Chipaktien wie AMD und Intel zeigten sich zuletzt stärker als Nvidia, bergen jedoch auch höhere Rückschlagrisiken. Bonus-Cap-Zertifikate könnten jetzt eine gute Alternative zum Direkteinstieg sein. Sie bieten einen Puffer von bis zu 39 Prozent und dennoch attraktive Gewinnchancen.
Die Kursrally bei den Halbleiteraktien von Advanced Micro Devices (AMD), Intel und Nvidia kennt derzeit kein Halten. Befeuert wird sie von der KI-Fantasie. Geplante Milliardeninvestitionen in die entsprechende Infrastruktur lässt die Nachfrage nach Halbleitern und die Preise explodieren. In diesem Kursfeuerwerk steckt nicht nur Fantasie, sondern auch harte Fakten. So meldeten die Unternehmen mehrheitlich starke Umsätze, deutliche Gewinnzuwächse im ersten Quartal dieses Jahres sowie Auftragsbestände in Rekordhöhe.
AMD – teuer, aber planbare Erlöse
Die Aktie von AMD hat sich in den letzten zwei Monaten auf 520 US-Dollar weit mehr als verdoppelt. Was im März für viele Anleger noch undenkbar schien, wird von Analysten von Bank of America und Wells Fargo durchaus als faire Bewertung eingestuft. Der Halbleiterhersteller meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 10,25 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Anstieg um 37,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei sprang der Umsatz im Rechenzentrumssegment um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar. Katalysator dieses Wachstums waren vor allem die Partnerschaften mit OpenAI, Meta und Oracle. Diese sorgen auch künftig für einen kontinuierlichen Abruf von MI450-Chips über viele Quartale und planbare Erlöse. Mit einem KGV von 170 scheint das Papier dennoch sehr hoch bewertet. Rücksetzer bis 400 US-Dollar oder gar noch ein Stück weiter sind nicht auszuschließen. Das ausgewählt Bonus-Cap-Zertifikat ist eine interessante Alternative zum Direkteinstieg in die Aktie. Das Cap wurde bei 560 US-Dollar festgelegt und bietet Anlegern somit die Chance, bis zu einem gewissen Grad an einer möglichen Fortsetzung des Aufwärtstrends zu partizipieren. Die Barriere liegt bei 360 US-Dollar und damit rund 30 Prozent unterhalb des aktuellen Aktienkurses. Wird diese kritische Marke nicht verletzt, erhalten Anleger am Laufzeitende 560 US-Dollar. Das entspricht aktuell rund 478 Euro beziehungsweise einer maximal erzielbaren Rendite von 29,4 Prozent. Wird die kritische Marke von 360 US-Dollar jedoch verletzt, erlischt die Chance auf den Bonus. Es drohen Verluste.
Intel – Rückschlagrisiko wächst
Noch etwas stärker als AMD schraubte sich die Aktie von Intel seit Ende März in die Höhe. Rund 163 Prozent Kursgewinn stehen seither zu Buche. Das Zahlenwerk für die ersten drei Monate des Jahres kann sich durchaus sehen lassen. Der Umsatz sprang um 40 Prozent nach oben und der Gewinn hat die Erwartungen der Analysten um Längen übertroffen. Dennoch mehrten sich zuletzt die Skeptiker unter der Analystengarde wie beispielsweise Bank of America, Deutsche Bank und JP Morgan, die das Papier in den vergangenen Wochen auf „Halten“ oder gar auf „Verkaufen“ zurückgestuft haben. Dabei verweisen sie auf die hohe Bewertung. Zudem ist noch keineswegs sichergestellt, dass sich Intel als Auftragsfertiger etablieren und externe Kunden anziehen kann.
Das Anlagerisiko erscheint etwas höher als bei AMD. Das ausgewählte Bonus-Cap-Zertifikat bietet daher mit einem Abstand zur Barriere von knapp 39 Prozent einen etwas höheren Risikopuffer. Die kritische Marke liegt bei 70 US-Dollar. Das Bonus-Level/Cap wurde bei 100 US-Dollar festgelegt. Im Gegensatz zum Bonus-Cap-Zertifikat auf AMD ist das Wertpapier auf Intel währungsgesichert. Das Papier bietet somit eine Renditechance von 19,7 Prozent, wenn die Barriere nicht verletzt wird.
Fazit
Die Chipbranche boomt. Titel wie AMD und Intel sind heißgelaufen. Bonus-Cap-Zertifikate auf die beiden Aktien sowie auf Nvidia bieten attraktive Konditionen.
Hinweis: Dieser Artikel stammt aus der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 24/26. Wenn Sie auch etwa zu dem passenden Derivat für die Nvidia-Aktie erfahren wollen, können Sie das Heft hier als E-Paper kaufen.
*Hinweis auf Interessenskonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia