Der Goldpreis hatte 2019 mit einem Anstieg von 19 Prozent einen Premium-Jahrgang. Das stellt die DZ Bank in einer aktuellen Studie fest. Wie es darin weiter heißt., lag die gute Entwicklung zum einen an der wieder lockeren Geldpolitik und zum anderen an der steigenden Nachfrage der Goldanleger im Zuge der wirtschaftlichen Unsicherheiten rund um den sino-amerikanischen Handelskonflikt. Gold liege aktuell auf einem Sieben-Jahreshoch und sei mittlerweile nur noch etwa 20 Prozent vom Allzeithoch entfernt.

Gold spielt Trumpf als sicherer Hafen aus


Das neue Jahr habe für Gold mit einem geopolitischen Paukenschlag begonnen. Die Tötung des iranischen Top-Generals Soleimani durch einen US-Raketenangriff in Bagdad habe die Risikowahrnehmung in der Region deutlich geschärft. Gold als sicherer Hafen habe seinen Trumpf ausspielen können und von der Eskalation der Irankrise profitiert.

Obwohl die letzten Meldungen wieder auf etwas Entspannung hindeuteten, bleibe das geopolitische Risiko weiter erhöht. Es bestehe weiterhin Gefahren, dass proiranische Milizen im Irak Militärbasen angreifen würden oder der Iran mit gezielten Raketenangriffen auf beispielsweise die amerikanische Botschaft in Bagdad, wie bereits geschehen, Nadelstiche setze. Anleger suchten vor diesem Hintergrund Sicherheit und parkten ihr Geld unter anderem in Gold-ETFs, die physisch mit dem Edelmetall hinterlegt seien. Damit sei die fundamentale Ausgangslage bei Gold auch für das Jahr 2020 günstig, die Preisbewegung keinesfalls überzogen.

Nach der Tötung Soleimanis sei der Goldpreis in der Spitze stark gestiegen. Mittlerweile sei der Preis wieder etwas gefallen und weise seit der Tötung ein kleines Plus auf. Nach vergleichbaren Ereignissen in der Vergangenheit sei der Goldpreis im ersten Monat durchschnittlich um etwas mehr als 5 Prozent gestiegen. Daher ergebe sich auf Basis des historischen Preisverlaufes noch Luft nach oben. Gold könnte demnach in den nächsten Wochen auf etwa 1.610 Dollar steigen.

In der aktuellen Lage habe der Ölpreisanstieg dazu geführt, dass die Inflationswartung angezogen habe und daher die Realzinsen zusätzlich unter Druck geraten seien. Sollte es zu einer weiteren Eskalation im Persischen Golf mit einer offenen militärischen Konfrontation kommen, könnte der Ölpreis recht zügig 90 Dollar überspringen und die Inflationserwartung würde merklich zulegen.

Die Situation wäre dann mit der Geiselnahme im Iran 1979 zu vergleichen. Dem Preismuster bei Gold von 1979 folgend, ergäbe sich dann ein Goldanstieg bis auf etwa 1.900 Dollar. Ein Eskalationsszenario hält die DZ Bank aber für weniger wahrscheinlich. Im hauseigenen Öl-Basisszenario unterstellt man, dass der Ölpreis mit Blick auf die nächsten zwölf Monate mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent wieder etwas in Richtung 63 Dollar fällt.

Zinsumfeld spricht für Gold


Aber nicht nur die Geopolitik erweise sich als Kurstreiber, sondern auch die weiter fallenden und negativen Realzinsen in den USA, Europa und Deutschland. In einem Umfeld niedriger oder gar negativer Zinsen spielten die Opportunitätskosten keine Rolle. Der rasante Goldpreisanstieg in den vergangenen Wochen sei auch der anziehenden Inflationserwartung als Folge der haussierenden Ölpreise geschuldet gewesen. Dieser Effekt dürfte sich allmählich wieder abschwächen.

Die Investmentnachfrage sei aktuell sehr hoch. Volatile Aktienmärkte und niedrige Renditen auf Staatsanleihen machten Gold als Alternative interessant. Sowohl die ETF-Anleger als auch die Zentralbanken setzten weiter auf Gold. Die chinesische und russische Notenbank seien auf der Käuferseite besonders aktiv.

