Autobauer BMW geht ungewöhnliche Wege: Trotz einer zurückhaltenden Gewinnprognose für 2026 verspricht der Münchner Mega-Konzern seinen Anlegern eine erhöhte Dividende.

Die deutsche Autoindustrie befindet sich in einer waschechten Krise. Dies trifft nicht nur Mercedes und Volkswagen, deren Gewinne im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen waren, sondern auch den bayrischen Konkurrenten BMW. Der schwache Markt in China sorgte 2025 auch hier für einen Gewinneinbruch. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um 11,5 Prozent auf 10,19 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstagmorgen in München mitteilte. Auch einen Rückgang auf 5,3 Prozent in der operativen Ergebnismarge (Ebit) mussten die Bayern verzeichnen.

Entsprechend zurückhaltend steckt sich BMW seine Ziele für 2026. Mit einer stabilen Marge zwischen 4 und 6 Prozent gibt das Unternehmen eine klare Richtung vor. Experten hatten erwartet, dass sich die Marge auf immerhin 5,7 Prozent erholt, obgleich erhöhte Zölle den Konzern belasten. Die vorsichtige Prognose ist daher eine Enttäuschung.

Dividende steigt: So beruhigt BMW seine Anleger

Im Vormittagshandel verlor die Aktie auch deshalb 1,4 Prozent und fiel damit zeitweise unter die 80-Euro-Marke. Aufgrund des herrschenden Nahost-Konfliktes und anhaltend hoher Ölpreise sind Anleger bei Autoaktien derzeit ohnehin etwas zurückhaltender. Seit Ausbruch des Kriegs am Persischen Golf hat die BMW-Aktie zehn Prozent verloren.

Der Gewinn der Bayern fiel im vergangenen Jahr um drei Prozent, der Umsatz um 6,3 Prozent. Etwas überraschend ist es daher, dass BMW sich dafür entschied, die Dividende um 10 Cent auf 4,40 Euro pro Stammaktie zu erhöhen. Anleger können sich somit trotz des Gewinnrückgangs über eine erhöhte Ausschüttung freuen.


BMW Vz. (WKN: 519003)

Stabilität als Alleinstellungsmerkmal?

Es ist dennoch erstaunlich, wie gut BMW die aktuelle Krise managt. Trotz eines stetigen Gewinnrückgangs in den vergangenen drei Jahren, fällt dieser im direkten Vergleich zur großen Konkurrenz Mercedes und Volkswagen doch eher harmlos aus. Bereits 2025 musste sich das bayrische Unternehmen mit dem schwachen chinesischen Markt und weiteren Problemen auseinandersetzen, was sich auch in den Bilanzzahlen zeigte. Dennoch könnte BMW von einem anderen Aspekt profitieren, den andere deutsche Autobauer nicht erfüllen.

Denn die Münchner besitzen ein großes Werk in den USA. Dadurch blieben sie von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont. Mit rund 413.000 Autos, wovon die Hälfte in den USA den Besitzer wechselte, konnte BMW vor allem bei den Importzöllen deutlich sparen. Dies führte auch dazu, dass BMW bisher ohne große interne Stellenstreichungen durch die Krise kommt.

Ein weiterer Erfolgsfaktor findet sich in der Fertigungstechnik. Die Werke der Münchner sind so gestaltet, dass auf ein und demselben Band sowohl Verbrenner als auch Hybride und Elektroautos gefertigt werden können. Dadurch bleiben große Umbaumaßnahmen und damit verbundene Unsicherheiten aus. „Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen.“, lobt Noch-BMW-Chef Oliver Zipse die Fertigungsstrategie.

Der BMW i3 wird richtungsweisend

Mit der Jahresbilanz für 2025 endet auch die Zuständigkeit von Zipse. Bereits in wenigen Wochen, am 14. Mai, übernimmt sein Nachfolger Milan Nedeljkovic das Amt. Bis dahin ist er noch als Produktionsvorstand tätig und begleitet seit Längerem das wohl wichtigste Projekt seit Jahren: die neue Modellklasse. Mit dem iX3 stellte BMW auf der IAA den ersten Vertreter der neuen Serie vor, der im besten Fall als neues Flagschiff der Bayern fungieren könnte.

Mit einem knackigen Einstiegspreis von rund 70.000 Euro ist das Elektroauto allerdings nicht für alle Kundengruppen interessant. Dennoch gibt es bereits jetzt eine hohe Nachfrage, was zu einer zusätzlichen Schicht in der Produktion des neuen Modells führte. Zusätzlich dürfte mit dem neuen i3, dem elektrischen Pendant des BMW 3er, in Kürze ein weiteres Kernprodukt vorgestellt werden.

Schwache Prognose für 2026 trübt Stimmung

Anders als manche Konkurrenten ist BMW mit seinen elektrischen Autos durchaus erfolgreich: Elektrifizierte Fahrzeuge, inklusive Hybriden, machten 2025 rund 26 Prozent des Gesamtabsatzes aus, reine Elektroautos kamen auf etwa 18 Prozent. Dennoch gibt sich BMW in der Gewinnprognose für das laufende Jahr eher zurückhaltend. Der Konzern rechnet damit, dass der Vorsteuergewinn moderat sinken wird – trotz stabiler Auslieferungen. Der Grund dafür liege in Belastungen durch Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe. Dennoch bleibt abzuwarten, ob sich der Abwärtstrend fortsetzt oder unter Nedeljkovic und der neuen Modellserie doch ein leichter Aufschwung entstehen kann.

Enthält Material von dpa-AFX

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Häufige Fragen

Wieviel Dividende zahlt BMW im Jahr 2026?

BMW will die Dividende um 10 Cent anhbene auf 4,40 Euro pro Sammaktie und 4,42 Euro pro Vorzugsaktie.

Wie hoch ist die Dividendenrendite der BMW-Aktie?

Auf Bassi des aktuellen Kurses von 80 Euro beträgt die Rendite 5,5 Prozent.

Was passiert in 2026 mit den Vorzugsaktien?

BMW plant, die Stamm- und Vorzugsaktien zusammenzulegen. Darüber muss die Hauptversammlung im Mai noch entscheiden.