Das Unternehmen ist ein wichtiges Glied in der Halbleiterlieferkette. Nach hohen Investitionen in mehr Kapazitäten liegt der Fokus nun auf Profitabilität und Wachstum.

Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Hersteller von High‑End‑Leiterplatten und IC‑Substraten — zentrale Bausteine für Server, Smartphones und Automotive‑Elektronik. AT & S ist zudem der einzige Hersteller von IC‑Substraten außerhalb Asiens und damit ein strategisch wichtiges Unternehmen für die KI- und Chipbranche.

Nach einer längeren Schwächephase 2023 und 2024, in der vor allem hohe Investitionen und Überkapazitäten belasteten, läuft es seit geraumer Zeit wieder deutlich besser. Neugebaute Werke und Erweiterungen bestehender Standorte tragen zum Wachstum bei. AT & S produziert Leiterplatten im High-End-Bereich. Diese zeichnen sich durch extrem feine Leiterbahnen und zahlreiche übereinanderliegende Schichten aus, wodurch viele elektronische Funktionen auf kleinstem Raum realisiert werden können — eine Grundvoraussetzung für 5G-Netztechnik, industrielle Sensorik sowie Anwendungen in der Medizintechnik und in der Luft- und Raumfahrt.

Der zweite und strategisch besonders wichtige Wachstumstreiber sind sogenannte IC-Substrate für die Halbleiter­industrie. Das sind Verbindungselemente zwischen Leiterplatte und Halbleiter. Sie ermöglichen es, die kleinen Nano-Strukturen des Chips mit den größeren Mikrometer-Strukturen einer Leiterplatte zu verbinden. Besonders durch den vermehrten Einsatz von künstlicher Intelligenz steigt der Bedarf: AI-Server und Speicherlösungen erfordern immer größere und dichtere Substrate. So sei die benötigte Substratfläche pro Server‑Chip laut AT & S seit 2019 um den Faktor vier gestiegen, was den Bedarf enorm erhöht.

Zudem liefert das Unternehmen komplette Modullösungen. Diese bestehen aus mehreren Chips und Verbindungselementen. Das reduziert Entwicklungszeit, Kosten und technische Risiken für die Kunden. Zu den Abnehmern, die öffentlich bekannt sind, zählen AMD, Airbus und Sony. Branchenkreisen zufolge gehören auch Apple, Nvidia und der DAX-Konzern Infineon zu den Kunden von AT & S.

Die Zeichen stehen auf Wachstum

AT & S geht davon aus, im Geschäftsjahr 2025/26 einen Jahresumsatz von etwa 1,7 Milliarden Euro zu erzielen, was einem operativen Wachstum — bereinigt um Währungseffekte und den Verkauf eines Werks in Südkorea — gegenüber dem Vorjahr von rund 20 Prozent entspricht. Auch für etablierte Märkte wie Server für Unternehmen, PVs und Notebooks sieht das Unternehmen eine Erholung. AT & S hat zudem entschieden, künftig den Verteidigungssektor stärker zu bedienen. Vor diesem positiven Markthintergrund geht AT & S davon aus, dass im Geschäftsjahr 2026/27 ein Umsatz von rund 2,1 bis 2,4 Milliarden Euro und eine Ebitda-Marge von 24 bis 28 Prozent erzielt wird.

Im Mai 2025 übernahm Ex-Jenoptik-­CEO Michael Mertin den Vorstandsvorsitz. Seitdem hat sich der Aktienkurs beinahe verdreifacht. Nachdem mehr als zwei Milliarden Euro in eine neue Fabrik in Ma­laysia sowie in ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Leoben geflossen sind, liegt der Fokus nun darauf, möglichst profitabel zu sein. Mertin will AT & S zu einem der großen Gewinner des KI‑Booms machen. 

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BO Data/small charts

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