Q2-ZAHLEN

Infineon macht Zulieferer für Chip-Engpässe verantwortlich

Infineon macht Zulieferer für Chip-Engpässe verantwortlich
05.05.2021 06:33:39

Der Halbleiter-Konzern Infineon sagt noch länger währende Engpässen bei Chips voraus und macht seine Zulieferer für die Knappheit verantwortlich. Große Auftragshersteller wie TSMC hätten nicht ausreichend investiert, um der Nachfrage nachzukommen, sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss am Dienstag.

"Wir erwarten, dass das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage noch einige Zeit bestehen bleibt mit dem Risiko, dass es bis 2022 anhält." Im Autosegment, das für 45 Prozent des Umsatzes steht, werde sich die Lage in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres entspannen. Der verlorene Umsatz werde aber wohl erst 2022 wieder aufgeholt werden.

Während Infineon Leistungshalbleiter und Logik-Chips selbst produziert, ist das Unternehmen bei Microcontrollern von Lieferanten abhängig. Branchenführer TSMC plant Insidern zufolge den Bau von mehreren weiteren Fabriken im US-Bundesstaat Arizona. Unklar ist, wie groß diese Fertigungsstätten ausfallen sollen. Erst im vergangenen Monat hatte TSMC angekündigt, in den kommenden drei Jahren 100 Milliarden Dollar in den Ausbau der Kapazitäten zu investieren. Auch in Europa soll die Produktion von Chips ausgebaut werden. Der zuständige EU-Kommissar Thierry Breton führte dazu zuletzt eine Reihe von Spitzengesprächen mit wichtigen Firmen der Branche, mit dem Ziel, die Chip-Produktion in Europa zu erhöhen. Intel-Chef Pat Gelsinger brachte zuletzt Deutschland als möglichen Standort für eine Chipfabrik ins Spiel und sprach sich für Staatshilfen in Milliardenhöhe für ihren Bau aus.

Infineon-Chef Ploss kündigte für sein Unternehmen Investitionen mit Augenmaß an. Die Fabrik in Villach werde den Betrieb im vierten Quartal des Geschäftsjahres (bis Ende September) aufnehmen, das seien drei Monate früher als zunächst geplant. Ein wichtiger Meilenstein sei geschafft, die Reinräume könnten nun mit Fertigungsanlagen ausgestattet werden. Die Chipbranche ist berüchtigt für ihre ausgeprägten Zyklen, in denen sich Zeiten von Knappheit mit Überkapazitäten abwechseln.

PROGNOSE ANGEHOBEN


Auf das Gesamtjahr blicken die Münchner etwas optimistischer als noch im Februar. Das Unternehmen sagte einen Umsatz von elf Milliarden Euro für die zwölf Monate bis Ende September voraus, wenn der Dollar einigermaßen stabil bleibe. Auch die Umsatzrendite soll sich mit 18 Prozent etwas besser entwickeln als zuletzt angenommen. Allerdings dürften die Folgen des zeitweiligen Stillstands des Werks in Austin im US-Bundesstaat Texas das Umsatzwachstum vor allem im dritten Quartal dämpfen. An der Börse gaben die Aktien 4,5 Prozent nach und waren damit Schlusslicht im Dax. Analysten sprachen von Gewinnmitnahmen: "In diesem Quartal hat es sich für die Halbleiterhersteller nicht immer ausgezahlt, die Erwartungen zu übertreffen", schrieben die Experten bei der UBS.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres lag der Umsatz bei 2,7 Milliarden Euro und damit rund ein Drittel höher als vor Jahresfrist. Das Segmentergebnis schnellte um 72 Prozent nach oben auf 470 Millionen Euro. Beide Kennzahlen fielen etwas besser aus als vom Unternehmen befragte Analysten erwartet hatten. Der Konzernüberschuss verbesserte sich um 14 Prozent auf 203 Millionen Euro.

rtr

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