Aus dem alten Industriekonglomerat, das unter anderem Telefone, Waschmaschinen, Kraftwerke, Chips, Medizingeräte, Glühbirnen und Kühlschränke herstellte, ist dabei geworden, was man bei Siemens als "fokussiertes Technologieunternehmen" bezeichnet. Kunden sind nicht Verbraucher sondern andere Unternehmen. Wer heute einen Kühlschrank mit Siemens-Schriftzug kauft, hat mit dem Konzern schon lange nichts mehr zu tun. Von Telefonanlagen, Computern und Handysparte trennte sich Siemens ebenfalls.

Auch die Börse hat der Konzern immer wieder mit neuen Unternehmen bedient: Epcos, Infineon, Osram, Healthineers und Energy kamen auf das Parkett, mit unterschiedlich großem Erfolg. An Healthineers und Energy ist Siemens zwar noch beteiligt, doch die Konglomeratszeiten sind vorbei.

Das verbliebene Unternehmen konzentriert sich vor allem auf drei Bereiche: Digitale Industrie, die sich um die Automatisierung von Systemen kümmert, intelligente Infrastruktur, die Energiesysteme und Gebäudetechnik anbietet und verbindet sowie Mobilität, die unter anderem Züge und Bahntechnik herstellt.

Eigentlich sei es kaum denkbar, noch mehr umzubauen, ohne an die Substanz des Unternehmens zu gehen, ist in Unternehmenskreisen zu hören. Zudem steht Siemens solide da und der Börsenkurs ist auf Höhenflug. Und der neue Chef hat auch keine persönlichen Gründe Siemens umzubauen. Er muss sich nicht beweisen. Dafür ist seine Position im Unternehmen viel zu stark. Und nicht zuletzt ist Busch seit 2011 Vorstandsmitglied bei Siemens und war damit an Kaesers großem Umbau nicht unbeteiligt. Die Ära der großen Abspaltungen dürfte für Siemens zu Ende sein.

dpa-AFX