Für Nebenwerte läuft es am deutschen Aktienmarkt weiterhin besser als für Standardwerte. Zu den Spezialisten für Aktien aus der zweiten und dritten Reihe zählt Oddo BHF. Die deutsch-französische Investmentbank hat im Februar Kaufempfehlungen für Titel aus Deutschland bekräftigt, die über Kurspotenziale von 20 Prozent bis 73 Prozent verfügen.

Bei Gesprächen unter Marktteilnehmern ist zwar oft von einer nunmehr seit fast neun Jahren anhaltenden Hausse die Rede. Bei genauer Hinsicht ist aber zumindest für den deutschen Aktienmarkt zu konstatieren, dass diese gehörig ins Stocken geraten ist. Der Dax notiert jedenfalls lediglich nur auf einem bereits im April 2015 erreichten Niveau.

In diesem Jahr setzte es bisher für den deutschen Leitindex sogar spürbare Verluste. Zu tun hat das mit Inflationsängsten sowie mit dem festen Euro. Die europäische Einheitswährung hat bekanntlich verglichen mit dem Vorjahresquartal um fast 10 Prozent gegenüber dem Dollar aufgewertet.

Letzterer spielt sicherlich mit eine Rolle dabei, dass gemessen an jenen DAX-Vertretern, die bisher ihre Ergebnisse für das abgelaufene Quartal vorgelegt haben, die Zahlen in Sachen Überraschungen gemessen an den Erwartungen schlechter als im langfristigen Durchschnitt ausgefallen sind.

Bei den Werten aus der zweiten Reihe fällt die Bilanz etwas besser aus. Das ist es laut Angaben der Commerzbank so, dass die bisher vorliegenden Daten von Unternehmen aus dem MDAX ein wenig besser als im langfristigen Durchschnitt ausgefallen sind.

Passend dazu schneiden auch in diesem Jahr bisher die Nebenwerteindizes MDAX und SDAX ab. Damit setzt sich eine bereits seit Jahren zu beobachtende bessere Wertentwicklung als beim DAX fort. Die auch auf Nebenwerte spezialisierten Analysten von der deutsch-französischen Investmentbank Oddo BHF trauen ausgewählten deutschen Werten abseits der ersten Börsenreihe weitere Kursgewinne zu. Fünf davon stellen wir auf den nachfolgenden Seiten fünf Titel etwas näher vor. Diese sind mit Kurspotenzialen von 20 Prozent bis 73 Prozent ausgestattet.

Auf Seite 2: KPS





KPS-Aktie



Sehr groß ist das Kurspotenzial, das die Analysten von BHF Oddo den Aktien der KPS AG zutrauen. Obwohl man jüngst das Kursziel von 19,50 Euro auf 17,00 Euro senkte, besteht auch bei dieser jetzt tieferen Zielbasis bei einem derzeitigen Kurs von 9,83 Euro noch fast 73 Prozent Luft nach oben.

Die erwähnte Kurszielsenkung war dabei eine Reaktion auf die Meldung, wonach die Münchener Unternehmensberatung im ersten Geschäftsquartal 2017/18 wegen höherer Personalkosten, massiver vertrieblichen Investitionen und strategischen Akquisitionen weniger als halb so viel verdient hat wie im Vorjahreszeitraum. Konkret sank der Gewinn vor Steuern und Zinsen im abgelaufenen Quartal von 6,4 Millionen auf 3,1 Millionen Euro. Nach Steuern blieben 2,2 Millionen Euro nach 5,3 Millionen im ersten Quartal 2016/17 hängen. Der Umsatz ging ebenfalls leicht zurück, von 40,3 Millionen Euro auf 38,1 Millionen Euro.

In Sachen Ergebnisprognose sagte der Vorstand, man rechne für das Geschäftsjahr 2017/2018 mit einem Konzernumsatz von 160-170 Millionen Euro und einem EBIT von 23-26 Millionen Euro. Enthalten sind darin die Umsatzbeiträge der seit Oktober erworbenen ICE Consultants Europe SL in Barcelona, der Infront Consulting & Management GmbH in Hamburg sowie der Londoner Envoy Digital Limited.

