In der Woche zum 4. Februar dominierten beim Handel von Gold-Futures ganz klar die negativen Vorzeichen. So hat sich zum Beispiel die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 715.500 auf 654.600 Kontrakte (-8,5 Prozent) deutlich reduziert und stellte das dritte Wochenminus in Folge dar. Wieder einmal entwickelte sich die Stimmung unter großen und kleinen Terminspekulanten uneinheitlich. Großspekulanten (Non-Commercials) haben ihren Optimismus massiv zurückgefahren, Kleinspekulanten (Non-Reportables) sind ein bisschen optimistischer geworden. Bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten hat sich dies in einem kräftigen Rückgang von 360.800 auf 331.700 Kontrakte (-8,1 Prozent) niedergeschlagen, den stärksten seit über vier Monaten.

Hauptverantwortlich für diesen Stimmungseinbruch waren große Terminspekulanten. Sie haben nämlich ihre Long-Seite um 20.500 Kontrakte reduziert und zugleich ihr Short-Engagement um 9.800 Futures aufgestockt. Dies ließ deren Netto-Long-Position von 330.100 auf 299.800 Futures (-9,2 Prozent) regelrecht einbrechen. Unter den kleinen Terminspekulanten hat sich die Stimmung indes leicht aufgehellt. Ihre Netto-Long-Position hat sich von 30.700 auf 31.900 Kontrakte (+3,9 Prozent) minimal erhöht. Obwohl Großspekulanten deutlich skeptischer geworden sind, wirkte sich dies auf den Goldpreis kaum aus. Der charttechnische Boden im Bereich von 1.550 Dollar hat gehalten und das gelbe Edelmetall strotz weiterhin vor relativer Stärke.

LBMA sucht die treffsichersten Analysten für Gold & Co.


In der vergangenen Woche veröffentlichte die London Bullion Market Association (LBMA) eine 33 Seiten starke Studie, in der die Prognosen zahlreicher Analysten zu Gold, Silber, Platin und Palladium aufgeführt und analysiert wurden. Wie in jedem Jahr versucht die LBMA auf diese Weise den Analysten ausfindig zu machen, der den Durchschnittspreis des jeweiligen Edelmetalls für das Jahr 2020 am besten voraussieht. Den jeweils treffsichersten Edelmetallexperten in den vier Kategorien winken dann im kommenden Jahr als Belohnung ein Goldbarren mit einem Gewicht von einer Feinunze.

Jeder Analyst musste zum einen eine Schätzung für den durchschnittlichen Preis des jeweiligen Edelmetalls für das laufende Jahr abgeben und zum anderen die von ihm erwartete Tradingrange prognostizieren. Bei Gold haben insgesamt 30 Analysten an dem Wettbewerb teilgenommen. Hier schwankten die abgegebenen Prognosen zwischen 1.398 Dollar und 1.755 Dollar. Der arithmetische Mittelwert aller Schätzungen stellte sich bei 1.558,80 Dollar ein. Bei der prognostizierten Schwankungsbreite ergab sich ein außerordentlich hoher Wert von 780 Dollar. Während der pessimistischste Analyst ein Jahrestief von 1.300 Dollar erwartet, glaubt der optimistischste an ein Jahreshoch von 2.080 Dollar. Diese starke Streuung der Schätzungen kann auch als hohes Maß an Unsicherheit interpretiert werden.

By the way: Rene Hochreiter von Noah Capital / Sieberana Research hat im vergangenen Jahr den tatsächlichen Durchschnittswert des Goldpreises in Höhe von 1.392,60 Dollar am besten prognostiziert. Mit 1.365 Dollar fehlten ihm dennoch rund zwei Prozent für einen Volltreffer. Im laufenden Jahr scheint er an seinem Optimismus festzuhalten. Er rechnet für 2020 mit einem durchschnittlichen Goldpreis in Höhe von 1.670 Dollar und erwartet - im Gegensatz zu seinen Kollegen - eine eher "überschaubare" Tradingrange zwischen 1.550 und 1.720 Dollar.