Dieser US-Kosmetikkonzern lässt die etablierte Konkurrenz alt aussehen und liefert dank Promibonus glänzende Zahlen. Das Comeback an der Börse steht allerdings noch aus.
Der 2004 gegründete Newcomer hat sich gegen große, seit Jahrzehnten etablierte Kosmetikkonzerne erstaunlich schnell durchgesetzt: auf Social Media zu Hause, trendbewusst, vegan und ohne Tierversuche — und dabei erschwinglich. Vor allem die Kernmarke Elf Cosmetics ist besonders durchsetzungsstark. Seit nun 28 Quartalen in Folge nehmen die Lippenstifte, Puder und Cremes den Rivalen Marktanteile ab, eine Seltenheit im schnelllebigen Beauty-Geschäft. Auch beim Wachstum lassen die Kalifornier Estée Lauder und Co hinter sich.
Der wichtigste strategische Hebel ist jedoch Rhode. Elf Beauty hatte die erfolgreiche Hautpflege- und Kosmetikmarke der Social-Media-Persönlichkeit Hailey Bieber 2025 für rund eine Milliarde Dollar übernommen. Der Deal zahlt sich aus: Im dritten Geschäftsquartal steuerte Rhode 128 Millionen Dollar zum Umsatz bei, im Gesamtjahr sollen es sogar bis zu 265 Millionen Dollar werden. Zuvor hatte der Konzern nur 200 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Konzernweit stieg der Umsatz auf 489,5 Millionen Dollar und lag damit über den prognostizierten 460 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 1,24 Dollar und übertraf die Erwartungen ebenfalls klar. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,05 bis 3,10 Dollar an, Analysten hatten lediglich 2,87 Dollar je Anteilschein auf dem Zettel. Auch beim Nettoumsatz ist Elf ambitionierter und rechnet nun mit einem Plus von 22 bis 23 Prozent statt 18 bis 20 Prozent.
Nachdem die Börse das starke Zahlenwerk zunächst gefeiert hatte, kippte die Stimmung allerdings, und die Aktie drehte nach unten. Das passt zu einem insgesamt wechselhaften Kursbild: 2025 verlor der Titel in Summe fast 40 Prozent. Ein wesentlicher Teil der Nervosität hängt mit China zusammen. Der Konzern bezieht einen großen Teil seiner Produkte aus dem Reich der Mitte und reagiert entsprechend empfindlich auf Zolländerungen.
Sorgenfalten
Im dritten Quartal gab die Bruttomarge um rund 30 Basispunkte nach, unter anderem aufgrund der gestiegenen Zölle. Damit bleibt die Zollfrage ein potenzieller Unsicherheitsfaktor, der eine verlässliche Planung von Kosten und Margen erschwert. Fantasie liefert unterdessen vor allem die internationale Expansion. Rhode ist seit Kurzem in den britischen Filialen der Kosmetikkette Sephora erhältlich, als Nächstes sollen Australien und Neuseeland folgen. In deutschen Drogeriemärkten wiederum soll die Kundschaft künftig mehr Produkte aus dem Sortiment von Elf Cosmetics finden. An der Wall Street überwiegt der Optimismus, die Mehrheit der Analysten stuft die Kosmetik-Aktie als Kauf ein. Spekulationsfreudige Anleger können den aktuellen Kursrücksetzer zum Aufbau einer kleinen Position nutzen, sollten dabei aber die Umsatz- und Margenentwicklung im Blick behalten.
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