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Japan-Aktien: Ein neuer Rekord und alte Sorgen

Japan-Aktien: Ein neuer Rekord und alte Sorgen

WKN: 891624 ISIN: JP3436100006 Softbank Corp.

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16.01.2019 - 18:19
14.01.2019 04:20:00

Im Sog des weltweiten Börsenabschwungs zieht es auch die Börse Tokio mit nach unten. Dabei wollte man eigentlich so richtig feiern - den mit Abstand größten Börsengang des Jahres. Von Martin Blümel

Alles fällt. Auch die Aktienkurse an der Tokioter Börse. Konjunktursorgen sind der Hauptgrund - das verlangsamte Wachstum in China, der Handelskrieg mit den USA und der Brexit könnten die exportabhängige Wirtschaft treffen, die schon in zwei der zurückliegenden drei Quartale geschrumpft ist. Und so sank der 225 Werte umfassende Nikkei-Index auf das Niveau von Mitte 2017 zurück. Ebenfalls belastend wirkte der sinkende Ölpreis, wodurch die Sorge entstand, dass die Inflation im kommenden Jahr wieder zurückgeht. Das Problem dauerhafter Deflation wäre dann wieder akut. Aktuell liegt die Kerninflation noch bei einem Prozent.



Dabei hatte man zuletzt noch auf ein Börsenfest gehofft. Am 19. Dezember fand nämlich der lang erwartete Börsengang von Softbank Corp. statt, der Telekomtochter der Softbank Group. Doch so richtig zufrieden dürfte das Internet- und Mobilfunkimperium mit dem Ergebnis nicht sein. Zwar gelang es Unternehmensgründer Masayoshi Son, 37 Prozent der Mobilfunktochter zu platzieren und somit 20,7 Milliarden Euro einzunehmen, was den IPO zum größten Börsengang des Jahres machte, allerdings verlor der Aktienkurs nach Handelsstart dann doch deutlich an Wert.




Fast so gut wie die Chinesen



Und trotzdem: Ein Börsengang in unsicheren Zeiten, das muss man sich erst mal trauen. Und immerhin hat man mehr eingenommen als einst Japans bisheriger Rekordhalter, der frühere Telekommonopolist NTT im Jahr 1987. Ein Triumph für den ehrgeizigen Softbank-Gründer Son, der vor allem seine japanischen Rivalen stets übertreffen will. Und sogar den weltweit größten Börsengang aller Zeiten, den von Alibaba mit einem Ergebnis von 25 Milliarden Dollar, hat man fast erreicht.

Der IPO ist clever: So verlagert man nämlich den Schwerpunkt der Muttergesellschaft vom Mobilfunk zu einer Beteiligungsgesellschaft für Unternehmen rund um künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge. Softbank Group will bis zum Jahr 2040 Anteile an 5000 Technologieunternehmen besitzen. Daher werden die Einnahmen aus dem Börsengang für weitere Akquisitionen genutzt - bisher geschah dies meist über Schulden. Der Börsengang kann auch helfen, den Wert der Softbank-Holding zu erhöhen. Diese wird derzeit laut einer Berechnung der Wirtschaftszeitung "Nikkei" 55 Prozent unter dem Buchwert aller Beteiligungen und Vermögenswerte gehandelt.

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