Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum drehen weltweit nach unten. Exemplarisch zeigt sich dies an den Perspektiven der deutschen Wirtschaft: Als Exportweltmeister hängt sie von der weltweiten Konjunktur ab. Für dieses Jahr hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die so genannten "Wirtschaftsweisen", seine Wachstumsprognose für Deutschland gerade um fast die Hälfte auf nun nur noch 0,8 Prozent nach unten korrigiert. Im vergangenen Herbst hatten die Experten in ihrem Gutachten für 2019 noch mit einem Plus von 1,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) gerechnet. Im Frühjahr 2018 waren sie gar von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen. Besonders nachdenklich stimmt dabei die Tatsache, dass sich nach ihrer Ansicht die "Grunddynamik der deutschen Wirtschaft verlangsamt" habe. Dies gehe vor allem auf eine deutlich schwächere Exportnachfrage aus wichtigen Absatzmärkten zurück.
Das macht sich an den Anleihemärkten bemerkbar. Erstmals seit dem Jahr 2016 ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen jetzt wieder unter die Nulllinie gefallen. Das bedeutet, dass Investoren komplett auf Zinsen verzichten, selbst wenn sie zehn Jahre lang dem deutschen Staat Geld geben. Warum sie das machen? Die Bundesanleihen gelten als ausgesprochen sicherer Hafen. Kracht es an den Börsen, dann ist das Geld in diesen Papieren sicher angelegt und man kann in Ruhe abwarten, bis sich wieder bessere Anlageperspektiven an den Börsen ergeben.
Dieses Szenario gilt auch für die USA: Bei den US-Staatsanleihen hat sich die Zinskurve gedreht, Ökonomen sprechen von der "inversen Zinskurve". Derzeit bieten kurz laufende US-Staatsbonds mit einer Laufzeit von drei Monaten mehr Rendite als die zehnjährigen Papiere. Normalerweise ist es umgekehrt, weil Anleger über eine lange Laufzeit mehr Risiko eingehen. Auch in den USA gilt offenbar, dass sich die Investoren vor drohendem Ungemach an den Börsen in Sicherheit bringen wollen. Besonders nachdenklich stimmt dabei, dass Anleihen-Investoren in der Regel Strömungen an den Kapitalmärken gut vorherahnen. Deswegen war in der Vergangenheit eine inverse Zinskurse oft wirklich ein Indikator für bald fallende Aktienkurse gewesen.
Kommt jetzt der Absturz? "Inverse Zinskurve" macht Angst
· Börse Online Redaktion
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