17.00 Uhr - Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) will mit Lockangeboten mehr Menschen zu Impfungen gegen das Coronavirus bewegen. "Wir denken auch über Anreizsysteme nach, wie wir eine Impfung zusätzlich attraktiv machen können", sagt Holetschek beim Besuch eines Impfzentrums in Unterfranken. Ein Anreiz sei schon die Entscheidung des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass Geimpfte auch dann nicht mehr in Quarantäne müssten, wenn sie in engem Kontakt zu einer mit der Delta-Variante infizierten Person standen. Der Minister kündigt an, Bayern werde seine mobilen Impfteams verstärkt einsetzen. "Wir machen Impfungen sozusagen im Vorbeigehen möglich. Es soll dabei keine Denkverbote geben."

16.35 Uhr - In der Diskussion über Corona-Impfungen für Jugendliche plädiert der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, für Zurückhaltung und Geduld. Die Stiko und das Robert-Koch-Institut täten alles, um die Empfehlungen aufgrund aktueller Erkenntnisse zu erarbeiten und auch anzupassen, sagt Mertens den Sendern RTL/ntv laut redaktioneller Fassung. Die Experten hofften, in den nächsten Wochen dringend benötigte Auswertungen aus den USA zu bekommen. "Insofern sind so Einzelmeinungen, die von Politikern spontan geäußert werden, eigentlich nicht besonders förderlich." Bislang empfiehlt die Stiko Corona-Impfungen für Jugendliche nur bei bestimmten Vorerkrankungen. Sie begründete dies mit dem geringen Risiko einer schweren Erkrankung in dieser Altersgruppe.

13.35 Uhr - Für eine mögliche Zulassung von Corona-Impfstoffen für Auffrischungsimpfungen ist es nach Angaben der europäischen Arzneimittelbehörde EMA noch zu früh. Denn es gebe für diese Entscheidung noch nicht genug Daten aus der Impfkampagne und den laufenden Studien, hieß es zur Begründung. Das deutsche Unternehmen BioNTech und sein US-Partner Pfizer hatten erklärt, in der EU, in den USA und in anderen Ländern die Zulassung ihres Vakzins für eine Auffrischungsimpfung gegen den Erreger Covid-19 zu beantragen.

13.20 Uhr - In Deutschland muss nach Berechnungen des Robert-Koch-Instituts bis Herbst eine Impfquote von mehr als 75 Prozent erreicht werden, um eine größere Belastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Nach den Berechnungen würde ein vollständiges Impfen von nur 65 Prozent der 12- bis 59-Jährigen bedeuten, dass die Zahl der Corona-Intensivpatienten wieder auf 6000 steigen könnten, geht aus einer RKI-Modellrechnung hervor. Die Sieben-Tage-Inzidenz könnte dann nach den Modellberechnungen auf bis zu 400 steigen. Bei einer Impfquote von 75 Prozent wird dagegen nur mit einem Anstieg der Inzidenz auf knapp über 100 und einer Zahl an Intensivpatienten auf knapp über 2000 gerechnet. Bei dem vom RKI angestrebten Ziel einer Impfquote von 85 Prozent könnte die Inzidenz unter 100 bleiben und die Zahl der Intensivpatienten bei rund 1000. "Wir müssen also auf eine Impfquote deutlich über 70 Prozent kommen", heißt es im Gesundheitsministerium.

13.10 Uhr - Die Bundesregierung hat Spanien wegen wieder steigender Infektionszahlen in der Pandemie zum Risikogebiet erklärt. Das teilt das Auswärtige Amt am Freitag mit. Damit wird bei der Wiedereinreise eine Quarantänepflicht eingeführt, die allerdings mit einem negativen Test umgangen werden kann und für Geimpfte und Genesene nicht gilt.

13.00 Uhr - In Deutschland sind 48,2 Millionen Menschen oder 57,9 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, wie die Bundesregierung mitteilt. 34,5 Millionen Personen oder 41,5 Prozent der Gesamt­bevölkerung seien zwei Mal geimpft und hätten damit den vollständigen Schutz. Die Zahl der Impfungen für Donnerstag wird mit 807.428 angegeben.

12.30 Uhr - Russland meldet 25.766 neue Corona-Fälle und damit so viele wie seit dem 2. Januar nicht mehr. Die Zahl der Toten binnen 24 Stunden wird mit 726 angegeben. Angesichts der hochansteckenden Delta-Variante fordert das Präsidialamt die Russen dazu auf, sich impfen zu lassen. In dem Riesenland sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums erst knapp 30 Millionen der insgesamt 144 Millionen Russen einmal geimpft. Die staatliche Kommunikationsaufsicht sperrt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA 399 Internetseiten mit Informationen zum Verkauf gefälschter Impfzertifikate und QR-Codes.

12.06 Uhr - Die Vereine der Fußball-Bundesliga wollen am Mittwoch darüber entscheiden, ob in der neuen Saison angesichts der zunächst begrenzten Stadion-Kapazitäten auch an Gästefans Eintrittskarten verkauft werden sollen. Einige Klubs hätten um ein einheitliches Vorgehen gebeten, teilt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit. Nun sollen sich "die 36 Profiklubs ergebnisoffen damit auseinandersetzen". Die Bundesländer hatten die maximale Zuschauerzahl zu Saisonbeginn auf 50 Prozent der Kapazität reduziert, maximal aber 25.000 (in Bayern: 20.000).

