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Gutes Geld verdienen mit Aktien: Vier Wege zum Anlageerfolg

Gutes Geld verdienen mit Aktien: Vier Wege zum Anlageerfolg

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13.12.2018 - 11:50
28.11.2018 04:45:00

Wer an der Börse Geld verdienen will, braucht einen Plan. Vier bewährte Methoden, die jeder Privatanleger einfach umsetzen kann. Von Sven Parplies



Das Ziel ist klar - mit Aktien Geld verdienen. Schon ein kurzer Blick auf den Kurszettel aber zeigt: Es gibt unfassbar viele Aktien. An den großen Handelsplätzen der Welt tickern die Kurse von mehr als 5000 Unternehmen. Allein im regulierten Bereich der Deutschen Börse sind über 300 notiert, darunter bekannte Namen, aber auch Firmen, von denen viele Anleger nie etwas gehört haben.



Was die Sache noch schwieriger macht: Jeden Tag prasseln unzählige Informationen - manche wichtig, die meisten unnütz - auf einen Anleger nieder. Die Kurse springen hektisch, jeder Tag bringt neue Gewinner und Verlierer hervor. Die Aktienmärkte sind also, zumindest auf den ersten Blick, ein großes Durcheinander. Mit einfachen Strategien können Anleger Ordnung in das Chaos bringen - und ihr Depot gezielt nach Risikoneigung und Renditezielen ausrichten. Die Redaktion stellt vier erprobte Strategien vor.


Strategie I: Regelmäßig Bargeld mit Dividenden-Aktien



Die DAX-Konzerne haben im vergangenen Jahr knapp 96 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet. Wohin mit dem Geld? Viele Unternehmen schütten einen Teil ihres Überschusses an ihre Aktionäre aus. Die DAX-Konzerne verteilten 2018 auf diesem Weg 36 Milliarden Euro. Unternehmen mit einer seriösen Dividende sind für Aktionäre wie ein Geldautomat: Wer große Summen in die richtigen Papiere steckt, kann über die Ausschüttungen seinen Lebensunterhalt finanzieren. Selbst kleinere Summen erleichtern das Leben.

Die Dividende ist auch ein Instrument, um das Management zu disziplinieren: Wer als Konzernchef weiß, dass er viel Geld für seine Aktionäre zur Seite legen muss, kommt nicht so leicht in Versuchung, kostspielige Experimente einzugehen. Insbesondere Übernahmen sind oft ein Wertvernichter und damit eine Gefahr für die Aktionäre.

Bei einer einfachen Dividendenstrategie setzt ein Anleger auf jene Aktien eines Index, die die höchste Dividendenrendite aufweisen. Bei Aktien mit extremer Dividendenrendite sollten Anleger aber genau hinschauen. Als Faustregel gilt: Mehr als sechs Prozent sind verdächtig, mehr als zehn Prozent fast immer eine Falle. Oft stecken Unternehmen mit großen Prozentzahlen in wirtschaftlichen Problemen. Der Aktienkurs ist bereits deutlich gefallen und die Dividendenrendite (die sich aus Aktienkurs und Dividende je Aktie errechnet) aufgebläht. Sind die Probleme des Unternehmens hartnäckig, folgt dem Kursverfall eine Dividendenkürzung.

Eine andere Dividendenstrategie setzt auf Unternehmen, die ihre Ausschüttungen seit vielen Jahren regelmäßig anheben. Die Historie zeigt in diesem Fall, dass ein Unternehmen in der Lage ist, auch in wirtschaftlich schweren Zeiten die Dividende zu steigern. Nach diesem Auswahlkriterium stößt man auf Aktien, deren Dividendenrendite eher im Bereich unter drei Prozent liegt. Die meisten Aktien mit langer Dividendenhistorie stammen aus den USA. Einige Klassiker, die sogenannten Aristokraten, steigern ihre Ausschüttung seit mehr als 20 Jahren.

Auch bei der Dividende gilt, dass die Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft liefert. Wer sein Geld aber über mehrere Dividendenwerte verteilt, sollte einzelne Enttäuschungen verkraften können.



Strategie II: Mit Value-Aktien gegen den Trend investieren



Ein Buch veränderte die Investmentwelt: 1934 veröffentlichten Benjamin Graham und David Dodd ihre Abhandlung ("Security Analysis") zur wertorientierten Geldanlage. Der rund 700 Seiten dicke Wälzer inspirierte Generationen von Börsianern, auch Warren Buffett. Eine der wichtigsten Thesen: Anleger sollen solche Aktien kaufen, deren Börsenwert unter dem Substanzwert des Unternehmens liegt. Die Differenz ist eine Sicherheitsmarge, die den Investor vor starken Kursrückschlägen schützt und die Basis für Kursgewinne legt. Irgendwann wird der Markt den wirklichen Wert der Aktie erkennen.

Grahams Philosophie ist in der Praxis sehr anspruchsvoll. Insbesondere in einem bereits lange laufenden Bullenmarkt sind unterbewertete Aktien eine Rarität. Und jene Titel, die auf dem Papier tatsächlich billig sind, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit gravierende Probleme. Value-Anleger müssen sich also sehr gut mit Konzernbilanzen auskennen, um die wahren Schnäppchen zu identifizieren und Value-Fallen aus dem Weg zu gehen.

Graham-Jünger brauchen auch Geduld: Eine unterbewertete und von der Masse verschmähte Aktie dümpelt Monate, manchmal Jahre vor sich hin. Für den Value-Investor ist das eine harte Geduldsprobe. Setzt sich der Kurs endlich in Bewegung, geht es dann aber oft sehr schnell nach oben.

Einfache Value-Strategien schauen auf das Verhältnis von Kurs und Buchwert einer Aktie. Liegt der Kurswert deutlich unter dem Buchwert, kann das auf eine unterbewertete Aktie hinweisen. Der Indexanbieter MSCI setzt seinen Value-Index anhand von Kurs-Buchwert, Kurs-Gewinnverhältnis und der Dividendenrendite zusammen. Diese Kennziffern finden Anleger jede Woche aktuell im Kursteil dieser Zeitung.

In Boomzeiten stehen Value-Aktien meist im Schatten wachstumsstarker Unternehmen, die mit der Aussicht auf kräftige Gewinnsteigerungen Anleger anlocken. In stürmischen Zeiten erleben Value-Aktien ein Comeback.

Vergleicht man den MSCI World Value mit dem breiten Aktienindex, erkennt man das Muster: In den Boomphasen der 90er-Jahre und der seit 2009 laufenden Rally liegen Value-Aktie hinter dem Gesamtmarkt zurück. Rechnet man aber die dazwischenliegende Krisenphase hinzu, haben Value-Werte unter dem Strich die Nase knapp vorn. Nebenbei haben die Kurse dieser Aktien nicht so stark ausgeschlagen und damit die Nerven ihrer Besitzer geschont.



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Bildquelle: Julian Mezger, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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