Die Staatengruppe Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Öl-Förderländer wie Russland gehören, wolle auf Monatsbasis aber weniger als 500.000 Barrel je Tag hinzufügen. Analysten hatten ursprünglich mit dieser Menge oder mehr gerechnet und hatten gewarnt, dass größere Sprünge die Ölpreise belasten dürften. Saudi-Arabien will die Mengen schrittweise anheben, während Russland auf ein energischeres Anfahren dringt. Die Corona-Virusvariante Delta birgt Börsianern zufolge das Risiko neuer Lockdowns und damit einhergehend einer wieder gedämpfteren Nachfrage. Dies könnte die OPEC+ davon abhalten, das Angebot allzu stark auszuweiten.

Erleichtert zeigten sich die Anleger an den Rohölmärkten. Die Nordseesorte Brent stieg um 2,7 Prozent auf 76,19 Dollar je Fass, US-Leichtöl WTI verteuerte sich um 2,7 Prozent auf 75,45 Dollar und notierte damit auf dem höchsten Stand seit Oktober 2018. Der angestrebte Anstieg werde das Angebot auf den Weltmärkten im Sommer knapp halten, wobei die Nachfrage in den kommenden Wochen weiter steigen werde, sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Der Ölmarkt habe aber generell Spielraum, um mehr Rohöl aufzunehmen. Im dritten Quartal sei damit zu rechnen, dass die Öllager in größerem Umfang schrumpften, was die Ölpreise antreiben werde. Gelockerte Reisebeschränkungen nicht zuletzt wegen fortschreitender Impfungen dürften dazu führen, dass die Ölnachfrage im zweiten Halbjahr an Fahrt aufnehme. "In der ersten Jahreshälfte wurden die Voraussetzungen für eine weitere Verbesserung und ein Wachstum der Wirtschaft und der Ölnachfrage geschaffen", sagte Tamas Varga, Ölanalyst beim Londoner Brokerage PVM Oil.

rtr