Aus Sicht des zuständigen Analysten Henning Steinbrink blieb diese Vorhersage jedoch deutlich hinter seien Erwartungen zurück und diese Vorgabe sei zudem auch geringer, als dies bei früheren Kommentaren des Managements der Fall gewesen sei. Alles in allem hält Steinbrink die unternehmensinterne Schätzung für ein Worst-Case-Szenario. Unter Abwägung aller derzeitigen Chancen und Risiken rechnet er für 2017/18 mit einem Umsatz von 173 Millionen Euro und mit einem EBIT von 27 Millionen Euro. Er bewegt sich damit etwas über der Unternehmensprognose.

Dennoch seien deutlich Korrekturen bei den bisherigen Ergebnisschätzungen erforderlich gewesen. Die neue Prognose für den angepassten Gewinn je Aktie in den Jahren 2017/18, 2018/19 und 2019/20 beträgt nun 0,58, 0,66 und 0,73 Euro. Auf Basis des letztgenannten Wertes ergibt sich ein geschätztes KGV von 13,3. Gemessen am aktuellen Aktienkurs und den mittel- bis langfristigen Geschäftsaussichten stuft Steinbrink das Chance-Risiko-Profil als sehr günstig ein.

Charttechnik





Bei der Aktie von KPS fällt die Performance-Bilanz der vergangenen Jahre extrem stark aus. Denn der Kurs hat sich von November 2009 bis Januar 2017 von 0,49 Euro auf 18,30 Euro nach oben bewegt. Nachdem sich dann aber im Jahr 2017 zunächst ein Seitwärtstrend breit gemacht hat, kam es zuletzt zu einer spürbaren Korrektur nach unten. Der dabei ausgebildete kurzfristige Abwärtstrend trübt die charttechnische Ausgangslage solange er intakt ist.

Profil



KPS bezeichnet sich als der europaweit führende Transformationspartner für Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell innerhalb kürzester Zeit radikal auf den Kunden ausrichten und innovative digitale Prozesse und Technologien implementieren wollen. KPS arbeitet dabei mit Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen und liefert von der Strategieausrichtung über branchenspezifische Prozessketten bis zur Implementierung modernster Technologien alles aus einer Hand.

KPS-Berater verbinden die Warenwirtschaft mit B2B- und B2C-Prozessen des eCommerce und kundenorientierten Marketing- & Sales-Prozessen. So beschleunigt die KPS Rapid-Transformation-Methode eigenen Angaben zufolge die Projektinitiativen um bis zu 50 Prozent. Das Unternehmen agiert mit rund 1.000 Beratern in 12 Ländern.

Auf Seite 3: Heidelberger Druckmaschinen





Heidelberger Druckmaschinen-Aktie



Mit einer Kaufempfehlung hat Oddo BHF die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen AG versehen. Das Kursziel beläuft sich auf 3,50 Euro. Das heißt, dem SDAX-Vertreter traut die Investmentbank bei einem aktuellen Kurs von 2,93 Euro einen Anstieg von 19,5 Prozent zu.

Was den Geschäftsverlauf angeht, sah sich der Maschinenbauer den im Februar gemachten Angaben zufolge dank der Nachfrage nach Digitaldruckmaschinen operativ nach drei Quartalen auf Kurs, die selbstgesteckten Jahresziele im Geschäftsjahr 2017/18 zu erreichen. Wie es zudem weiter hieß, befinde man sich beim Wandel zu einem modernen digitalen Technologie-Unternehmen auf einem guten Weg. Jedenfalls würden die neuen digitalen Lösungsangebote auf große Kundenresonanz stoßen.

In den ersten neun Monaten fiel der Konzernumsatz mit 1,66 Milliarden Euro zwar unterhalb des Vorjahreswertes von 1,68 Milliarden Euro aus, allerdings sind dabei negative Währungseffekte von rund 39 Millionen Euro zu berücksichtigen. Der Auftragseingang kletterte aber im 3. Geschäftsjahresquartal um mehr als 16 Prozent auf 678 Millionen Euro zu. Das EBITDA ohne Restrukturierungsergebnis erhöhte sich nach drei Quartalen von 94 Millionen Euro auf 105 Millionen Euro.

