Sie versucht, Wertsteigerungen dadurch zu erreichen, "dass Interessen von Eigentümern und Management auf eine Linie gebracht werden".

Immer wenn Sterling sich engagiert, ist für Spannung gesorgt. Denn offensichtlich sehen die Investoren Wertsteigerungspotenzial, das sie durch Druck auf das Management heben können. So ein Fall könnte der MDAX-Wert Leoni sein. Anfang Januar meldete Sterling Strategic Value eine Beteiligung von knapp drei Prozent am Kapital der Nürnberger. Dass hier mehr möglich sein könnte, zeigt die langfristige Kursentwicklung der Aktie. Im Jahr 2015 notierte der Wert jenseits der 60-Euro-Marke. Die Analysten pro-gnostizierten der Aktie Kursziele von über 90 Euro.

Pleiten, Pech und Pannen



Leoni ist einer der führenden Anbieter von Kabeln, die beispielsweise in Netzwerken verwendet werden. Zudem werden Bordnetzsysteme für Fahrzeuge hergestellt. Der zunehmende Anteil von Elektro-nik in Autos bietet Wachstumschancen.

Doch Leoni musste einige Rückschläge hinnehmen. In den Werken kam es zu massiven Problemen mit der Produktivität. Die Trendwende hat Leoni bisher noch nicht geschafft. Schlimmer noch: 2016 wurde das Unternehmen Opfer eines Betrugs in Höhe von 40 Millionen Euro. Bei so viel Pleiten, Pech und Pannen führen viele Analysten den Wert nur noch an der langen Leine. Kaum einer will sich mehr exponieren. Doch genau das scheint Sterling Strategic Value gereizt zu haben. Denn die aktuelle Bewertung mit einem Börsenwert von 1,27 Milliarden Euro ist im Vergleich zum Umsatz von 4,5 Milliarden Euro nicht hoch. Der Börsenwert impliziert eine erreichbare Marge von rund drei Prozent. Im Jahr 2011 und 2012 erreichte Leoni aber mehr als sechs Prozent.

Dass die Bewertung Luft nach oben lässt, zeigt die Übernahme des kleineren Wettbewerbers PKC für 565 Millionen Euro. Würden die Preisrelationen auf Leoni übertragen, landete man schnell bei Kursen von über 70 Euro pro Aktie.

Das klingt gut, allerdings kann der Weg zu höheren Kursen ruppig werden. Unklar ist etwa, ob Leoni im Abschluss 2016 nicht doch noch Sonderbelastungen melden wird. Wer den Spuren von Tettamantis Firma folgt, muss deshalb viel Geduld und gute Nerven mitbringen.