Merck-Aktie an Dax-Spitze - Rekordzukauf gibt Schub - Jahresziele präzisiert
· Börse Online Redaktion
Für das Gesamtjahr präzisierte Merck die Prognose: Der Umsatz soll auf 14,8 bis 15 Milliarden Euro zulegen, der bereinigte Betriebsgewinn zwischen 4,1 und 4,3 Milliarden liegen. Bislang war ein Anstieg von Umsatz und bereinigtem Betriebsgewinn im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt worden. Oschmann hatte Anfang des Monats das Ruder von seinem Vorgänger Karl-Ludwig Kley übernommen, der ihm eine Rekordbilanz hinterließ und die Übernahme von Sigma eingefädelt hatte. 2015 setzte Merck 12,8 Milliarden Euro um und kam auf einen bereinigten Betriebsgewinn von 3,6 Milliarden.
Im ersten Quartal konnten die Südhessen dank Sigma ihren Umsatz um mehr als 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro steigern. Aus alleiniger Kraft wuchs Merck um knapp fünf Prozent. Im Life-Science-Bereich, der Produkte für die Pharmaforschung anbietet und durch die Sigma-Aldrich-Übernahme an Bedeutung gewann, schossen Umsatz und Ergebnis dank des Zukaufs in die Höhe. Im Geschäft mit Spezialchemikalien etwa mit Flüssigkristallen für Flachbildschirme stagnierte das Ergebnis dagegen. Grund war vor allem ein Lagerabbau bei Kunden aus der Display-Industrie.
Im Gesundheitsbereich hatte das Unternehmen mit Währungsabwertungen in Lateinamerika zu kämpfen, die der maßgebliche Grund für einen Umsatzrückgang der Sparte waren. Deutlich besser als erwartet schlug sich Mercks bislang wichtigstes Medikament, das Multiple-Sklerose-Mittel Rebif. Zwar sanken die Umsätze mit dem Präparat, allerdings weniger stark als von Analysten befürchtet. Fortschritte macht Merck bei der Entwicklung seines größten Hoffnungsträgers, der Krebsimmuntherapie Avelumab, der positive Ergebnisse in einer Studie zur Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms erzielte, eine seltene und bösartige Form des Hautkrebses. Noch im zweiten Halbjahr wolle Merck einen Zulassungsantrag für das Mittel stellen, kündigte Oschmann an.
Reuters
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