Die Impfkampagne ist in Israel im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Das Land mit seinen 9,2 Millionen Einwohnern gilt weltweit als Vorreiter. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist daher optimistisch: Bis Ende März dürften alle berechtigten Bürger im Alter von 16 Jahren oder älter geimpft sein, sagt er. Mit wichtigen Folgen: Die Regierung will die Wirtschaft ab dem 5. April wieder komplett hochfahren.

Schon jetzt hat in Israel fast die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine Dosis des Pfizer/Biontech-Impfstoffes erhalten. Mit einem entsprechenden Ausweis, dem "Grünen Pass", dürfen Geimpfte damit jetzt wieder in Fitnessstudios. Auch Theater oder Sportereignisse darf man damit besuchen. Das soll die Wirtschaft trotz weiter hoher Inzidenzzahlen ankurbeln.

Die Nichtgeimpften dagegen dürfen seit Ende Februar unter Einhaltung der Maskenpflicht immerhin Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser wieder aufsuchen. Auch die Schulen wurden weitestgehend geöffnet.

Das Problem: Trotz der erfolgreichen Impfkampagne bleiben die Infektionsfälle in Israel auf hohem Niveau. Die Regierung macht dafür vor allem eine Virusmutation verantwortlich. Seit dem 26. Januar ist daher der Internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv weitgehend geschlossen. Ein weiterer möglicher Grund für die hohen Infektionszahlen: Nicht überall wurden die geltenden Lockdown-Regeln beachtet und durchgesetzt.

Dass man in Israel dennoch weiter ist als anderswo, liegt an speziellen Deals, die Netanjahu eingegangen ist: Pfizer stellt die Versorgung mit Impfstoff sicher, das Land liefert dafür Daten zur Impfkampagne, die Aufschluss geben über die Wirksamkeit des Präparats. Zudem werden die beiden Impfstoffproduzenten Pfizer/ Biontech und Moderna bald Anlagen in Israel bauen. "Wir werden hier zwei Fabriken errichten, die Israel zu einem Teil der globalen Impfstoffversorgungskette machen", so der Premier. In einem Werk sollten Ampullen für Moderna hergestellt werden. Das andere wird ein Pfizer-Zentrum für Forschung und Entwicklung.

Dass die Dinge in Israel anders laufen, sieht man auch daran, dass die Wirtschaft Israels, die zuvor jährlich mit Raten von über drei Prozent wuchs, 2020 noch glimpflich davongekommen ist: Das Bruttoinlandsprodukt ging laut Zentralbank "nur" um 3,7 Prozent zurück. Der IWF geht indes von 5,9 Prozent aus. Bekannt ist Israels Wirtschaft vor allem für seine IT-und Hightechbranche. Die dominiert mit gut 30 Prozent Anteil auch den Export. Dahinter folgt der Chemiesektor. Beide Bereiche liefen auch während der Pandemie gut.

Spannende Tech-Aktien


Wer als Anleger investieren will, kann dies nur noch mit gezielten Aktieninvestments tun. Einen ETF gibt es seit neuestem nicht mehr, denn iShares hat seinen ETF auf den Leitindex TA-35 per Mitte März gekündigt. Die gute Nachricht: Es gibt einige aussichtsreiche Aktien, die mit guter Liquidität auch in Deutschland gehandelt werden. Die gewichtigsten Werte kommen aus dem Bereich Finanzen. Am spannendsten scheint aber der IT-Sektor.

Etwa Solaredge. Das in den USA notierte Unternehmen profitiert vom weltweiten Ausbau von Photovoltaikanlagen. Solaredge produziert dabei deren Herzstück - Wechselrichter, die aus Gleichstrom, den die Solarzellen produzieren, besser nutzbaren Wechselstrom machen. Darüber hinaus produziert man Leistungsoptimierer, Überwachungssysteme für Anlagen und Energiespeicher. Auch im Bereich Elektroautos mischt man mit, etwa bei Fahrzeug-Antrieben.

Interessant ist immer auch Check Point Software, der Spezialist für Cybersecurity. Aktuell sind vor allem Marken wie Netflix, Whatsapp, Facebook und Amazon Opfer von Markenphishing. Alles Dienste, die während des Lockdowns besonders genutzt wurden. Bei ihren Attacken versuchen Cyberkriminelle die offizielle Website einer bekannten Marke zu imitieren und daraus Kapital zu schlagen. Die zunehmenden Hackerangriffe bescheren Check Point Software steigende Umsätze. Vor allem die hohe Nachfrage nach Netzwerksicherheit kurbelte das Geschäft an, da während der Pandemie immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Auch nach Corona dürfte IT-Sicherheit in unserer digitalen Welt eine immer bedeutendere Rolle spielen und Check Point damit weiteres Wachstum bescheren.

Spannend ist auch Nice Systems, ein Anbieter von Software für Qualitäts-, Personal- und Kundenmanagement. Dazu kommt Sprachaufzeichnungstechnologie für Callcenter. Besonders viel Potenzial verspricht aber die Prozessautomatisierung, wo es darum geht, Routinearbeiten von Robotern erledigen zu lassen. Analysten halten auf Sicht von fünf Jahren jährliche Gewinnzuwächse von 13,6 Prozent für möglich.