Für das im März endende Geschäftsjahr rechnen die Verantwortlichen wegen der Währungseffekte und einer Reduzierung des Gebrauchtmaschinenhandels nur mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Prognose für das Nachsteuerergebnis hatte man Ende des Vorjahrs wegen einmaliger negativer Folgen durch die US-Steuerreform auf 36 Millionen Euro und damit deutlich unter den Vorjahreswert gesenkt.

Der bei Oddo BHF zuständige Analyst Michael Junghans setzt mit seiner Kaufempfehlung darauf, dass sich der erwähnte digitale Wandel des Unternehmens mittel- bis langfristig bezahlt macht. Den Umsatz sieht er 2017/18 bei 2,465 Milliarden Euro und in den beiden Geschäftsjahren danach bei 2,539 Milliarden Euro bzw. bei 2,610 Milliarden Euro.

Von einer Dividendenzahlung geht er bis auf weiteres zwar nicht aus, aber den Umsatz sieht er in den beiden nächsten Geschäftsjahren von geschätzten 0,08 Euro je Aktie für 2017/18 auf 0,23 Euro bzw. auf 0,28 Euro steigen. Auf letztgenannter Basis errechnet sich ein geschätztes KGV von 10,5.

Charttechnik





Der Kurs der Aktie der Heidelberger Druckmaschinen befand sich von Juni 1998 bis November 2012 auf einer langen und ausgeprägten Talfahrt. Sank die Notiz in dieser Zeit doch von 54,50 Euro auf 0,94 Euro. Den zwischenzeitlich erworbenen Status als Pennystock konnte der Titel abgeben, denn von einem sehr tiefen Niveau aus gelang eine gewisse Erholung. Allerdings ist diese derzeit schon wieder in Gefahr, weil die Kurse seit Oktober 2017 wieder nachgaben. Das Chartbild ist deshalb aktuell höchstens als neutral einzustufen.

Profil



Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist ein Lösungsanbieter für die gesamte Druckindustrie. Das Unternehmen liefert von der Druckvorstufe über die unterschiedlichsten Druckverfahren bis hin zur Weiterverarbeitung alles aus einer Hand, inklusive der dazugehörigen Services, Dienstleistungen und Qualifikationen. Dazu gehören Präzisionsdruckmaschinen für den Digital-, Bogenoffset- und Flexodruck, Ersatzteile, Verbrauchsmaterialien wie Farben, Software zur Integration aller Prozesse in einer Druckerei und Finanzierungslösungen beim Erwerb von Maschinen.

Zu den wichtigsten Marktsegmenten zählen der Werbe- und Verpackungsdruck. Im modernen Produktdesign ist die Verpackung zum integralen Bestandteil geworden. So bietet Heidelberg eine große Bandbreite an innovativen Verpackungen für die Pharma- oder Lebensmittelindustrie und viele weitere Bereiche.

Auf Seite 4: X-Fab Silicon Foundries





X-Fab Silicon Foundries-Aktie



Die noch relative unbekannte Aktie von X-Fab Silicon Foundries hat Oddo BHF im Zuge einer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 11,00 Euro versehen. Mit dieser Vorgabe ging es jüngst zwar um einen Euro nach unten, aber wegen der zuletzt verbuchten Abschläge kommt der Titel damit bei derzeitigen Notierungen von 8,71 Euro noch immer auf ein Aufwärtspotenzial von 26,3 Prozent.

Die hierzulande geringe Bekanntheit des Halbleiterherstellers hat zum einen damit zu tun, dass der Börsengang an der Euronext Paris erfolgte. Zum anderen hat die mit der Konzern-Holding formal zwar in Belgien angesiedelte Gesellschaft offensichtlich keine Investor-Relations-Seite auf Deutsch, obwohl sich die operative Zentrale im Erfurter Industriegebiet Südost befindet. An deutschen Anlegern scheint man somit kein Interesse zu haben.