Die globalen Bestände der Währungshüter seien in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt um etwa 1,2 Prozent pro Jahr gestiegen, was rund 500 Tonnen entspreche. Dieser Trend werde sich laut DZ Bank bei den ETF-Anlegern und den Zentralbanken weiter fortsetzen. Der Trend werde sich wegen der jüngsten geopolitischen Verschärfung noch verstärken können. Damit bleibe die strukturelle Nachfrage fortgesetzt intakt.

China und Indien seien mit Abstand die größten Goldkonsumenten weltweit. Aufgrund der hohen Bevölkerungszahl seien die Pro-Kopf-Verbräuche mit 0,7 Gramm respektive 0,6 Gramm vergleichsweise gering. Allerdings würden die Hürden für Goldinvestments in China in den letzten Jahren deutlich gesenkt. Auch die Gebühren für zum Beispiel Gold-ETFs seien spürbar reduziert worden. Eine Reihe von "low-cost" ETFs seien eingeführt worden.

Es existiere in China und Indien ein Nachholbedarf. Die Pro-Kopf-Nachfrage dürfte sich weiter erhöhen. Tatsächlich nimmt die DZ Bank an, dass etwa ein Gramm pro Kopf bald möglich ist. Man unterstellt hier einen ähnlichen Nachfragepfad wie in Thailand. Der Ausreißer nach oben sei Hong Kong. Hier sollte man aber wissen, dass Hong Kong ein sehr wichtiger Umschlagplatz für Gold in Asien ist, sodass die Höhe der Pro-Kopf-Nachfrage nicht repräsentativ sei.

DZ Bank-Prognose


Nachdem Donald Trump gegenüber dem Iran jüngst eine weniger aggressive Rhetorik gewählt habe und die angekündigten Gegenmaßnahmen des Irans bisher überschaubar geblieben seien, hätten sich die geopolitischen Wogen ein wenig geglättet. Dennoch bleibe losgelöst von Tagesmeldungen die geopolitische Lage angespannt. Der Goldpreis werde von der verstärkten Risikowahrnehmung profitieren.

Aber nicht nur die Geopolitik spreche für Gold, sondern auch die sehr robuste Nachfrage der Zentralbanken und Anleger. Mit volatiler werdenden Aktienmärkten bleibe Gold als Absicherungsinstrument interessant. Im aktuellen Negativzinsumfeld spielten zudem die Opportunitätskosten des Goldbesitzes keine Rolle. Wegen der angespannteren Lage im Persischen Golf und der hohen strukturellen Nachfragedynamik hebt die DZ Bank die Zwölfmonatsprognose auf 1.650 Dollar je Feinunze an.

Handelsturbulenzen und Spannungen im Nahen Osten stehen weiter im Mittelpunkt


Mit einem Ausblick für Gold bis zum 4. Quartal 2020 meldeten sich jüngst auch der Produktsponsor und Vermögensverwalter WisdomTree zu Wort. Wie Rohstoff-Experte Nitesh Shah in der Mitteilung schreibt, konnte Ende 2019 eine Krise abgewendet werden: Die für den 15. Dezember geplanten Zollerhöhungen zwischen den USA und China seien ausgeblieben, da sich beide Länder auf ein "Phase I"-Handelsabkommen verständigen konnten.

Doch zum Jahreswechsel sei eine Krise ausgebrochen, die sich seit geraumer Zeit im Hintergrund zusammengebraut hatte: Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hätten Ausmaße erreicht, die zuletzt 1979 verzeichnet worden waren. Gold habe sich dabei weiter robust entwickelt. Als die Handelssorgen nachließen, habe es mit Beginn der Iran-Krise wieder zugelegt. Der Goldpreis sei am 7. Januar auf 1593 Dollar/Unze gestiegen, im Jahr zuvor (9. Dezember 2019) habe er noch bei 1461 Dollar/Unze gelegen.

