ABWRACKPRÄMIE

Gut für Daimler, VW und BMW, aber nicht für Deutschland? Deutsche Bank zerpflückt Abwrackprämie für Autos

Gut für Daimler, VW und BMW, aber nicht für Deutschland? Deutsche Bank zerpflückt Abwrackprämie für Autos

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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10.07.2020 - 19:53
04.05.2020 06:40:00

Die Deutsche Bank hält nichts von einer Abwrackprämie, um die Autobranche zu stützen. Von Matthias Fischer

Die Automobilindustrie ist eine der wichtigsten Branchen in Deutschland. Nun fordern unter anderem Autohersteller eine staatlich bezahlte Abwrackprämie für Autos,um die Branche zu stützen. Mit der Förderung soll es attraktiver werden, sich vom alten Auto zu trennen und dafür einen Neuwagen zu kaufen.. Das Modell ähnelt der Abwrackprämie, die es im Jahr 2009 im Gefolge der Finanzkrise in Deutschland gegeben hat. In einer Studie mit dem Namen "Warum die Abwrackprämie keine gute Idee ist" nennt die Deutsche Bank fünf Punkte, die aus ihrer Sicht gegen diese Pläne sprechen.

1. Die Gelder sollten besser dort eingesetzt werden, wo Branchen besonders arg von der Pandemie betroffen sind. Dazu zählt die Deutsche Bank etwa die Gastronomie, nicht aber die Autohersteller."Es mag in der aktuellen Flut an Hilfsprogrammen und Schutzschirmen etwas untergehen, aber die finanziellen Mittel des Staates zur Bekämpfung der Corona-Krise sind begrenzt. Sie sollten daher dort eingesetzt werden, wo sie den höchsten Nutzen stiften oder möglichst große Teile der Schäden kompensieren, die durch den staatlich verordneten Lockdown entstehen. Die Automobilproduktion in Deutschland war und ist von diesem Lockdown nicht betroffen", so die Studie.

2. Die Abwrackprämie würde Umsätze nur verschieben: "Eine Abwrackprämie würde zu vorgezogenen Autokäufen führen. 2019 war in Deutschland aber bereits ein gutes Autojahr. 3,6 Millionen Pkw wurden neu zugelassen. Das war der beste Wert seit 2009, dem Jahr der (ersten) Abwrackprämie. Wenn also in diesem Jahr die Neuzulassungen durch eine Prämie zusätzlich angeheizt würden, wäre der Einbruch 2021 umso gravierender."

3. Die Prämie bevorzugt Besserverdienende:: "Eine Abwrackprämie führt zu Mitnahmeeffekten. Viele Kunden würden sich auch ohne Prämie ein Auto kaufen. Auch aus sozialpolitischer Sicht ist die Prämie daher problematisch, denn Neuwagenkäufer gehören in der Regel zu den Besserverdienern."

4. Die Autoverkäufe in Deutschland sind gar nicht so entscheidend für die Autoindustrie: "Das wirtschaftliche Wohlergehen der deutschen Automobilindustrie hängt nur bedingt vom Pkw-Absatz in Deutschland ab. 2019 produzierten deutsche Unternehmen weltweit mehr als 16 Mio. Pkw. Nur 2,5 Millionen davon setzten sie in Deutschland ab."

5. Schließlich werben die Autohersteller mit der ökologischen Lenkungswirkung einer solchen Prämie: "In den kommenden Tagen dürfte über die ökologische Ausgestaltung der Abwrackprämie diskutiert werden. Hier muss man festhalten: Es gibt bereits eine solche ökologische Kaufprämie in Deutschland. Der Kauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden wird in Deutschland subventioniert. Die Subvention wurde zum Jahr 2020 sogar erhöht. Staat und Autohersteller gewähren den Käufern von Elektroautos mit einem Listenpreis bis EUR 40.000 eine Förderung von EUR 6.000", so die Deutsche Bank in der Studie.


Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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