Ausgangssituation und Signal



Wie erwartet setzt der Goldpreis seine starke Aufwärtsbewegung der vergangenen Tage fort. Auslöser für die Kursrallye war der Ausbruch über die Preismarke von 1391 US-Dollar (Mehrjahreshoch) - siehe Monatschart. Fundamentale Auslöser für die Goldreisrallye sind die politischen Turbulenzen im Nahen Osten, namentlich die Iran-Krise, die Gold einmal mehr als Krisenwährung bestätigt. Aber auch das noch immer extrem niedrige Zinsniveau spielt den Goldpreisen zu. Der jüngste Ausbruch, der mit einer kräftigen weißen Wochenkerze einhergeht, zeugt von der wachsenden Nachfrage seitens der Anleger. Es ist davon auszugehen, dass knapp oberhalb der 1366er-Marke zahlreiche Limit-Kauforders im Markt lagen, die mit einem Überschreiten dieser Kursmarke ausgelöst wurden - die Hausse nährt die Hausse, wie man in Börsenjargon sagt.

Die Kursrallye hat aber auch ihre Schattenseite: Derzeit laufen die Goldpreise ihren durchschnittlichen Notierungen davon, so dass sich der Goldpreis bereits etwas heiß gelaufen hat. So liegt der prozentuale Abstand zwischen 21-Tagelinie (grüne Kurve) und Goldpreis bei aktuell 6,6 Prozent; der Abstand zwischen 200-Tagelinie (blaue Kurve) und Goldnotierungen liegt gar bei elf Prozent; dies geht aus der Grafik unterhalb des Tagescharts hervor. Eine plötzlich eintretende Konsolidierung / Korrektur würde damit nicht überraschen, würde aber an der grundsätzlich positiven Ausgangslage nichts ändern.


Die Charts im Detail



Was die längerfristige Ausgangslage betrifft, so hilft ein Blick auf den Wochen- und Monatschart weiter. Der übergeordnete Aufwärtstrend beim Goldpreis bleibt intakt. Der Ausbruch über die 1366er-Hürde ist gelungen; die jüngste Impulsbewegung nach oben überzeugt. Unser neues und übergeordnetes Kursziel sehen wir jetzt im Bereich des nächsten Widerstands, der sich im Bereich um 1500 US-Dollar formiert. Entlang der 200-Tagelinie (~1274 US-Dollar) verspricht der Goldpreis eine solide Unterstützung. Anleger sollten aber auch bedenken, dass der Goldpreis stark geprägt wird von politischen Ereignissen. Sollte sich die Nahost-Krise zuspitzen, könnte sich der Goldpreisanstieg sogar noch beschleunigen.

Tageschart





Wochenchart




Monatschart





Empfehlung der Redaktion



Wer von einer zeitnahen Fortsetzung des Goldpreisanstiegst überzeugt ist, kann sich ein Hebelpapier ins Depot legen und damit weitere Preisveränderungen hebeln. Nachfolgendes Faktor-Zertifikat der Emittentin BNP Paribas zielt auf einen steigenden Goldpreis ab. Der Hebel (Faktor) liegt bei spannenden acht. Faktor-Zertifikate haben im Gegensatz zu Knockout-Papieren einen konstanten Hebel (Faktor), der sich auf die Tagesperformance eines Basiswerts bezieht.

Im Vergleich zu Knockout-Papieren ist das Risiko eines unmittelbaren Totalverlusts bei Faktorzertifikaten vergleichsweise gering. Aber aufgrund ihres Hebels gelten Faktor-Zertifikate ebenso als spekulative Produkte, die ihren Reiz insbesondere in kurzfristig schönen Trendphasen ausspielen. So legt das erwähnte Long-Produkt auf den Goldpreis (Faktor: 8) um 16 Prozent zu, wenn der Goldpreis innerhalb eines Tages um zwei Prozent anzieht. Fällt die Goldpreisnotierung allerdings um zwei Prozent, sinkt auch der Kurs des Faktor-Zertifikats um 16 Prozent.




Unterstützungen und Widerstände

Chartmarken Niveau
Oberes Ziel 2 1.600,00
Oberes Ziel 1 1.500,00
Unteres Ziel 1 1.340,75
Unteres Ziel 2 1.274,27


Trading-Ideen

Trading-Idee
Basiswert GOLD FUTURES
Produktvorstellung Faktorzertifikat (Long)
WKN PX8GLD
Emittent BNP Paribas
Laufzeit endlos
Basispreis 0,00
Knock-Out-Schwelle 0,00
Faktor (Hebel) 8
Kurs in EUR 1,94


Empfehlungen auf Basis charttechnischer Signale. In Einzelfällen sind Abweichungen zur fundamentalen Einschätzung möglich.

AUTOR Manfred Ries vom Index Radar-Magazin ist ausgebildeter Bankkaufmann mit Studium der Volkswirtschaftslehre. Über viele Jahre arbeitete er in den Bereichen Vermögensanlage und Devisenhandel bei Großbanken. Seit mehr als 15 Jahren ist Manfred Ries als Wirtschaftsjournalist tätig. Für Börse Online analysierte er bereits 1999 die Märkte aus charttechnischer Sicht.

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