Nach Erachten von Shah dürften die Spannungen im Nahen Osten und die Handelsstreitigkeiten den Goldpreis 2020 auch weiterhin stützen. Die Risiken aus den 40-jährigen Spannungen zwischen den USA und Iran im Persischen Golf kämen derzeit zum Tragen.

Da das Phase-I-Abkommen zwischen den USA und China nur einige wenige Themen aufgreife und daher nicht das gesamte Ausmaß der Beanstandungen der USA gegenüber China abdecke, sei es nicht verwunderlich, dass sich der Goldmarkt weiterhin vorsichtig hinsichtlich weiterer Fortschritte im Handel zeige. Ein Deal, der fürs Erste ausreicht, könnte die Verabschiedung weiterer Phasen in der Tat bis nach den US-Präsidentschaftswahlen (November 2020) hinauszögern.

Schlimmer noch: Die Regierung Trump, die sich durch den Handelsdeal bestätigt fühle und verfrüht von einem Sieg über China spreche (nachdem sie bereits Handelssiege gegenüber Mexiko, Kanada und eine Reihe asiatischer Länder verkündet habe), könnte ihren Fokus 2020 verstärkt auf das Handelsdefizit mit Europa legen und dadurch das Risiko einer Konjunkturverlangsamung in diesem Jahr erhöhen.

Im jüngst veröffentlichten WisdomTree-Marktausblick zum globalen makroökonomischen Umfeld unter dem Titel "Waffenruhe oder Weltuntergang im Handelskonflikt?" habe man die Ansicht vertreten, dass die Entwicklung von Gold und anderen Anlagen stark von den Fortschritten bei den Handelsgesprächen abhängen werde. Dies sei nach wie vor der Fall. Obschon einige Zölle abgewendet worden seien, könnte der Handelsprotektionismus in Ermangelung eines umfassenden Handelsabkommens im Verlauf der weiteren Verhandlungen sowohl zu- als auch abnehmen.

Das hausinterne Modell deutet darauf hin, dass der Goldpreis 2020 weiter steigen dürfte. Am Ende des Jahres könnten rund 1-640 Dollar/Unze zu Buche stehen. Dieses Basisszenario gründe auf Konsensprognosen für die Treasury-Renditen, den Dollar-Korb, die Inflation und konservative Schätzungen für die spekulative Positionierung bei Gold-Futures.

Sollten jedoch die Spannungen im Nahen Osten anhalten oder der Handelsprotektionismus unkontrollierte Ausmaße annehmen und sich die Währungshüter dazu gezwungen sehen, radikale neue Instrumente einzusetzen, so könnte der Goldpreis über die Marke von 2.000 Dollar/Unze steigen. Im Gegenzug könnte der Goldpreis bei einer gütlichen Lösung der Handelsstreitigkeiten bis Ende 2020 auf rund 1470 USD/Unze sinken.

Die Grafik zeigt die WisdomTree-Prognosen bei unterschiedlichen Szenarien:

Zusammenfassung der Prognosen: Weltwirtschaft am Scheideweg


Wie man unlängst in einem makroökonomischen Marktausblick zum Ausdruck gebracht habe, befinde sich die Weltwirtschaft an einem Scheideweg. Seit Veröffentlichung des Ausblicks hätten sich die USA und China auf ein als "Phase I" bezeichnetes Handelsabkommen geeinigt, wodurch eine unmittelbare Eskalation der Zollstreitigkeiten abgewendet worden sei. Allerdings zeichne sich ein neues Risiko in Form einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran ab, das die Gold-Rally im vergangenen Monat beflügelt habe. Sollten die Handelskonflikte weiterhin auf versöhnliche Art und Weise gelöst werden, so könnte es bei einer Reihe zyklischer Anlagen zu einer weiteren Erholung kommen.

Eine allgemeine Risikobereitschaft käme Gold nicht zugute. Dies stelle das pessimistische Szenario dar. Sollte es hingegen erneut zu einer Eskalation beim Handel kommen, die möglicherweise daher rühre, dass kein weiteres Abkommen geschlossen werden kann, könnten die Sorgen hinsichtlich einer Wirtschaftsstagnation wieder aufflammen. Die Bedenken in Bezug auf ein Übergreifen der Rezession der verarbeitenden Industrie auf die breitere Weltwirtschaft könnte ein umfassendes Eingreifen der politisch Verantwortlichen nach sich ziehen.

