Apple ist bereits seit einigen Jahren an den Chiphersteller TSMC gebunden. Einem aktuellen Bericht von Bloomberg zufolge soll das Unternehmen jetzt allerdings mit einem neuen. sehr prominenten Lieferanten liebäugeln. Die Börse reagiert sofort: Chip-Aktien steigen am Dienstag zweistellig.
Es ist eine Liaison, die sich noch vor fünf Jahren kein Technik-Fan hätte vorstellen können: Apple sucht nach einer Alternative für Chips von TSMC und wendet sich dabei an Intel - und sogar an den Samartphone-Erzfeind Samsung. Geopolitisch wäre die Abwanderung durchaus sinnvoll, zumal Apple bereits über Lieferschwierigkeiten klagte. Besonders spannend wäre diese Situation auch für Intel-CEO Lip-Bu Tan, der das Unternehmen ohnehin stärker im Auftragsgeschäft positionieren möchte. Doch so unwirklich es scheint: Es könnte ein ausgeklügeltes Kalkül hinter den Gesprächen stecken.
Samsung in einem iPhone? Da war doch was!
Es ist zwar schon einige Zeit her, doch noch bevor es Apple sich mit TSMC verband, hatte Samsung die Chipfertigung für das iPhone übernommen - zumindest vom iPhone 4 (A4-Chip) bis zum iPhone 5S (A7-Chip). Auch die OLED-Bildschirme zahlreicher iPhones stammen von den Südkoreanern. Da Samsung jedoch seit einigen Jahren mit seinen Exynos-Chipsätzen in Benchmark-Tests kaum noch mithalten kann, setzt das Unternehmen bei seinen Ultra-Modellen vermehrt auf Qualcomm-Produkte. Das wirft die Frage auf: Wieso sollte dann ausgerechnet Apple mit dem großen Konkurrenten aus Korea zusammenarbeiten?
Im Falle von Intel dürfte wohl vor allem der brandneue A14-Prozessor die Herzen in Cupertino höher schlagen lassen. Eine Zusammenarbeit mit Apple wäre für den Prozessor-Riesen ein echter Glücksfall. Nicht auszuschließen, dass die Einstellung von Alex Katouzian, ehemals Qualcomm, etwas wenigdamit zu tun haben könnte. Er übernimmt die "Client Computing and Physical AI Group" bei Intel.
Intel- und Apple-Aktie steigen an der Wall Street
Da nun auch die Übernahme von SambaNova, seinerseits ein KI-Chip-Startup, durch Intel von US-Behörden genehmigt wurde, dürfte einer Zusammenarbeit der Firmen nichts mehr im Wege stehen. Dennoch wäre eine volle Abkehr von TSMC für Apple ein wenig problematisch. Denn vor allem in puncto Produktionskapazität und Verlässlichkeit hat der taiwanesische Konzern die Nase in der Branche noch immer deutlich vorn. Der Hauptantrieb für Apple besteht eher in der noch immer herrschenden Chip-Krise, weshalb der iPhone-Konzern nun Alternativen sucht.
Der Bericht von Bloomberg hat an der Wall Street am Dienstag hohe Wellen geschlagen. Die Apple-Aktie stieg noch vor dem Börsenstart um vier Prozentpunkte an, während Intel schon nach den ersten beiden Handelsstunden (Stand: 05.05.26 um 17:37 Uhr) einen Zuwachs um fast 14 Prozent verzeichnete. Auch andere Chip-Aktien wie Micron oder Western Digital legten deutlich zu.
Alles in allem ist vor allem Intel der große Gewinner der Gerüchte. Sollte es hier tatsächlich zu einer Zusammenarbeit und einem Bruch von Apple mit TSMC kommen, dürfte die Wall Street noch viel stärker reagieren.
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Häufig gestellte Fragen
Haben Intel und Apple bereits eine Vereinbarung?
Zum aktuellen Zeitpunkt (05.05.2026 um 17:25 Uhr) gibt es noch keine konkreten Verträge oder Abkommen. Laut Bloomberg fanden nur erste Gespräche statt.
Warum will sich Apple von TSMC trennen?
Apple-CEO Tim Cook betonte bereits, dass er eine größere Vielfalt in der Lieferkette anstrebt. Das Problem ist die Abhängigkeit von einem Unternehmen wie TSMC. Allerdings könnte eine Abkehr von den Taiwanesen genau deshalb auch recht umständlich werden.
Was liefert Samsung heuet schon für Apple?
Zu Zeiten des iPhone 4 stellte Samsung noch die Chips für die amerikanische Konkurrenz her. Mittlerweile sind es hauptsächlich OLED-Bildschirme. Aktuellen Gerüchten zufolge könnten die Südkoreaner bei Apple bald auch Sony im Bereich der Kamera-Chips ablösen. Ob hier etwas dran ist, bleibt aber offen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.