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Nestle-Aktie nach den Zahlen: Was Anleger wissen müssen

Nestle-Aktie nach den Zahlen: Was Anleger wissen müssen

WKN: A0Q4DC ISIN: CH0038863350 Nestlé SA (Nestle)

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24.05.2019 - 17:56
16.02.2019 03:20:00

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé überzeugt mit der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr. Für 2019 erwarten die Eidgenossen schnelleres Wachstum. Das Geschäft mit Aufschnitt- und Fleischwaren Herta soll verkauft werden. Die Aktie steigt am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch. Was Anleger sonst noch wissen müssen. Von Floriana Hofmann

Nestlé tritt beim Wachstum aufs Gaspedal. Der Schweizer Lebensmittelriese erzielte im vergangenen Jahr ein organisches Wachstum von drei Prozent. Im Vorjahr hatten die Eidgenossen aus eigener Kraft, ohne Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe, um lediglich 2,4 Prozent zugelegt - so langsam, wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr.



Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte das interne Realwachstum (Plus 2,5 Prozent) den Großteil des Wachstums aus. Das Geschäft brummt, insbesondere in den wichtigen Märkten China und USA. Nestlé habe "auf allen Ebenen" überzeugt, lobte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.


Die Preise konnten die Eidgenossen um nur 0,5 Prozent anheben. In der Vergangenheit hatten Investoren mehrmals die nachlassende Preissetzungsmacht von Nestlé kritisiert. Im Geschäft mit dem Wasser ist davon weiterhin wenig zu spüren. In dem Segment Nestlé Waters konnten die Schweizer 2,7 Prozent höhere Preise durchsetzen - die Nachfrage stieg nicht zuletzt wegen des heißen Sommers in Europa. In der gesamten Region Europa/Mittlerer Osten/Nordafrika - die rund ein Viertel zum Umsatz beiträgt - sanken die Preise um 0,7 Prozent.

Für 2019 peilt Chef Ulf Mark Schneider über drei Prozent Wachstum an. "Wir sind mit dem Erreichten sehr zufrieden und voll und ganz im Plan für unsere Ziele", sagte er am Donnerstag im schweizerischen Vevey. Bis kommendes Jahr will der Konzern mit Marken wie Maggi und Nespresso wieder organisch um rund fünf Prozent wachsen.

Konzernumbau läuft



Damit Nestlé auf lange Sicht profitabler wird, trimmt Schneider den Konzern auf Wachstum: Er fokussiert sich auf das Kerngeschäft mit Gesundheitsprodukten, Wasser, Kaffee, Baby- und Tiernahrung. Dazu verkauft der ehemalige Fresenius-Lenker ertragsschwache Sparten. Für das Geschäft mit Aufschnitt und Fleischwaren der Konzernmarke Herta mit einem Jahresumsatz von 680 Millionen Franken prüfe Nestlé den Angaben zufolge Optionen. Auch ein Verkauf sei eine Möglichkeit. Bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung getroffen sein. Citi-Analyst Cedric Besnard erklärte, die strategische Überprüfung von Herta sei "ermutigend", sorge aber nicht für einen Paradigmenwechsel.

Voran geht es auch bei der Hautgesundheitssparte Skin Health, die ebenfalls auf dem Prüfstand steht. Daran gebe es Schneider zufolge "außerordentlich starkes Interesse".

Nestlé will auch zukaufen



Neben weiteren Verkäufen seien auch Zukäufe im Kerngeschäft möglich, sagte der Nestlé-Chef. "Wenn wir etwas kaufen können, das sich stark im Aufwind befindet, dann tun wir das gerne auch", sagte Schneider. Der Konzern habe dafür auch die nötige Finanzkraft. "Akquisitionen können im Rahmen des operativ handhabbaren sehr leicht finanziert werden."

Der Markt und das Verhalten der Konsumenten entwickelten sich ständig weiter. Zuletzt hatte Nestlé unter den neuen Vorlieben der Konsumenten gelitten: Regionale und frische Produkte werden bei den Verbrauchen immer beliebter, Fertigprodukte werden eher gemieden. Die Schweizer setzen deshalb verstärkt auf gesündere Nahrungsmittel.

Derzeit läuft bereits ein Aktienrückkaufprogramm über 20 Millionen Franken. Dieses wollen die Schweizer jetzt - wegen des starken freien Cashflows - sechs Monate früher als geplant abschließen. Der Barmittelzufluss stieg um 15 Prozent auf 10,8 Millionen Franken. Die Tatsache, dass das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm beschleunige, bedeute jedenfalls nicht, dass Nestlé nur verkaufen und nicht kaufen werde, sagte Schneider. "Sonst würden wir eine ganz andere Größenordnung von Aktienrückkäufen tätigen." Die Dividende will Nestlé um 10 Rappen auf 2,45 Franken anheben.

Unter dem Strich stieg der Gewinn um 41,6 Prozent auf 10,1 Milliarden Franken. Nestlé profitierte hier aber von Einmaleffekten wie höhere Erträge aus dem Verkauf von Geschäftsanteilen. Analysten hatten mehr erwartet. Konzernweit erzielten die Schweizer ein Plus von 2,1 Prozent.

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Bildquelle: Pierre Albouy/Reuters

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