Darüber hinaus fällt ganz allgemein die Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien dürftig aus. Immerhin auch auf Deutsch sind aber auf der Unternehmens-Webseite die jüngsten Quartalsergebnisse zu finden. Demnach sanken die Umsätze im vierten Quartal 2017 um drei Prozent auf 154,1 Millionen Dollar, das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich aber um 144 Prozent auf 32,0 Millionen Dollar.

Für 2018 stellt der Vorstand einen Jahresumsatz im Bereich von 615-655 Millionen Dollar in Aussicht, bei einem EBIT von 50-70 Millionen Dollar. Für 2019 bewegen sich die korrespondierenden Werte bei 700-760 Millionen Dollar bzw. bei 70-100 Millionen Dollar. Die Prognosen basieren dabei auf einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,20 Dollar/Euro, wobei sich ein steigender Dollar zuletzt deutlich negativ beim Ergebnis bemerkbar machte.

Zuvor hatte man intern, aber auch auf Analystenseite mit einem niedrigeren Euro-Kurs zum Dollar gerechnet. Das trug mit zu zuletzt sinkenden Ergebnisschätzungen bei. Nachdem sich die Wachstums-/Margenaussichten von X-FAB leicht verschlechtert haben, hat jüngst auch Oddo BHF-Analyst Veysel Taze die Schätzungen für 2018e/2019e nach unten angepasst. Die Basisannahme, wonach es gelingt, künftig rentabler zu gestalten, hält er aber ebenso aufrecht wie das auch darauf basierende Kaufvotum. Von einem von ihm für 2018/19 erwarteten angepassten Gewinn je Aktie von 0,65 Dollar ergibt sich ein geschätztes KGV von 16,6. Angemessen sei aber ein KGV im Bereich von rund 20, heißt es.

Charttechnik





Die erst seit April 2017 börsennotierte Aktie von X-FAB legte von September 2017 bis Januar 2018 spürbar von 7,05 Euro auf 10,86 Euro zu. Es gelang aber nicht, das letztgenannte Hoch zu halten, sondern die Notiz ist zuletzt deutlicher nach unten gerutscht. Dadurch bewegt sich der Titel wieder in Richtung des Ausgabepreises von 8,00 Euro und es fehlt dadurch letztlich momentan auch an überzeugenden charttechnischen Kaufargumenten.

Profil



Die X-FAB-Gruppe bezeichnet sich selbst als die führende analog/mixed-signal und MEMS-Foundry und fertigt im Kundenauftrag Siliziumwafer für Anwendungen aus dem Automobil-, Industrie-, Medizintechnik- und Konsumgüterbereich. Kunden weltweit profitieren nach eigener Einschätzung von den höchsten Qualitätsstandards, exzellenter Fertigung und innovativen Lösungen basierend auf modularen CMOS-Prozessen in Geometrien von 1,0 bis 0,13 Mikrometern, sowie speziellen BCD-, SOI- und MEMS-Technologien. Die analog-digital integrierten Schaltkreise (mixed-signal ICs), Sensoren und MEMS-Bauelemente werden in sechs Waferfabriken in Deutschland, Frankreich, Malaysia und den USA gefertigt. X-FAB beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter.

Auf Seite 5: Gesco





Gesco-Aktie



Am 08. Februar hat Oddo BHF die Einstufung für die Aktie von Gesco von neutral auf kaufen erhöht. Gleichzeitig ging es mit dem Kursziel deutlich von 30,40 Euro auf 38,00 Euro nach oben. Das heißt, der Titel verfügt bei einem derzeitigen Kurs von 31,70 Euro theoretisch über fast 20 Prozent Luft nach oben.

