Im vergangenen Jahr ist die Ertragswende gelungen. Der Aktienmarkt honoriert dies. Mit Derivaten können Anleger auf eine Fortsetzung dieses Trends setzen – mit Puffer oder Hebeleffekt.

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Die Aktie von Vonovia hat zuletzt wichtige Marken überwunden. Nächste Hürde: 30,50 Euro. Unterstützung: 24,00/25,10 Euro.

Zum Jahreswechsel übernahm Luka Mucic den Chefsessel bei Vonovia. Damit kehrte der einstige Finanzvorstand von SAP und Vodafone wieder nach Deutschland zurück. Von den Marktteilnehmern wurde der Wechsel an der Spitze des größten privaten Immobilienkonzerns in Deutschland positiv aufgenommen. Nach einer Bodenbildung im Bereich von 24 Euro schraubte sich die Aktie seit Anfang Februar um über 13 Prozent nach oben. Dabei schob sich das Papier über den seit Anfang Juli 2025 gebildeten Abwärtstrend und vergangene Woche auch über die 200-Tage-Durchschnittslinie. Damit eröffnet sich aus charttechnischer Sicht weiteres Potenzial bis zum jüngsten Hoch von 30,50 Euro und im weiteren Verlauf bis 33 Euro, dem Hoch von 2024. Analysten wie Thomas Neuhold von Kepler Cheuvreux sehen mittelfristig sogar Potenzial bis 46 Euro.

Ertragswende eingeleitet

Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr werden erst Mitte März veröffentlicht. Im Rahmen der Vorlage der Geschäftszahlen des dritten Quartals wurden die im Sommer angehobenen Ziele allerdings bestätigt. Rückenwind bekam das Zahlenwerk nach eigenen Angaben von steigenden Mieteinnahmen. So stieg der durchschnittliche Mietpreis um 4,3 Prozent auf 8,28 Euro pro Quadratmeter. Die Vermietungsquote lag Ende September mit 97,8 Prozent ebenfalls auf hohem Niveau. Darüber hinaus zeigte das Geschäft mit Gebäudedienstleistungen und Verkäufen von Immobilienpaketen deutliches Wachstum. Dazu trugen auch die 2025 gestiegenen Investitionen bei. „Nach drei Jahren der Stagnation wachsen wir wieder mit hoher Dynamik — wie vor der Krise“, erklärte der zum Jahresende ausgeschiedene Konzernchef Rolf Buch bei der Vorlage der Zahlen.

Nach dem jahrelangen Expansionskurs nach dem Börsengang 2013 stand angesichts gestiegener Zinsen von 2022 bis 2024 das Liquiditätsmanagement im Fokus. Mit Mucic ist nun ein Branchenfremder, aber sehr technikaffiner Manager an die Unternehmensspitze gerückt. Seine Strategie wird auf profitables Wachstum ausgerichtet sein.

Aktuellen Plänen zufolge soll das Investitionsbudget 2026 auf 1,4 Milliarden Euro und bis 2028 auf rund zwei Milliarden Euro steigen. Schwerpunkte dürften die Modernisierung bestehender Immobilienportfolios, die Installation von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen sowie die Entwicklung eigener Wohneinheiten sein, um die Gewinnmarge mittelfristig zu steigern. Zudem dürfte Mucic sicherlich noch Kostensenkungsmöglichkeiten durch KI, Digitalisierung und Automatisierung finden. Zusätzlicher Rückenwind könnte das Geschäft durch weiter sinkende Zinsen erhalten. Die Renditen langlaufender Staatspapiere sind zuletzt deutlich zurückgegangen. Mit einem KGV von 14,5 und einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent ist die Aktie moderat bewertet.

Mit Puffer oder gehebelt

Für weniger risikofreudige Anleger eignet sich das ausgewählte Bonus-Cap-Zertifikat. Das Papier ist mit einer Barriere und einem Bonus-Level/Cap ausgerüstet. Wird die Barriere von 22 Euro bis zum Laufzeitende im Dezember nicht verletzt, erhalten Inhaber des Papiers den maximalen Rückzahlungsbetrag in Höhe von 38 Euro. Dies entspricht aktuell einer Rendite von 21,1 Prozent. Die Barriere liegt 22 Prozent unterhalb des momentanen Aktienkurses und wurde zuletzt im Herbst 2023 berührt. Eine Konsolidierung auf dieses Level ist zwar nicht ausgeschlossen, bahnt sich jedoch nicht an.

Für risikofreudigere Investoren könnte hingegen der Discount-Call-Optionsschein interessant sein. Klassische Optionsscheine sind aktuell recht teuer. Das ausgewählte Papier ist mit einem Basispreis bei 28 Euro und einem Cap bei 30,50 Euro ausgestattet. Die Laufzeit endet Mitte Juni dieses Jahres. Hält die Aufwärtsdynamik der zurückliegenden Tage an und schraubt sich die Aktie bis Juni um rund zehn Prozent auf 30,50 Euro nach oben, wird sich der Wert des Discount-Call-Optionsscheins fast verdreifachen. Gleichwohl wirkt der Hebel dieser Papiere in beide Richtungen. Um Verluste zu begrenzen, sollten Anleger daher einen Stoppkurs setzen.

Dieser Artikel erschien zunächst in der BÖRSE ONLINE Ausgabe 10/26. Hier geht es zum Heft mit weiteren spannenden Tipps.

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