luft nach oben hat, sollte die Kalkulation der Analysten aufgehen.

Der zuständige Analyst Marc-Rene Tonn hat am Ende der Vorwoche seine positive Einschätzung bekräftigt und der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der Autozulieferer auf dem besten Wege ist, die selbst gesteckten Jahresziele zu erreichen. Während einer Roadshow habe der Finanzchef jedenfalls die überdurchschnittlichen Wachstumsaussichten bestätigt. Die Auftragsbücher hätten sich im Laufe des Jahres immer mehr gefüllt, ließ er dabei ebenfalls durchblicken.

Schon bei früheren Unternehmenspräsentationen hatte man den Eindruck gewonnen, dass die Gesellschaft mit Blick auf künftige Entwicklungen in der Automobilindustrie über einen herausragenden Wachstumsausblick verfüge. Der Ausbau der Fahrassistenzsysteme hin zu autonomem Fahren und der Umstieg auf Elektroantriebe werde die Nachfrage nach Kabelsträngen antreiben, so das Urteil. Leoni ermögliche dies ein Wachstum oberhalb der weltweiten Automobilproduktion.

Mit Blick auf das Halbjahresergebnis rechnet Warburg mit einem Gewinn vor Steuern und Zinsen von 120,5 Millionen Euro. Im ersten Quartal hatte der Automobilzulieferer mehr verdient und umgesetzt als erwartet. Konkret war der Umsatz um fast elf Prozent auf 1,21 Milliarden Euro gestiegen und der Gewinn vor Zinsen und Steuern hatte sich mit 52,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Beim Gewinn je Aktie kalkuliert Tonn für 2017 mit 3,92 Euro, was gegenüber den 2016 verbuchten 0,30 Euro eine enorme Verbesserung wäre. Für 2018 und 2019 sehen die Vorhersagen dann sogar 4,56 Euro und 5,39 Euro vor, was für das übernächste Jahr ein einstelliges KGV bedeuten würde. Die Dividende soll für das laufende Geschäftsjahr von 0,50 Euro auf 1,20 Euro angehoben werden und für 2018 und 2019 dann auf 1,40 Euro bzw. 1,65 Euro.

Charttechnik





Die Aktie von Leoni konnte in den vergangenen Jahren keine einheitliche Richtung herausbilden. Letztlich kostet der Titel heute nur etwas mehr als vor zehn Jahren. Nach einem zuvor merklichen Schwächeanfall geht es aber immerhin seit Mitte 2016 per Saldo aufwärts mit der Notierung. Seitdem hat sich folglich ein Aufwärtstrend herausgebildet, wobei auf dem Weg zurück zum alten Rekordhoch von 62,81 Euro einige Charthürden warten.

Profil



Der Name Leoni steht weltweit für Kabel-, System- und Entwicklungskompetenz. Die angebotenen Lösungen kommen im Automobilbau und in Schlüsselbranchen der Wirtschaft wie der Telekommunikation, IT, Gesundheit und Energie zum Einsatz. Im Jahr 1917 gegründet, zählt Leoni zu den führenden Unternehmen für Kabeltechnologie in Europa. Rund 80.000 Mitarbeiter in 31 Ländern arbeiten daran, die Marktposition zu sichern und auszubauen. Dabei konzentriert sich das Geschäft auf die wachstumsintensiven Kernmärkte Automobile & Nutzfahrzeuge, Industrie & Gesundheitswesen, Kommunikation & Infrastruktur, Haus- & Elektrogeräte, Drähte & Litzen.

Auf Seite sechs: Drillisch





Drillisch-Aktie



Bei der fünften und letzten in diesem Beitrag besprochenen Aktie handelt es sich um Drillisch. Hier hat Warburg das Kursziel in der Vorwoche deutlich von 56,00 Euro auf 72,00 Euro angehoben. Das verspricht einen Anstieg von fast 31 Prozent.

Zur Begründung für diesen Schritt hieß es in einer Ausarbeitung, im Zuge der Fusion mit United Internet gebe es bis zu der für den 25. Juli angesetzten, außerordentlichen Hauptversammlung des Mobilfunkunternehmens eine einmalig günstig Gelegenheit für einen Einstieg.

Sollte das für eine Absegnung des Fusionsvorhabens nötige 75-Prozentquorum zustande kommen, steige die Marktkapitalisierung von Drillisch von 3,5 Milliarden auf rund 9,2 Milliarden Euro. United Internet würde dann 72 Prozent der Anteile an Drillisch halten, der für den Streubesitz übrige Anteil betrüge 2,5 Milliarden Euro.

Wichtig zu wissen sei, dass es für mindestens drei Jahre keine Vereinbarung über einen Gewinntransfer zwischen den beiden Beteiligten gebe. Da Ralph Dommermuth Vorstandschef von Drillisch werde, dürfte er einen hohen Barmittelfluss und folglich eine maximal ausgereizte Dividendenpolitik anstreben. Die schon bisher anlegerfreundliche Dividende dürfte mindestens fortgesetzt, wenn nicht noch ausgebaut werden.

Im Jahr 2020 könnte sich gemäß den Warburg-Berechnungen der Drillisch zurechenbare Gewinn auf 620 Millionen Euro belaufen. Je Aktie wären das 3,54 Euro, was gleichbedeutend mit einem KGV von 15,5 und gemessen an den bis dahin erwarteten jährlichen Wachstumsraten vertretbar sein.

Zudem geht man von einer weiterhin aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik aus. Für das Geschäftsjahr 2017 sollen demnach 1,80 Euro nach zuletzt 1,70 Euro fließen. Für 2018 sollen die Anleger den Vorhersagen zufolge dann 1,90 Euro erhalten und für 2020 sogar 2,10 Euro.

Charttechnik





Die Drillisch-Aktie kann von 2009 bis heute auf eine wirklich erstklassige Wertentwicklung zurückblicken. Stieg der Kurs in diesem Zeitraum doch von 0,90 Euro auf 57,45 Euro. Das letztgenannte Rekordhoch stammt vom Mai und der langfristige Aufwärtstrend ist intakt. Derzeit wird die Kursentwicklung aber weniger von der Charttechnik geprägt, sondern hängt vielmehr davon ab, was aus dem geplanten Zusammenschluss mit United Internet wird.

Profil



Die Drillisch AG ist mit 3,62 Millionen Mobilfunkkunden (Stand: 31.03.2017) einer der großen netzunabhängigen Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Der Konzern bietet ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten aus dem Bereich mobiler Sprach- und Datendienste. Im Premiumsegment konzentriert sich das Unternehmen dabei auf seine Marke smartmobil.de sowie auf die Marke yourfone, unter der Drillisch mehr als 200 Ladengeschäfte in den Top-Lagen deutscher Innenstädte betreibt. Darüber hinaus zählen viele weitere erfolgreiche Mobilfunkmarken zum Portfolio der Drillisch AG, darunter simply, sim.de, McSim, helloMobil, WinSim und discoTEL.