Da sich der geldpolitische Spielraum derzeit in Grenzen halte, sei mit dem Einsatz neuer monetärer Instrumente und weiteren fiskalpolitischen Maßnahmen zu rechnen. Dies dürfte die Anleger verunsichern, wodurch die Nachfrage nach als sicherer Hafen geltenden Anlagen wie Gold zunehmen könnte. Sollten die Spannungen im Nahen Osten Bestand haben, könnte dies die Sorgen der Anleger verstärken. Dies sei das optimistische Szenario.

Noch sei unklar, wie sich die Lage entwickeln wird. Angesichts der US-Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr gehe man davon aus, dass die USA eine Fortsetzung der Handelsgespräche mit China anstreben werden, um eine Wirtschaftsrezession abzuwenden. Dies sei aber alles andere als sicher. Überdies könnten Trumps frühere Versprechen, die USA nicht an unnötigen militärischen Konflikten zu beteiligen, eine Deeskalation im Vorfeld der Wahlen bedeuten.

Zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht bekannt, welche Punkte weitere Phasen des Handelsabkommens abdecken werden, weshalb nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Deal auseinanderbreche. Äußerungen des US-Präsidenten im Vorfeld des "Phase I"-Abkommens zufolge sei dieser gewillt, bis nach den Präsidentschaftswahlen mit dem Abschluss einer vollständigen Vereinbarung zu warten.

Das zentrale, das pessimistische und das optimistische Szenario


Im Basisszenario legt WisdomTree die Konsensprognosen zu allen Makroinputs für das eigene Modell zugrunde und reduziert dann die spekulative Positionierung auf 120.000 Kontrakte (dieser Wert liege deutlich unter den aktuell erhöhten Niveaus, aber leicht oberhalb des historischen Durchschnitts). Darin komme die Erwartung zum Ausdruck, dass die aktuellen Sorgen in Bezug auf die Spannungen im Iran und den globalen Handel nachlassen werden.

Im pessimistischen Szenario nehme die Federal Reserve (Fed) zur Abwendung einer Wirtschaftskrise Zinserhöhungen vor und mache damit die Zinssenkungen aus dem vergangenen Jahr so wieder wett. Die Treasury-Renditen stiegen, da sich eine Zinsnormalisierung abzeichne. Die Inflation nehme im Zuge der geldpolitischen Straffung ab und die Zölle würden gesenkt (diese hätten ansonsten die Warenkosten im Konsumkorb gesteigert). Die spekulative Positionierung bei Gold sinke deutlich, da von einer experimentellen Geldpolitik abgesehen werde. Der US-Dollar werte angesichts der rückläufigen Nachfrage nach sicheren Anlagen ab.

Im Rahmen des optimistischen Szenarios lockere die Fed die Geldpolitik in Reaktion auf die Rezessionsängste, wodurch die Treasury-Renditen sinken würden. Die Inflation steige, da die auf importierte Waren erhobenen Zölle die Kosten im Konsumkorb erhöhten. Überdies befürchte der Markt aufgrund der unkonventionellen Geldpolitik einen möglichen erheblichen Inflationsanstieg. Der US-Dollar lege im Einklang mit anderen sicheren Anlagewerten wie Gold zu. Die spekulative Positionierung bei Gold verharre auf den erhöhten Niveaus von September 2019, worin die weitverbreiteten Sorgen und Ängste im Hinblick auf das neue geldpolitische und wirtschaftliche Umfeld sowie die anhaltenden Spannungen im Iran zum Ausdruck kämen.

Warum ist die spekulative Positionierung bei Gold derzeit erhöht, und hat dieser Umstand Bestand?


Einer der Hauptunterschiede zwischen den drei Szenarien von WisdomTree besteht in der Stimmung in Bezug auf Gold. Derzeit fällt die Positionierung bei Gold-Futures nach Erreichen eines Allzeithochs im September 2019 erhöht aus. Was ist der Grund hierfür und was könnte dieses Niveau aufrechterhalten, lauten die Fragen?