Der zuständige Analyst Martin Decot begründete seine Einschätzung mit der Annahme, dass die jüngst erfolgte Anhebung der Unternehmensprognose und die margensteigernden Optimierungsmaßnahmen zu einer Neubewertung führen dürften. Bei ihm selbst resultierten die neuen Angaben der Gesellschaft jedenfalls in erhöhten Schätzungen für das Gesamtjahr 2017/2018 und die folgenden Jahre. Man sei jetzt stärker als bisher davon überzeugt, dass Gesco das langfristige EBIT-Margenziel von acht Prozent erreichen kann und das spiegeln die neuen Modellannahmen wider.

Weil auch im vierten Quartal 2017 Auftragseingang und Umsatz auf einem hohen Niveau lagen, hatte die Beteiligungsgesellschaft kürzlich die Prognose für das Geschäftsjahr 217/18 angehoben. Demnach erwartet der Vorstand nun einen Konzernumsatz von rund 545 Millionen Euro und einen Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter von 20 bis 21 Millionen Euro. Bislang war von rund 530 Millionen Euro und einen Nettogewinn von rund 18 Millionen Euro die Rede gewesen.

Eine mögliche Ergebnisbelastung aus dem laufenden Kartellverfahren gegen die Tochter Dörrenberg Edelstahl ist in der neuen Prognose allerdings nicht berücksichtigt. Basierend auf den derzeit vorliegenden Informationen hat Decot im Zusammenhang mit dieser Kartelluntersuchung für 2017/18 beim Jahresüberschuss einen einmaligen Aufwand in Höhe von 9,8 Millionen Euro berücksichtigt.

Beim angepassten Gewinn je Aktie rechnet Oddo BHF für 2017/18 mit 1,92 Euro. 2018/19 sollen daraus dann 2,16 Euro werden und für 2019/20 kalkuliert man mit 2,24 Euro je Anteilsschein. Für das letztgenannte Jahr würde das ein geschätztes KGV von 14,2 bedeuten. Die Dividendenschätzreihe für die genannten Geschäftsjahre sieht zudem wie folgt aus: 0,43 Euro, 0,86 Euro und 0,89 Euro.

Charttechnik






Die von der Gesco-Aktie von 2002 bis Dezember 2017 erzielte Performance kann sich angesichts eines Anstiegs von 2,77 Euro auf 36,00 Euro sehen lassen. Der Langfrist-Chart kommt zudem mit einem intakten Aufwärtstrend daher. Allerdings hat sich im Zuge der jüngsten allgemeinen Marktkorrektur auch bei diesem Wert ein leichter Abgabedruck eingestellt. Insgesamt verdient sich der Titel aber trotzdem weiter eine gute Chartnote.

Profil



Die GESCO AG erwirbt als Beteiligungsgesellschaft ertragsstarke, strategisch interessante mittelständische Industrieunternehmen. Dabei konzentriert man sich auf vier strategisch attraktive Segmente: Produktionsprozess-Technologie, Ressourcen-Technologie, Gesundheits- und Infrastruktur-Technologie sowie Mobilitäts-Technologie. Seit der Gründung 1989 entstand so eine Gruppe von Hidden Champions, Markt- und Technologieführern. Im Sinne der Diversifizierung sind die Abnehmerbranchen breit gefächert. Trotz klarem Fokus hilft das dabei, die Abhängigkeit von einzelnen Branchen zu reduzieren.

Nach eigener Einschätzung unterscheidet man sich vor allem in Sachen Nachhaltigkeit deutlich von klassischen Finanzinvestoren. Tief in der DNA von GESCO verankert, bestimme dies das Handeln: Die grundsätzliche Zielsetzung laute, bewährte Geschäftsmodelle fortzusetzen und sie weiter zu entwickeln. Die zentrale Aufgabe sieht der Vorstand darin, Wachstumspotenziale zu nutzen und die Zukunftsfähigkeit der Gruppe langfristig zu sichern.

Auf Seite 6: Pfeiffer Vacuum Technology





Pfeiffer Vacuum Technology-Aktie



Zu den Kaufempfehlungen von Oddo BHF im deutschen Nebenwertebereich zählt auch die Pfeiffer Vacuum Technology AG. Die Kaufempfehlung ist in diesem Fall mit einem Kursziel von 190,00 Euro ausgestattet. Gemessen am aktuellen Kurs von 151,20 Euro heißt das, der Titel müsste um 25,7 Prozent zulegen, um die Vorgabe der Investmentbank zu erreichen.

