KWS-Aktie: Saatguthersteller will bei Fusionen in Agrarchemie nicht mitmischen
· Börse Online Redaktion
Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Einbeck ist nach eigenen Angaben der weltweit viertgrößte Saatguthersteller nach Branchenprimus Monsanto aus den USA, DuPont/Pioneer und der Schweizer Syngenta. Anders als die Konkurrenz setzt KWS nicht darauf, Saatgut mit dem passenden Pflanzenschutzmittel aus einer Hand anzubieten. "Die Chemie als strategisches Entwicklungsgeschäftsfeld zu sehen ist für uns keine Option", sagte Kienle. Dafür fehle KWS die Expertise, da das Unternehmen anders als etwa der Bayer -Konzern seine Wurzeln nicht in der Chemie habe. Als Monsanto im vorigen Jahr um Syngenta geworben hatte, war am Markt spekuliert worden, dass KWS an Teilen des Saatgutgeschäfts von Syngenta Interesse haben könnte. Die Übernahme kam allerdings nicht zustande.
Stattdessen kündigte die chinesische ChemChina Anfang des Jahres an, Syngenta für mehr als 43 Milliarden Dollar in bar zu schlucken. Experten erwarten weitere Zusammenschlüsse im Markt für Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Instabile Märkte in den Schwellenländern und fallende Getreidepreise machen den Konzernen zu schaffen, deshalb suchen sie ihr Heil in Fusionen und Übernahmen. Kienle gab sich gelassen. KWS habe Rückendeckung von seinen Großaktionären, den beiden Gründerfamilien Büchting und Giesecke sowie dem Unternehmer Arend Oetker, die zusammen 56 Prozent an dem Saatguthersteller halten. "Einer unserer wesentlichen Grundpfeiler ist die Unabhängigkeit, die wir durch die Familienaktionäre haben."
KWS erwartet für das Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz von 1,035 bis 1,085 Milliarden Euro und eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von mindestens zehn Prozent. Diese Ziele hätten weiter Bestand, sagte die Finanzchefin. "Ein Umsatzwachstum mindestens im Branchendurchschnitt und über zehn Prozent Ebit-Marge, das ist unser mittelfristiges Ziel. Wenn sich kurzfristig ergibt, dass wir schneller unterwegs sind, dann versuchen wir Aktivitäten vorzuziehen und investieren etwa mehr in Forschung und Entwicklung."
Reuters
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