Der Markt für den Energierohstoff ist unterversorgt. Und schnelle Abhilfe scheint nicht in Sicht zu sein. Davon sollten der Uranpreis und dieser Aktienkurs profitieren.

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Der Spotpreis für Uran hatte im Januar die 100-US-Dollar-Marke genommen. Aktuell ist die Notiz zwar wieder etwas zurückgegangen, angesichts des Markts ist das allerdings wohl nur eine kurze Verschnaufpause. Langfristig wird dem Uranmarkt ein höheres Preisniveau zugeschrieben. Denn die Minen, die größtenteils an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiten, kommen mit ihren Fördermengen der steigenden Nachfrage nicht hinterher.

Besonders brisant: Branchenexperten gehen davon aus, dass bereits bis 2030 einige Minen am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sein werden. Bis aber neue Projekte entwickelt sind und tatsächlich liefern, kann es viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Dieses strukturelle Angebotsdefizit wird sich zwangsläufig in steigenden Uranpreisen zeigen.

Dem steht eine anziehende Nachfrage gegenüber. Uran wird fast ausschließlich für den Betrieb von Kernkraftwerken gebraucht. Ein 1000-Megawatt-Kernkraftwerk benötigt pro Jahr rund 20 Tonnen angereichertes Uran, um rund 8,5 Milliarden Kilowattstunden Strom zu produzieren. Um das zu erreichen, müssen 200 Tonnen gefördert werden.

Der weltweite Energiebedarf ist seit 1990 — bis auf zwei Ausnahmejahre 2008 und 2020 — jedes Jahr gestiegen. Besonders schnell gewachsen ist dabei die Nachfrage aus China, das mittlerweile 27 Prozent des globalen Energieverbrauchs ausmacht. Dazu kommt die KI mit ihrem hohen Energiebedarf. Viele Staaten, allen voran China, aber auch Indien und Russland, setzen auch auf Kernenergie als Energiequelle. Aktuell sind im Reich der Mitte 37 Kraftwerke im Bau.

In jüngster Zeit gewinnen zudem sogenannte Small Modular Reactors (SMRs) an Bedeutung, die eine neue Dynamik erzeugen könnten. Diese kleinen Reaktoren sollen zu einer lokalen Versorgung eingesetzt werden, etwa um den Strom für Rechenzentren zu liefern. Neben der zivilen Nutzung steigt auch die Nachfrage vonseiten der Rüstungsindustrie und von Forschungseinrichtungen.

Investment in den Uranbestand

In dieser Marktlücke hat sich Yellow Cake positioniert. Der Name ist der britische Begriff für aufgearbeitetes Uran, aus dem Brennelemente hergestellt werden. Der einzige Zweck des Unternehmens: das Schwermetall physisch zu horten und auf höhere Preise zu warten. Rendite wird durch die Wertsteigerung der Beteiligung in einem Umfeld steigender Uranpreise erzielt. Nachschub für die Lagerstätten in Nordamerika hat sich Yellow Cake in langfristigen Lieferverträgen mit dem größten Uranproduzenten der Welt, Kazatomprom, gesichert. Gerade haben sich die Briten über eine Kapitalerhöhung die Mittel besorgt, um ihre Kaufoption für 2026 auszuüben. Kazatomprom wird Uran im Wert von bis zu 100 Millionen Dollar liefern, was insgesamt 1,16 Millionen Pfund physischem Uran entspricht. An der Börse wird Yellow Cake mit einem Abschlag zum Uranwert gehandelt. Mindestens der sollte bald aufgeholt werden. Zieht der Uranpreis weiter an, wird der Aktienkurs mitlaufen.

Dieser Artikel erschien zuerst in der BÖRSE ONLINE Ausgabe 10/26. Hier geht es zum digitalen Magazin.

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