Die Festnahme von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro sorgt für Bewegung an den Märkten – nach oben. Besonders Öl- und Energiewerte legen am Montag kräftig zu. Die Anleger spekulieren auf einen Neustart des krisengeplagten Ölsektors im Land – mit Mega-Profiten für US-Ölkonzerne.

Die internationalen Finanzmärkte reagieren umgehend auf die Militäraktion der USA in Venezuela vom Wochenende. Dort hatten US-Militärs in der Nacht zum Samstag den bisherigen Machthaber Nicolás Maduro überwältigt, festgenommen und in die USA gebracht. Dort soll er nun wegen Drogenhandels, Terrorismus sowie illegalen Waffenbesitzes angeklagt werden. Ihm droht laut US-Medien lebenslange Haft.

Derweil richten sich die Investoren bereits auf die Zeit nach Maduro ein. Besonders der Ölsektor steht im Fokus, denn Venezuela verfügt über die größten bestätigten Ölreserven der Welt, konnte diese unter Sanktionen und Missmanagement jedoch kaum nutzen.

Starke Kursgewinne bei US-Ölwerten

Donald Trump hate am Samstag unter anderem angekündigt, dass nun US-Ölgesellschaften die maroden Förderanlagen wiederherstellen würden, um endlich „Geld für Venezuela“ zu verdienen. Die Börsianer glauben jedoch, dass ein Großteil dieser Erlöse in die Kassen von US-Ölunternehmen fließen wird.

Im vorbörslichen Handel legten daher bereits zahlreiche Energieaktien deutlich zu. Halliburton und SLB (Schlumberger) gehörten mit Kursgewinnen von jeweils rund acht Prozent zu den größten Gewinnern. Beide Konzerne gelten als Schlüsselanbieter für Ölfelddienstleistungen, die von einer Modernisierung der venezolanischen Förderanlagen stark profitieren würden.

Auch große Ölproduzenten und Raffinerien zogen an: Chevron, das bereits unter einer US-Ausnahmegenehmigung in Venezuela aktiv ist, gewann rund 7 Prozent, ConocoPhillips und Valero Energy legten rund 6 Prozent zu. Ebenfalls gefragt waren Marathon Petroleum, Occidental Petroleum und Exxon Mobil.

Schlumberger (WKN: 853390)

Was mehr Öl aus Venezuela für die Märkte bedeutet

Wie die Kursreaktionen zeigen, spekuliert der Markt auf Lockerungen der Sanktionen und neue Förderlizenzen für ausländische Konzerne.

Für den globalen Ölmarkt hätte eine Rückkehr Venezuelas eine entgegengesetzte Wirkung: Ein langfristig höheres Ölangebot würde die Preise drücken. Das wiederum spricht eigentlich nicht für steigende Kurse.

Venezuelas Ölreserven befinden sich überwiegend im sogenannten Orinoco-Gürtel auf dem Festland. Sie sind daher zu erschließen als etwas Brasiliens Ölvorkommen, die zu großen Teilen Offshore auf hoher See gefördert werden müssen, was die Gewinnung verteuert. Das erklärt auch, warum die Aktie des brasilianischen Ölriesen Petrobras am Montag sogar leicht nachgibt.


WTI Crude Futures - WTI - May2 (ISIN: GB00JSZ91629)

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