Nestlé-Aktie: Chinas Verbraucher lassen Produkte links liegen
· Börse Online Redaktion
Insgesamt stagnierte der Umsatz des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns 2014 bei knapp 92 Milliarden Franken (86 Milliarden Euro) und auch das operatives Ergebnis lag auf dem Vorjahresniveau. Dass unter dem Strich ein Gewinnsprung um mehr als 40 Prozent auf 14,5 Milliarden Franken herauskam, lag am Verkauf eines Teils der Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L'Oreal, der Nestle 3,4 Milliarden Euro in die Kasse spülte. Gemindert wurde der Gewinn durch eine stockendes Tiefkühl-Geschäft in den USA. Dort musste Nestle Abschreibungen vornehmen, die Analysten auf knapp zwei Milliarden Franken schätzten. Der Markt für Tiefkühlprodukte sei geschrumpft. "Gefroren wird nicht als frisch angesehen", sagte der belgische Firmenchef. Nun will der Konzern stärker auf Bioprodukte und internationale Spezialitäten setzen. Die Dividende, die Nestle seit 1959 nie mehr gesenkt hat, steigt leicht auf 2,20 Franken. An der Börse legte die Aktie 0,6 Prozent auf 71,45 Franken zu.
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ORGANISCHES WACHSTUM UNTER ZIELBEREICH
Das organische Wachstum, das für den Konzern eine wichtige Kennzahl darstellt, sank auf 4,5 Prozent von 4,6 Prozent in Jahr zuvor. Nestlé, das von Nescafe über Mineralwasser bis zu Tierfutter eine riesige Palette anbietet, blieb zum zweiten Mal in Folge hinter seinem Mittelfristziel von fünf bis sechs Prozent Wachstum zurück. Im laufenden Jahr peilt Bulcke ein organisches Wachstum von "rund fünf Prozent" an. "Wir erwarten, dass 2015 ähnlich wie 2014 wird."
In Europa wuchs Nestlé mit 1,5 Prozent fast doppelt so stark wie ein Jahr zuvor. Preiserhöhungen konnten die Schweizer aber praktisch nicht durchsetzen. In Großbritannien, Deutschland und Italien lief das Geschäft nicht mehr so gut wie im Vorjahr.
Veränderungen bei Devisenkursen treffen Nestlé nur in Grenzen. Der Konzern hat seine Fabriken meist da stehen, wo die Produkte auch verkauft werden. Im vergangenen Jahr minderten Wechselkurseffekte den Umsatz um fünf Prozent. Mehr als die Hälfte der Forschungs- und Entwicklungskosten fallen in Franken an, während nur zwei Prozent des Umsatzes in der Schweiz erwirtschaftet werden. "Wir leben seit vielen Jahren mit einem starken Franken", sagte Bulcke. Der Konzern habe keine Abwanderungspläne aus der Schweiz. "Zwei Mal nachdenken" würde der Manager aber, wenn es um neue Fabriken in der Schweiz geht.
Reuters
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