Die Zukäufe der Bankengruppe in Deutschland und in den Niederlanden tragen wesentlich zum starken Jahresergebnis bei. Besonders erfreulich ist die hohe Eigenkapitalquote und mehr Dividende.

Ein zusätzlicher Konkurrent für ­Onlinebanken in Deutschland: Seit Anfang Februar ist Easybank, die ­Onlinebank des österreichischen Kredit­instituts Bawag Group, auch hierzulande präsent. Möglich ist das durch die Übernahme des in Hamburg ansässigen deutschen Privatkundengeschäfts der britischen Barclays Bank, das jetzt von Bawag umfirmiert und in das Geschäft der Onlinetochter ­Easybank integriert wird.

Nach Angaben von Bawag ist das ehemalige Privatkundengeschäft von Barclays in Deutschland mit rund zwei Millionen Kunden einer der größten Anbieter von Kreditkarten mit vollwertiger Kreditfunktion. Das Produktangebot will die Bawag vorerst nicht ändern. Nach der ­Integration der Systeme in die technischen Strukturen der Bawag, die im ersten Quartal, also bis Ende März, abgeschlossen sein soll, sollte auch die App neu aufgesetzt werden. Spätestens ab 2027 soll mit der App mehr möglich sein, unter anderem auch Onlinebrokerage sowie der Handel mit Wertpapieren. Seit dem Tief an den Börsen Anfang April legte der Börsenwert in dem starken Jahr für Kreditinstitute um fast 80 Prozent zu, bevor es am 11. Februar trotz der starken Bilanz für das Schlussquartal 2025 einen kleinen Kursdämpfer gab. Inzwischen zieht Bawag auf dem Parkett wieder an. Das Kreditinstitut hat seine Ziele für 2025 bei wichtigen Kennzahlen übertroffen und sieht sich bei der Integration des Zukaufs im Plan.

Bawag Group

4,7 Prozent Dividendenrendite

Der Nettogewinn legte 2025 um 13 Prozent auf 860 Millionen Euro zu. 2026 sollen es 960 Millionen sein, in den folgenden Jahren dann jeweils 1,1 und 1,3 Milliarden Euro. Daran werden künftige Leistungen der Wiener nun gemessen. Das Kreditgeschäft legte 2025, dank der Zukäufe, in Deutschland und in den Niederlanden um zwölf Prozent zu, mit dem eigenen Geschäft wären es lediglich drei Prozent mehr gewesen. Die mit Barclays erworbenen Vermögenswerte wurden auf 4,7 Milliarden Euro taxiert, zwei Milliarden davon im Kreditkartengeschäft.

Der Nettozinsertrag legte 2025 um 40 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu, wesentlich getrieben durch den Barclays-­Deal. Bei der für die finanzielle Stabilität des Bankengeschäfts relevanten Kennzahl Eigenkapitalquote (CET1) schaffte Bawag 14,6 Prozent, deutlich mehr als die avisierten 12,5 Prozent und damit 468 Millionen Euro Überschusskapital — nach Abzug der Aktienrückkäufe im Wert von 75 Millionen und der für die Hauptversammlung am 22. April vorgeschlagenen Dividende von 6,25 Euro pro Aktie. Das sind rund 13,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Aktionäre werden am Erfolg für 2025 damit beteiligt. Für 2028 wird ein Überschusskapital von mehr als 1,5 Milliarden Euro avisiert. Dies könnte der Aktie einen weiteren Schub geben.

Die höchstzen Zinsen für Sparer ...

... finden Sie täglich im Tagesgeld-Vergleich und im Festgeld-Vergleich von BÖRSE ONLINE.

Lesen Sie auch: