Manager-Talk: Absolut statt relativ
· Börse Online Redaktion
Diese Eigenschaft suchen die beiden Gané-Manager auch bei anderen Unternehmen. Deshalb halten sie zum Beispiele Anteile an Apple, Berkshire Hathaway und Nestlé. Oder an unbekannteren Namen wie Grenke, L’Occitane und Phillips 66.
Bei Berkshire Hathaway gefällt ihnen etwa das Rückkaufprogramm, das als "Sicherheitsnetz" fungiere. Kritisch hinterfragt werde dort jedoch häufig die Zeit nach Warren Buffett. Man dürfe dessen Rolle aber nicht überschätzen, glaubt Rathausky. Denn rund 75 Prozent des kontinuierlich wachsenden fairen Werts von Berkshire Hathaway entfalle auf die Versicherungssparten und 90 operative Gesellschaften, die ihrerseits viel Wachstumskapital absorbierten. Buffett sowie Todd Combs und Ted Weschler stünden mit ihren diskretionären Entscheidungen lediglich für rund 25 Prozent der Wertbausteine.
Insgesamt stellen Muhle und Rathausky hohe Anforderungen an ihre Titel. Mit Aktien möchten sie pro Jahr zehn Prozent verdienen, mit Anleihen sechs Prozent. "Uns geht es nicht um relative, sondern um absolute Renditen", begründet Rathausky. Der Gané-Fonds soll also keinen Index schlagen - was in der Baisse auch wenig hilft -, sondern im Idealfall stets positive Renditen erzielen.
Bei den Bewertungen richten die beiden Gané-Manager den Blick in die Zukunft. "Ein wunderbares Geschäftsmodell kann fast in jede Bewertung hineinwachsen", sagt Rathausky. Dies gelte beispielsweise für Amazon und Lindt & Sprüngli - Gelegenheiten, die man verpasst habe - oder für Grenke-Aktien, die mit acht Prozent der größte Einzelwert im Gané-Portfolio sind. Das Leasing-Unternehmen habe zwar ein 30er-KGV, wachse aber schnell und ausdauernd. "Wachstum ist ein unbedingter Bestandteil der Value-Gleichung", so Rathausky.
Derzeit halten Muhle und Rathausky 62 Prozent in Aktien, zwölf Prozent in Renten sowie 26 Prozent in Cash. Historisch betrug ihre Aktienquote im Schnitt 50 bis 55 Prozent, sodass der Gané-Fonds auf der Aktienseite vergleichsweise offensiv aufgestellt ist. Im Gegenzug haben Muhle und Rathausky die Risiken auf der Rentenseite jedoch reduziert. "Zwei Drittel unserer Anleihen sind ein reiner Geldmarktersatz", betont Rathausky.
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