Die Positionierung bei Gold-Futures bewege sich seit 28 Wochen bei über 250.000 Netto-Long-Kontrakten (zuletzt sei dieser Wert 2016 für 21 Wochen überschritten worden). Am 31. Dezember 2019 habe diese Zahl bei 351.088 Netto-Long-Kontrakten gelegen und damit den vierthöchsten jemals verzeichneten Wert dargestellt. Die anderen drei Male, an denen dieser Wert noch höher ausfiel, seien im August und September 2019 gewesen, als die Handelsspannungen zwischen den USA und China ihren Höhepunkt erreicht hatten.

Die Märkte zeigten sich derzeit sichtlich beunruhigt über die Spannungen im Nahen Osten. Die Sorgen in Bezug auf den Handel hätten die Anleger zusammen mit der Angst vor einer militärischen Auseinandersetzung zu Anlagen in Gold veranlasst. Obwohl sich zyklische Anlagen wie Aktien gut entwickelten, bauten die Anleger Absicherungspositionen über Gold auf. Das Risiko einer militärischen Konfrontation sei zwar der Grund für den jüngsten sprunghaften Anstieg der Gold-Positionierung. Doch selbst wenn es nachlasse, dürften die Sorgen um den Handelskonflikt in diesem Jahr weiter Bestand haben.

Die Unvorhersehbarkeit in Bezug auf die Entscheidungen der politisch Verantwortlichen und die potenziellen schwerwiegenden Auswirkungen missglückter politischer Wagnisse belasteten die Anlegerstimmung. Die Anleger gingen zwar nicht per se davon aus, dass etwas schief gehe, doch das Risiko sei hoch und die Konsequenzen verheerend, weshalb der Aufbau von Absicherungspositionen sinnvoll sei.

Letztlich laute die Frage, was passiert, wenn die Handelskonflikte außer Kontrolle gerieten und die politischen Entscheidungsträger reagieren müssten? Die traditionelle Geldpolitik stoße mittlerweile an ihre Grenzen, sodass möglicherweise unkonventionellere monetäre Maßnahmen ergriffen werden müssten. Wie könnte sich diese unkonventionelle Politik gestalten, fragt Shah? Könnte sie die bereits in der Wirtschaft bestehenden Ungleichgewichte beseitigen oder würde sie diese nur verstärken? Könnten dringend benötigte strukturelle Reformen in alternden und sich verlangsamenden Volkswirtschaften erneut zurückgestellt werden, da bereits ausführbare Projekte den gesamten politischen Spielraum und das gesamte Budget in Anspruch nehmen?

Sowohl bei der Europäischen Zentralbank als auch bei der Europäischen Kommission sei es zu einem Führungswechsel gekommen. Damit könnte eine Phase kreativen Denkens in den politischen Institutionen Europas einkehren. Die Europäische Zentralbank (EZB) nehme eine strategische Überprüfung vor, und einige Marktteilnehmer spekulierten, dass in der Folge unkonventionellere Maßnahmen ergriffen werden könnten. Sollte sich die Wirtschaft wieder erholen, seien neue Instrumente letzten Endes möglicherweise gar nicht vonnöten. Diese könnten wie bei der Finanzkrise 2008 auch mit Skepsis betrachtet werden. In Zeiten von Marktunsicherheit sei Gold oftmals der erste Hafen, der angelaufen werde.

Die Antwort auf die Frage, wie lange die spekulative Positionierung noch erhöht bleibt, ist daher laut Shah unglücklicherweise mit der Frage verbunden, wie lange die Unsicherheit beim Handel sowie die Sorgen in Bezug auf eine militärische Auseinandersetzung (und andere geopolitische Risiken) noch Bestand haben. Für diese Frage habe man leider keine klare Antwort, doch die hauseigenen Szenarien böten einen Anhaltspunkt für die Entwicklung von Gold, sollte die Positionierung abnehmen oder erhöht bleiben.