"Bisher ist wenig davon zu spüren", sagte Finanzchef Hans-Dieter Schumacher der "Börsen-Zeitung" (Samstag). "Nach dem Lockdown im Frühjahr 2020, der uns deutlich getroffen hat, gab es eine kräftige Erholung, die sich bis jetzt nicht sonderlich verlangsamt hat."

Der Optimismus von Schumacher übertrug sich zum Beginn der neuen Woche auf die Anleger. Die Aktie gewann am Montagnachmittag zuletzt knapp neun Prozent auf 27,82 Euro. Im Hoch war sie so teuer wie seit November 2019 nicht mehr.

Der Manager des im SDax notierten Unternehmens gab sich zuversichtlich, dass die im Oktober gesenkten Jahresziele für 2020 erreicht wurden: "Davon gehen wir aus." 2021 peilt Jenoptik laut Schumacher dann an, das mittelfristige und ursprünglich für 2022 anvisierte Ziel von 16 Prozent bei der Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zu erreichen.

Warburg-Analyst Malte Schaumann sah in der frühen Indikation für das begonnene Jahr eine Stütze für einen deutlichen Aufschwung bei der Marge. Seiner Meinung nach wird das Unternehmen beizeiten neue mittelfristige Ziele ausgeben.

Im abgelaufenen vierten Quartal hat das Unternehmen für den Umbau noch einmal Geld in die Hand nehmen müssen. In den ersten neun Monaten des Jahres habe das Unternehmen für Restrukturierung 7 Millionen Euro zurückgestellt. "Im vierten Quartal ist wie angekündigt ein deutlich höherer Betrag, unter anderem für die Optimierung von Standorten und Personalmaßnahmen, hinzugekommen", sagte Schumacher.

Jenoptik leidet unter anderem unter dem zwischenzeitlichen Einbruch der Automobilindustrie in der Corona-Pandemie. "Es wird Jahre dauern, bis das Geschäft im Bereich Verbrennungsmotoren wieder an das Vorkrisenniveau herankommt", sagte er. "Daher müssen die Strukturkosten an das reduzierte Umsatzniveau angepasst werden. Man kann nicht fünf Jahre Kurzarbeit machen."

Jenoptik ist als Anbieter von Optik und Messtechnik unter anderem in der Medizintechnik und der Halbleiterausrüstung aktiv, bietet aber auch Mess- und Automatisierungslösungen für die Auto-, Luft- und Raumfahrtindustrie an.

dpa-AFX