Wenige Tage nach der Hauptversammlung von Siemens gab es zwei signifikante Insiderkäufe zu vermelden. Am 2. bzw. 6. Februar haben nämlich Aufsichtsrätin Nathalie von Siemens und Vorstandsmitglied Cedrik Neike markante Investments mit einem Transaktionsvolumen in Höhe von 14.100 Stück (von Siemens) bzw. 1.460 Aktien (Neike) getätigt. Dies stellten die ersten Insiderkäufe des Jahres 2020 dar und fielen mit einer Investitionssumme von fast 1,7 Millionen Euro relativ hoch aus. Davor hat die Chefetage im November mit massiven Käufen ein eindrucksvolles Statement gesetzt: Damals kauften sieben verschiedene Funktionsträger insgesamt 57.129 Aktien im Gegenwert von über 6,4 Millionen Euro, wo ein Großteil allerdings in Zusammenhang mit einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm stand und daher eher mit Vorsicht zu genießen ist. Privatanleger sollten vor allem die Februarkäufe als positive Entwicklung interpretieren.

Charttechnik Siemens
Aus charttechnischer Sicht stellt sich die Lage weniger positiv dar. Nach dem Abpraller an der Marke von 120 Euro droht nun ein Test der im Bereich von 102 Euro angesiedelten Unterstützungszone. Doch zuvor würde der DAX-Wert noch auf die bei 105 Euro verlaufende langfristige 200-Tage-Linie treffen. Sollte sie verletzt werden, könnte erheblicher chartinduzierter Verkaufsdruck aufkommen. Sorgen bereitet aber auch das drohende Drehen der Durchschnittslinie nach unten. Dies würden nämlich viele chartorientierte Investoren als Trendwechselsignal nach unten sehen. Um die Gemüter der Chartisten zu beruhigen, wäre es vorteilhaft, wenn nach dem jüngsten Kurssturz um fast zehn Prozent erst einmal eine erfolgreiche Bodenbildung erfolgt.

Daimler: Insiderkäufe Trotz Dividendenkürzung


Obwohl Daimler vor einer Woche einen massiven Gewinneinbruch und eine Kürzung der Dividende von 3,25 Euro auf 0,90 Euro pro Aktie angekündigt hatte, kauften zahlreiche Manager Aktien des schwäbischen Autobauers. Darunter befanden sich einige äußerst prominente Persönlichkeiten wie zum Beispiel Paul Achleitner, Jürgen Hambrecht, Joe Kaeser, Bernd Pischetsrieder und Clemens Börsig. Insgesamt sind Mitte Februar von elf verschiedenen Insidern insgesamt 8.611 Aktien mit einem Transaktionsvolumen in Höhe von 374.000 Euro getätigt worden. Den mit Abstand größten Vertrauensbeweis lieferte übrigens Aufsichtsratschef Manfred Bischoff, der über 2.000 Papiere im Gegenwert von fast 87.000 Euro erworben hat. Nun darf man gespannt sein, ob dieser Mut auch belohnt wird.

Charttechnik Daimler
Unter charttechnischen Aspekten sieht die Lage bei der Daimler-Aktie ziemlich prekär aus, schließlich notiert der DAX-Autowert aktuell nur noch neun Prozent über seinem tiefsten Stand seit fast sieben Jahren. Wenig Mut macht auch die deutlich abwärts gerichtete Tendenz der langfristigen 200-Tage-Linie. Mitte 2019 sah es noch nach einem Trendwechsel nach oben aus. Doch diese Hoffnung wurde mittlerweile "begraben". Höchste Priorität hat nun das Verteidigen der Mini-Unterstützung oberhalb von 40 Euro. Einziger Lichtblick: Der Timingindikator Relative-Stärke-Index generierte Anfang des Monats mit dem Überschreiten der 30-Prozent-Marke ein Kaufsignal. Wichtig zu wissen: In den vergangenen drei Jahren erwiesen sich solche Signale aber meist als "Bullenfallen".

Vorstände von Software AG in Kauflaune


Gleich drei hochrangige Manager der Software AG haben Anfang Februar Anteilsscheine des von ihnen geführten Unternehmens erworben. Dabei handelte es sich um Vorstandschef Sanjay Brahmawar (1.600 Stück), Aufsichtsratschef Andreas Berecky (1.000 Aktien) und Produktvorstand Stefan Sigg (1.700 Stück). Insgesamt haben die drei Manager somit eine Investition von über 130.000 Euro getätigt, was Privatanleger durchaus als positives Zeichen interpretieren können, zumal der MDAX-Wert auf die bei 35 Euro angesiedelte massive Widerstandszone zusteuert. Für ein hohes Maß an Spannung wäre somit auf jeden Fall gesorgt.

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