11.58 Uhr - Die EU-Kommission gibt grünes Licht für Entschädigungszahlungen an Urlauber in Deutschland, deren Reiseveranstalter während der Pandemie insolvent gegangen sind. Die Bundesregierung hat dafür einen Fonds im Volumen von 750 Millionen Euro vorgesehen. Ausgezahlt werden sollen die Mittel ab dem 1. November. Die EU-Kommission entschied nun, dass das Vorgehen in Einklang mit den europäischen Wettbewerbsregeln steht.

11.53 Uhr - In der thailändischen Hauptstadt Bangkok und umliegenden Provinzen sollen Regierungskreisen zufolge ab kommender Woche die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft werden. Die Regierung werde für 14 Tage eine Ausgangssperre von 21.00 Uhr bis 04.00 Uhr anordnen und Zusammenkünfte von mehr als fünf Personen in der Hauptstadt und Hochrisikogebieten verbieten. Vorgesehen seien außerdem Reiseeinschränkungen und die Schließung von großen Einkaufszentren.

09.15 Uhr - Großbritannien will die Einreise für vollständig geimpfte Menschen erleichtern. Verkehrsminister Grant Shapps kündigte an, dass die Quarantänepflicht für geimpfte Menschen aus anderen Ländern in den kommenden Wochen abgeschafft werde. Dabei werde sich die Anerkennung des Impfstatus auf Länder konzentrieren, die von der WHO zugelassene Impfstoffe verabreichen. Der Prozess sei allerdings komplex, da jedes Land unterschiedliche Zertifizierungssysteme habe. "Bei der EU ist es einfacher, weil sie ihren eigenen digitalen Reisepass erstellen, bei anderen Ländern ist es komplizierter - die USA etwa haben kein digitalisiertes System", so Shapps.

08.55 Uhr - Die hochansteckende Delta-Variante wird nach Regierungsangaben auch in Frankreich in Kürze die Überhand gewinnen. Gesundheitsminister Olivier Veran kündigte an, dass die Variante ab diesem Wochenende wohl die meisten Neuinfektionen verursachen werde. Bislang liege die Quote bei knapp 50 Prozent. In Deutschland gilt die Delta-Variante bereits seit Ende Juni als dominant. Sie ist nach Angaben der Ständigen Impfkommission (Stiko) deutlich ansteckender als die zuvor dominierende Alpha-Variante. Britische Wissenschaftler sprechen von einer rund 60 Prozent höheren Ansteckungsfähigkeit.

07.15 Uhr - Die US-Notenbankerin Mary Daly betrachtet niedrige Impfquoten als Bedrohung für die Weltwirtschaft. Es sei wichtig für die Welt, höhere Impfraten zu erreichen, sagt die Chefin des Fed-Bezirks San Francisco in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Financial Times. Ansonsten gebe es "Gegenwind" etwa für die US-Wirtschaft. "Ich denke, eines der größten Risiken für unser zukünftiges globales Wachstum besteht darin, dass wir den Sieg über Covid-19 zu früh erklären", fügt Daly hinzu.

04.58 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 949 neue Positiv-Tests. Das sind 300 mehr als am Freitag vor einer Woche, als 649 Neuinfektionen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 5,5 von 5,2 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 49 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.190. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Corona-Tests positiv aus.

03.30 Uhr - Australiens bevölkerungsreichster Bundesstaat Neu-Süd-Wales verzeichnet 44 neue Corona Infizierte. Ministerpräsidentin Gladys Berejiklian ermahnt die Bürger im Großraum Sydney, in ihren Häusern zu bleiben und erwägt strengere Lockdown Maßnahmen. Das Bundesland sieht seit kurzem wieder steigende Infektionszahlen trotz Lockdown. Das geplante Ende des Lockdowns war für Freitag nächster Woche angesetzt, dies sei nun unwahrscheinlich, sagt die Ministerpräsidentin in einer Pressekonferenz. Neu-Süd-Wales stehe vor der größten Herausforderung seit Beginn der Pandemie.

02.05 Uhr - Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) befürwortet weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen trotz der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante. "Wir haben auch die Verpflichtung gegenüber den Bürgern und Bürgerinnen, Einschränkungen aufzuheben, wenn aktuell keine Gefahr besteht, dass das Gesundheitswesen kollabiert", sagt Dreyer der "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge. "Wir analysieren in Rheinland-Pfalz sehr genau die Entwicklung in unseren Nachbarländern Belgien und Luxemburg, wo die Infektionszahlen wieder ansteigen. Wir können Deutschland aber auch nicht abschließen", betont Dreyer. Der beste Schutz gegen eine vierte Welle sei, wenn sich alle, die könnten, auch impfen lassen.

00.35 Uhr - Mit zunehmender Ausbreitung der Delta-Variante steigen die Sorgen der Intensivmediziner vor einer vierten Infektionswelle im Herbst. "Solange eine Impfquote von 85 Prozent unter den Erwachsenen nicht erreicht ist, sollten wir auf weitere Lockerungen verzichten und an der Maskenpflicht festhalten", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, einem Vorabbericht zufolge. "Erst mit einer Impfquote von 85 Prozent bei den über 18-Jährigen werden wir die Pandemie für beendet erklären können", sagt Marx. "Bis dahin müssen wir weiterhin viel testen, wir müssen die Infektionsketten nach verfolgen und Hygieneregeln einhalten."

rtr