Gerinnungshemmer bereitet Bayer Probleme: Was heißt das für Anleger?
· Börse Online Redaktion
Daneben löst die Fusion mit dem US-Saatguthersteller Monsanto zunehmend gemischte Gefühle aus. Noch ist unklar, unter welchen Auflagen die Wettbewerbsbehörden die Fusion genehmigen werden. Und eine Kapitalerhöhung steht an.
Um den Zusammenschluss finanziell stemmen zu können, trennt sich die Leverkusener bereits seit einiger Zeit immer wieder von Aktienpaketen. Letztlich soll die eigenständige Kunststoffsparte komplett veräußert werden. Noch Anfang des Jahres hielt Bayer 64 Prozent an der wirtschaftlich starken Tochter. Mittlerweile ist sind die Anteile auf 24,6 Prozent geschrumpft.
Das Analysehaus Warburg Research hat Bayer nach dem jüngsten Verkauf der Covestro-Anteile am Mittwoch und zuletzt guter Kursentwicklung von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft. Das Aufwärtspotenzial der Aktie sei nunmehr begrenzt, schrieb Analyst Ulrich Huwald in einer Studie vom Donnerstag. Bayer dürfte mit der Veröffentlichung der Drittquartalszahlen Details über die Auswirkungen der gesunkenen Beteiligung an der einstigen Kunststoff-Sparte machen.
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Die Fusion mit Monsanto stellt Bayer vor einige Herausforderungen. Zunächst könnten die Wettbewerbsbehörden Bayer zum Verkauf weiterer Sparten verpflichten. Welche das sein können, soll im vierten Quartal bekannt gegeben werden. Außerdem muss Bayer eine Kapitalerhöhung durchführen, um den Monsanto-Kaufpreis von 66 Milliarden Euro aufbringen zu können. Diese Kapitalerhöhung könnte die größte in der Geschichte des deutschen Kapitalmarkts werden und sich auf bis zu 16,5 Milliarden Euro belaufen.
Ende Juli hat Bayer außerdem die Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Erstmals seit 2013 dürfte Bayer beim operativen Ergebnis auf der Stelle treten. Die Unsicherheiten sind enorm und Anleger sollten sich zurückhalten, bis der Monsanto-Deal in trockenen Tüchern ist.
Kursziel: 118 Euro
Kursstopp: 108,70 Euro
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