Der zuständige Analyst Veysel Taze hat sein Votum erst unlängst in Reaktion auf vom Unternehmen vorgelegte Geschäftszahlen bekräftigt. Das abgelaufene Geschäftsjahr sei zwar umsatzseitig stark zu Ende gegangen, bei der Profitabilität seien aber nachteilige Effekte zu beobachten gewesen. Doch die Visibilität der voraussichtlich in diesem Jahr erzielten Ergebnisse sei Dank eines robusten Auftragsbestandes und der Investitionspläne des Hauptkunden Samsung gut.

Konkret ist es dem Vakuumpumpenhersteller im vergangenen Jahr gelungen, den Umsatz um 23,8 Prozent auf 587,0 Millionen Euro zu erhöhen. Sondereffekte aus Kaufpreisallokationen nach dem Zukauf von Unternehmen, ungünstige Wechselkurseffekte und erhöhte Rechtskosten führten beim operativen Gewinn aber zu einem langsameren Anstieg als beim Umsatz. Letztlich reichte es beim EBIT zu einem Plus von 8,7 Prozent auf 73,9 Millionen Euro.

Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz kam gegenüber dem Vorjahr jedoch um sieben Basispunkte auf 1,09 voran. Für Ende Dezember 2017 berichtete das Unternehmen einen Auftragsbestand von 127,4 Millionen Euro, was einem Anstieg von 76,2 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor entspricht.

Bei einem vor kurzem mit dem Management abgehaltenen Treffen hatte Taze den Eindruck, dass das Unternehmen weiterhin an strategischen Themen wie der Umstrukturierung der Produktion in Niedriglohnländer (das heißt Komponentenfertigung in Rumänien) festhält, um die Kapazität und Effizienz zu erhöhen. Das gilt auch für das Vorhaben, die bedienten Endmärkte zu diversifizieren sowie mit Hilfe von Fusionen und Übernahmen die Positionierung entlang der Wertschöpfungskette weiter auszubauen.

Im Falle eines stabilen volkswirtschaftlichen Umfeldes sei Pfeiffer Vacuum auf Kurs, mittelfristig einen Umsatz von 750 Millionen Euro zu erreichen und eine operative Margen von 17-20 Prozent. Beim angepassten Gewinn je Aktie sagt er für 2018 und 2019 Werte von 7,20 Euro und 8,44 Euro voraus, nach 5,94 Euro für 2017. Damit ergibt sich für das kommende Jahr ein geschätztes KGV von 17,9.

Charttechnik





Die Kursentwicklung bei Pfeiffer Vacuum wird zwar traditionell von heftigen Schwankungen begleitet, grundsätzlich ist es aber langfristig betrachtet gelungen, die Notierung nach oben zu schrauben. Für die Zeit von September 2002 bis November 2017 steht jedenfalls ein Anstieg von 16,61 Euro auf 174,50 Euro zu Buche. Aktuell nimmt der Titel eine kleine Auszeit, der langfristige Aufwärtstrend ist aber weiter intakt.

Profil



Die Pfeiffer Vacuum Technology AG entwickelt, produziert, vertreibt und wartet eine breite Palette an Vakuumpumpen und -systemen sowie Mess- und Analysegeräten. Die Produkte werden in einem breiten Spektrum von kommerziellen und analytischen Anwendungen verwendet unter anderem bei der Herstellung von Halbleitern, CDs, Computerfestplatten, optischen Linsen, Monitoren, Glühlampen, Autoelektronik, Autoscheinwerfern, gefriergetrockneter Nahrung, oberflächenbehandelten Ersatz- und Maschinenteilen, Elektronenmikroskopen und Massenspektrometern. Zu den Kunden gehören Hersteller von analytischen Geräten und Vakuum-Prozessausrüstungen, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie Unternehmen, die Vakuumprozesse in ihrer Produktion einsetzen.